Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Hybridgetriebe: weniger Bauteile, mehr Effizienz

06.06.2011
Professur Maschinenelemente der TU Chemnitz entwickelte ein Hybridgetriebe für den chinesischen Markt - Produktion soll 2014 beginnen

Ein Auto, zwei Techniken für den Antrieb - das ist das Prinzip der Hybridautos. Sie verbinden die Vorteile von Elektromotoren mit denen von Verbrennungsmotoren, ermöglichen ein besseres Energiemanagement und sind deshalb sparsamer als herkömmliche Fahrzeuge. Allerdings sind sie noch neu auf dem Markt - und bergen deshalb Verbesserungspotenzial.

In einem gemeinsamen Forschungsprojekt der Professur Maschinenelemente der Technischen Universität Chemnitz mit einem Tochterunternehmen des chinesischen Autoherstellers Geely haben die Wissenschaftler ein neues Hybridgetriebe entwickelt und erste Prototypen erfolgreich getestet.

Das Unternehmen Geely produziert bereits alle konventionellen Getriebevarianten und wollte sein Angebot um Hybridgetriebe erweitern. "Der bei Geely für diese Entwicklung verantwortliche Manager Dr. Tong Zhang hat in Deutschland studiert und an der TU Chemnitz seine Doktorarbeit zur effizienten Regelung von Windenergieanlagen verfasst", erklärt Prof. Dr. Peter Tenberge, Inhaber der Professur Maschinenelemente, wie es zu der Kooperation der Chemnitzer Maschinenbauer mit der Geely-Tochter Shanghai Maple Automobile in Shanghai kam.

"Bei unserem Hybridgetriebe handelt es sich um eine Weiterentwicklung des vom Toyota Prius bekannten Konzeptes. Die beiden Elektromotoren wurden etwas kleiner und übertragen ihre Drehmomente über ein verändertes Überlagerungsgetriebe, so dass größere Abtriebs-Drehmomente bei niedrigeren Verlusten entstehen", sagt Tenberge und ergänzt: "Bereits die ersten in Deutschland gebauten Prototypen nach unserem Vorschlag waren kleiner und leichter als die etablierte Konkurrenz und haben bisher alle Funktions- und Dauertests auf Prüfständen und in Fahrzeugen gut überstanden."

Getriebe nach dieser Bauart haben halb so viele Bauteile wie konventionelle Automatikgetriebe und kommen dadurch mit wenig Hilfsenergie aus. Das Getriebe ist so aufgebaut, dass in den am meisten gefahrenen Betriebszuständen die Leistung ohne Umweg über den elektrischen Leistungszweig rein mechanisch übertragen wird, wodurch der Bedarf an Kühlleistung sinkt. "Das Getriebe hat die chinesischen Entscheidungsträger so beeindruckt, dass ein Produktionsstart im Jahr 2014 in Planung ist", so Tenberge.

Grundlage des Projektes ist eine Hochschulpartnerschaft, die seit 2004 zwischen der Beihang Universität in Peking und der TU Chemnitz besteht. "Durch gemeinsame Blockveranstaltungen zu Fahrzeugantrieben konnten wir auch das Interesse von chinesischen Fahrzeugherstellern und Systemlieferanten wecken", berichtet Tenberge und ergänzt: "Diese haben bei uns vor allem Informationen zu aktuellen Trends und kurzfristig umsetzbaren Entwicklungen nachgefragt." Zu diesen Trends zählt auch der Hybridantrieb.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Peter Tenberge, Telefon 0371 531-33719, E-Mail peter.tenberge@mb.tu-chemnitz.de.

Katharina Thehos | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Leichtbau serientauglich machen
24.04.2017 | Laser Zentrum Hannover e.V.

nachricht Laserstrukturierung verbessert Haftung auf Metall und schont die Umwelt
24.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie