Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ölwechsel fällig? Im laufenden Betrieb den optimalen Zeitpunkt ermitteln

11.08.2010
Wenn in Baumaschinen, Flugzeugen oder Industrieanlagen das Schmieröl zu lange genutzt wird, können Getriebe und andere Komponenten Schaden nehmen. Jeder Ölwechsel bei großen Hydraulikanlagen ist jedoch aufwändig und teuer.

Ingenieure der Universität des Saarlandes und des neuen Zentrums für Mechatronik und Automatisierungstechnik (ZeMA) entwickeln daher ein Verfahren, mit dem man im laufenden Betrieb die Alterung von Öl messen kann. Damit lässt sich präzise bestimmen, wann der optimale Zeitpunkt für einen Ölwechsel gekommen ist.

Ölwechsel im laufenden Betrieb

Schmieröle für Getriebe oder Hydraulikflüssigkeiten werden heute mit vielen Additiven versehen, die sie möglichst lange haltbar machen. Wenn jedoch das Öl zu altern beginnt, kann seine Qualität rapide abnehmen. In vielen Anwendungen wird deshalb das Öl sehr früh gewechselt, weil man Schäden an den Anlagen befürchtet. Das Team um Andreas Schütze, Professor für Messtechnik der Universität des Saarlandes, hat jetzt gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Industrie eine Messzelle entwickelt, die direkt in eine Hydraulikanlage eingebaut werden kann. Das durch sie fließende Öl wird mit einer Infrarotquelle, die auf Siliziumtechnik basiert, durchleuchtet. Ein Infrarot-Detektor misst dann, welche Strahlen das Öl durchdringen. Je älter das Öl wird, desto stärker verändern sich die empfangenen Lichtstrahlen. Auf diese Weise kann genau bestimmt werden, wann man mit dem Ölwechsel nicht mehr länger warten sollte. Die Messzelle kann derzeit mit einem Druck von 100 bar belastet werden. Sie soll künftig aber noch höheren Belastungen standhalten. Ziel ist es, das Verfahren auch auf andere Flüssigkeiten anzuwenden, wie zum Beispiel zum Nachweis von Alkohol oder Glycol.

Bisher konnte man nur im Labor mit optischen Verfahren bestimmen, wann eine Flüssigkeit gealtert ist. Zukünftig wollen die Forscher im laufenden Betrieb den Verschleiß direkt erkennen. Dies ist beispielsweise für geschlossene Hydrauliksysteme in Flugzeugen von Vorteil. Aber auch für die Autoindustrie könnte das Verfahren interessant werden, wenn die Messzelle in hoher Stückzahl günstig produziert werden kann. Bei den Ölmengen, die in großen Hydraulikanlagen anfallen, lässt sich durch längere Intervalle zwischen den Ölwechseln nicht nur jede Menge Geld sparen, sondern auch die Umwelt schonen, da weniger Altöl anfällt und man sparsamer mit Hydrauliköl umgehen kann.

Kontakt:

Prof. Dr. Andreas Schütze Lehrstuhl für Messtechnik der Universität des Saarlandes Campus A 13 66123 Saarbrücken Telefon: 06 81/3 02-46 63 E-Mail: schuetze@lmt.uni-saarland.de

Dr.-Ing. Alexander Kraus ZeMA - Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik gemeinnützige GmbH Altenkesseler Straße 17/D2 66115 Saarbrücken Telefon: 06 81/5 86 76 00 E-Mail: info@mechatronikzentrum.de

Helga Hansen | Innovationseinblicke Saarland
Weitere Informationen:
http://www.geniales-saarland.de
http://www.lmt.uni-saarland.de
http://www.mechatronikzentrum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau
28.04.2017 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten
27.04.2017 | EMAG eldec Induction GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie