Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

PKW-Konstruktion vereinfachen

24.10.2012
Eine neue Methode zur einfacheren Entwicklung und Konstruktion von PKW-Bauteilen ist das Ziel eines Forschungsprojekts an der Technischen Hochschule Mittelhessen in Friedberg.
Das Land Hessen fördert das Vorhaben mit 296.000 Euro. Projektleiter ist Prof. Dr. Udo Jung vom THM-Kompetenzzentrum für Verkehr – Mobilität – Automotive. Kooperationspartner sind die Adam Opel AG, der Dillenburger Automobilzulieferer Linde + Wiemann sowie die Ingenieurbüros Huß & Feickert (Liederbach) und Bürckenmeyer (Stadtallendorf).

Ein PKW soll einige hunderttausend Kilometer fahren, ohne dass sicherheitsrelevante dynamisch belastete Bauteile versagen. Lebensdauersimulationen im Computer sind die gängige Methode, um bei der Entwicklung neuer Modelle diese Betriebsfestigkeit zu erreichen. Sie sind zeitaufwändig und teuer. Sie müssen die ständig wechselnden Belastungen im Fahrbetrieb ebenso berücksichtigen wie Materialdaten für alle eingesetzten Werkstoffe. Hohe Kosten fallen für die benötigte Hard- und Software an.

„Vor allem für kleine Zulieferfirmen und Ingenieurbüros ist dieses Verfahren in der Regel unwirtschaftlich, besonders wenn die Kapazitäten über das Geschäftsjahr hinweg nicht ausgelastet sind“, erläutert Jung. „Wir wollen deshalb eine Methode entwickeln, die die Komplexität der dynamischen Daten auf wenige wirkungsäquivalente stark schädigende Fahrmanöver reduziert. Die Berechnungen, die wir dann anstellen, sollen einfacher, schneller und kostengünstiger sein.“
Basis für die Entwicklung der neuen Methode sind Daten von realen Teststreckenfahrten, die die Firma Opel zur Verfügung stellt. Im Betriebsfestigkeitslabor der TH werden die durch Simulation gewonnenen Ergebnisse experimentell überprüft.

„Das Ergebnis unserer Arbeit“, so Jung, „soll eine Auslegungsvorschrift sein, die dem Anwender als konkrete Handlungsanweisung dient und alle Arbeitsschritte vorgibt und die nötigen Kennwerte bereitstellt.“ Mit relativ geringem Aufwand lasse sich so in einer frühen Phase der Entwicklung die grundsätzliche Eignung eines Bauteilkonzepts aufzeigen. Die Methode soll auch auf neue Werkstoffe und Fertigungsverfahren anwendbar sein, über deren Verhalten im langjährigen Fahrbetrieb noch wenig bekannt ist.

Im Forschungsprojekt über ein neues Verfahren zur Auslegung von PKW-Bauteilen arbeitet Prof. Udo Jung (Mitte) mit Shquipe Lushta-Jakupi und Sascha Wörner zusammen.

Das Forschungsvorhaben hat ein Gesamtvolumen von 400.000 Euro und läuft bis 2015. Es wird im Rahmen der Förderlinie 3 der hessischen „Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“ (LOEWE) unterstützt. Damit bezuschusst die Landesregierung Projekte, bei denen Hochschulen mit kleinen und mittleren hessischen Unternehmen zusammenarbeiten.

Erhard Jakobs | idw
Weitere Informationen:
http://www.thm.de/site/kompetenzzentren/vma.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Flexiblere Turbomaschinen entwickeln
23.05.2017 | FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur GmbH

nachricht WHZ erhält hochmodernen Prüfkomplex für Schraubenverbindungen
23.05.2017 | Westsächsische Hochschule Zwickau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften