Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ohne Luft - Dreibacken-Elektrogreifer für Teilefamilien

19.07.2011
Der Trend weg von der Pneumatik hin zu Elektrogreifern ist erkennbar.

Allerdings bringen bisherige Elektrogreifer nur geringe Spannkräfte auf. Das Konstruktionsbüro Maul stellt ein schnelles Gerät vor, das stark wie ein pneumatischer Greifer ist.

Bisherige Elektrogreifer bringen nur vergleichsweise geringe Kräfte auf und haben große Volumina. Das liegt am Getriebe – es gibt derzeit kaum kompakte, hochuntersetzende Getriebe, weshalb viele ungeeignet sind. Hier wird eine neue Lösung vorgestellt:

Der Antrieb des Elektrogreifers mit beispielsweise 120 Millimeter Gehäusedurchmesser erfolgt durch einen starken, bürstenlosen Servomotor mit 600 Watt Leistung an der Hohlachse. Das Motormoment von einem Newtonmeter wird durch ein hochuntersetzendes, sehr kompakt bauendes Exzentergetriebe im Faktor 90 der Getriebeübersetzung verstärkt und dabei die Drehzahl erheblich reduziert.

Das Abtriebsmoment des Getriebes wirkt an einem Exzenter, der einen Kreisschiebering auf einer Kreisbahn bewegt. Dieser Kreisschiebering verteilt das Moment auf die drei Gelenke. Mit der Achse der Gelenke sind die Schwenkhebel einstellbar verbunden, die über Kulissensteine die Spannbacken linear parallel und zentrisch zur Greiferachse bewegen.

Statt der linearen parallelen Bewegung können auch direkt Schwenkbacken auf die Gelenkachsen gesetzt werden, sodass ein Dreibacken- Elektroschwenkbackengreifer entsteht.

Nach dem Abschalten der elektrischen Spannung würde das Werkstück aus den Spannbacken fallen. Um dies zu verhindern, wird eine elektromagnetische Federspeicherbremse angebracht, die am Flansch der Hohlachse nach dem Abschalten der elektrischen Spannung bremst. Das Bremsmoment wird im Faktor der Getriebeübersetzung verstärkt. So entsteht in beiden Greifrichtungen beim Innen- und Außengreifen eine starke Greifkraftsicherung in der Größe der normalen Greifkraft. In das Gehäuse ist ein Regler des Servomotors integriert. Dieser Regelkreis wird über das Exzentergetriebe übersetzt und dadurch die erforderliche Empfindlichkeit der Messstrecke stark herabgesetzt.

Hierdurch ist nur ein sehr preiswerter und kleinbauender Hall-Regler erforderlich.

Elektrogreifer sind herkömmlicherweise träge – besonders große Greifer. Sie lassen sich vorpositionieren. Der hier vorgestellte Greifer hat jedoch aufgrund der hohen installierten Leistung und der geringen bewegten Massen eine kurze Greifzeit von etwa 60 Millisekunden bei zwei Millimeter Hub nach dem Hub-Greifzeit-Diagramm und eine größere Kraft als vergleichbare pneumatische Greifer. Nur während des Öffnens und Schließens wird Energie benötigt. Die Greifkraftsicherung hält das Produkt in Position – das verschafft dieser Lösung Vorteile am Markt, denn der Greifer benötigt keine dauernde Spannung. Außerdem ist er gekennzeichnet durch einen großen Hub pro Backe; damit eignet er sich zum Greifen von Teilefamilien. Er lässt sich völlig ohne Druckluft zum Beispiel an Roboterarme anflanschen. Hans-Erich Maul/pb

| handling
Weitere Informationen:
http://www.handling.de/Handhaben/Handhaben---Dreibacken-Elektrogreifer.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht IPH entwickelt Prüfstand für angetriebene Tragrollen
29.11.2016 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht LZH optimiert laserbasierte CFK-Nachbearbeitung für die Luftfahrtindustrie
24.11.2016 | Laser Zentrum Hannover e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie