Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Testlabor für Materialien

06.06.2012
Die TH Mittelhessen hat am Fachbereich Maschinenbau, Mechatronik, Materialtechnologie ein neues Labor für Betriebsfestigkeit eingerichtet. Es dient der Prüfung von Bauteilen, die mechanischen Belastungen ausgesetzt sind. Der Fachbereich hat dafür 130.000 Euro investiert, von denen knapp 20.000 Euro aus Projektmitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung stammen.
Die Prüfung der Betriebsfestigkeit dient in der Industrie dem Ziel, Schwingbrüche als Folge einer Materialermüdung während der vorgesehenen Nutzungsdauer auszuschließen. Dies ist von besonderer Bedeutung bei Bauteilen, deren Versagen Menschenleben gefährdet. Katastrophen wie der durch den Bruch eines Radreifens ausgelöste ICE-Unfall von Eschede können so vermieden werden.

Das Friedberger Labor ist nach dem Vorbild der Automobilindustrie aufgebaut. Auf einer Aufspannplatte wird ein Bauteil fixiert. Für die Schwingversuche werden zwei Pneumatikzylinder und ein elektromechanischer Zylinder eingesetzt. Mit ihnen lässt sich bei einem maximalen Hub von 200 Millimetern ein Druck von bis zu zwei Tonnen auf das Bauteil ausüben. Die eingesetzte Regelungstechnik, so erläutert Laborleiter Prof. Dr. Udo Jung, ermöglicht sogenannte Betriebslasten-Nachfahrversuche, in denen das Werkstück exakt so beansprucht wird wie im späteren Einsatz. Die Ingenieurin Shqipe Lushta-Jakupi betreut das neue Labor.

Zurzeit testen die TH-Ingenieure rohrähnliche Profile von Linde+Wiemann aus Dillenburg, die der Automobilzulieferer künftig in Hinterachsen kleiner und kompakter PKW einsetzen will. Für die Bad Hersfelder Siemens-Tochter TLT-Turbo untersucht das Laborteam Schweißnahtproben. Aus dem Test will das Unternehmen Rückschlüsse für die Optimierung der Konstruktion ziehen. Die Maschinenbaustudenten Rene Wolf und Benjamin Arnold, beide im sechsten Semester, sind an den Untersuchungen mit Projektarbeiten beteiligt.

Die Lebensdauertests laufen Tag und Nacht. Der Test eines einzelnen Bauteils dauert drei bis vier Tage. Geprüft wird bis zu einem ersten Anriss oder bis zum Bruch des Bauteils. Bei den aktuell laufenden Testreihen, so erläutert Jung, versuche man zunächst den Anrisszeitpunkt zu ermitteln. „Anschließend testen wir weiter bis zum Bruch. Auf diese Weise erfahren wir, welche Restlebensdauer ein angerissenes Bauteil noch hat. Dies ist für die Sicherheit im praktischen Einsatz enorm wichtig. Denn wenn im Bauteil ein Riss entdeckt wird, kann es rechtzeitig aus dem Verkehr gezogen werden - bevor es zum Bruch mit möglicherweise katastrophalen Folgen kommt.“

Erhard Jakobs | idw
Weitere Informationen:
http://www.th-mittelhessen.de/site/

Weitere Berichte zu: Bauteile Betriebsfestigkeit Labor Testlabor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Flexiblere Turbomaschinen entwickeln
23.05.2017 | FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur GmbH

nachricht WHZ erhält hochmodernen Prüfkomplex für Schraubenverbindungen
23.05.2017 | Westsächsische Hochschule Zwickau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Detaillierter Blick auf molekularen Gifttransporter

Transportproteine in unseren Körperzellen schützen uns vor gewissen Vergiftungen. Forschende der ETH Zürich und der Universität Basel haben nun die hochaufgelöste dreidimensionale Struktur eines bedeutenden menschlichen Transportproteins aufgeklärt. Langfristig könnte dies helfen, neue Medikamente zu entwickeln.

Fast alle Lebewesen haben im Lauf der Evolution Mechanismen entwickelt, um Giftstoffe, die ins Innere ihrer Zellen gelangt sind, wieder loszuwerden: In der...

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Center Smart Materials CeSMa erhält SilverStar Förderpreis 2017 für innovativen Druckmessstrumpf

30.05.2017 | Förderungen Preise

Alternative Nutzung von Biogasanlagen – Wachse aus Biogas für die Kosmetikindustrie

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Detaillierter Blick auf molekularen Gifttransporter

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie