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Nullpunktspannsystem senkt Rüst- und Nebenzeiten

16.09.2009
Ob Palette, Vorrichtung, Schraubstock oder Werkstück – in Verbindung mit einem Nullpunktspannsystem ist ein sekundenschneller Wechsel mit definiertem Nullpunkt und mit einer Wiederholgenauigkeit ≤ 0,005 mm möglich. Werden mehrere Maschinentische mit Spannplatten ausgestattet, können die Vorrichtungen flexibel auf allen Maschinen verwendet werden.

Die traditionelle Spanntechnik ist nach wie vor unverzichtbar. Der gravierendste Nachteil dieser Spannmittel ist jedoch, dass ein Umrüsten der Maschine sehr zeitaufwändig ist. Genau da setzt der Gedanke eines Nullpunktspannsystems an: Es ist kein Ersatz für die klassischen Spannmethoden, sondern ergänzt diese sinnvoll.

Dem Maschinenbediener wird ein Mittel an die Hand gegeben, um das zeitaufwändige Reinigen, Messen, Ausrichten und Spannen zu vereinfachen. Der Maschinentisch wird mit einer standardisierten Schnittstelle versehen, die das Zentrieren, Ausrichten und das Spannen der Vorrichtung übernimmt. Damit wird eine nicht unerhebliche Fehlerquelle eliminiert. Speziell für den Bereich der spanenden Bearbeitung wurde das modular aufgebaute, flexible Nullpunktspannsystem 9000 entwickelt.

Für die eigentliche Werkstückspannung werden vorhandene Spannmittel eingesetzt

Die Funktion der standardisierten Schnittstelle auf dem Maschinentisch übernimmt eine der Tischgröße und Bearbeitungsaufgabe angepasste Spannplatte. Für die eigentliche Werkstückspannung werden größtenteils die bereits vorhandenen Spannmittel eingesetzt. Dazu werden diese entweder auf eine Palette montiert und einmalig ausgerichtet oder mit Zentrier-, Ausgleichs- und Spannzapfen versehen. Diese können wahlweise von oben oder unten verschraubt werden.

Ob Palette, Vorrichtung, Schraubstock oder Werkstück: Mit diesem System ist ein sekundenschneller Wechsel mit definiertem Nullpunkt und mit einer Wiederholgenauigkeit von ≤ 0,005 mm möglich. Werden mehrere Maschinentische durchgängig mit Spannplatten ausgestattet, können die Vorrichtungen flexibel auf allen Maschinen eingesetzt werden.

Beim Wechsel über mehrere Bearbeitungsverfahren „wandert“ der Nullpunkt von Maschine zu Maschine mit. Zwischenkontrollen auf der (ebenfalls mit einer Spannplatte ausgestatteten) Messmaschine werden möglich, weil das Werkstück ohne erneutes Ausrichten wieder präzise und schnell in der Bearbeitungsmaschine positioniert und gespannt wird. Ebenso ist das Unterbrechen einer laufenden Bearbeitung problemlos möglich, um einen dringenden Auftrag dazwischenzuschieben. Dies kann bei Werkstücken mit extrem langen Laufzeiten auch ganz gezielt geplant und genutzt werden. Das NC-Programm wird in mehrere sinnvolle Schritte unterteilt.

Maschine ist nicht mehr über mehrere Tage mit Langläufern blockiert

Das Werkstück wird beispielsweise am Abend gespannt und während der (unbemannten) Nachtzeit bearbeitet. Bis zum Beginn der Frühschicht ist der erste Programmschritt abgearbeitet und das Werkstück wird dann von der Maschine abgenommen. Während des Tages werden die Jobs mit kürzeren Laufzeiten abgearbeitet. Am Abend wird wieder der „Langläufer“ ohne erneutes Ausrichten aufgespannt.

Die dadurch zusätzlich gewonnene Kapazität und der Umstand, dass die Maschine nicht über mehrere Tage mit Langläufern blockiert ist, zeigt deutlich, dass zusätzliche Spindelzeiten mit vorhandenen Ressourcen durch sinnvolle Ergänzung der Maschinenausrüstung durch ein Nullpunktspannsystem wirtschaftlich sind.

Rolf Glück ist Vertriebsleiter der Hirschmann GmbH in 78737 Fluorn-Winzeln.

Rolf Glück | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/spanende_fertigung/articles/229966/

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