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Neues Handbediengerät erleichtert das Einrichten von Werkzeugmaschinen

29.01.2009
Beim manuellen Einrichten von Werkzeugmaschinen haben Handbediengeräte unschlagbare Vorteile. Je größer die Maschine, desto hilfreicher sind sie, denn der Bediener kann sich sehr nah zum Werkzeug positionieren und hat so den Prozess jederzeit sicher im Blick. Um mit Handgeräten lange ermüdungsfrei arbeiten zu können, sollten sie jedoch leicht und handlich sein.

Das Sinumerik HT 2 (die Abkürzung HT steht für Handheld Terminal) ist Nachfolger des bekannten Handheld-Geräts B-MPI und findet vor allem in Unternehmen des Werkzeug- und Formenbaus und bei Lohnfertigern Verwendung. Die Vorteile des neuen Geräts liegen buchstäblich auf der Hand: Mit 697 g wiegt es weniger als die Hälfte seines Vorgängers.

Die Gewichtsreduzierung war eines der Hauptanliegen bei der Entwicklung. Außerdem wurde beim Design darauf geachtet, dass das Gerät ergonomisch gestaltet ist und bestmöglich in jeder Hand liegt. All dies sind entscheidende Eigenschaften, damit Maschineneinrichter länger ermüdungsfrei arbeiten können.

Dieser Bedienkomfort wird noch durch ein zusätzliches Merkmal erweitert: das magnetische Handrad. Da kein mechanischer Kontakt an den Rasterungen besteht, läuft es angenehm leicht, unterliegt nur geringem Verschleiß und ist daher für 10 Mio. Umdrehungen ausgelegt. Gegenüber sonst üblichen Standardhandrädern erreicht es eine bis zu zehnfache Lebensdauer.

Doch die Entwickler achteten nicht nur auf Komfort, sondern auch auf Funktionalität. So lassen sich alle 20 Tasten nach den Wünschen der Bediener neu belegen und beschriften. Als Basisbelegung sind dabei 16 Maschinensteuertasten vorgesehen, vier Tasten sind als Softkey oder Systemtaste belegbar.

Robustes Modell in Schutzart IP65

Auch das Spektrum der Einsatzmöglichkeiten ist beim Sinumerik HT 2 besonders groß, denn das Gerät ist mit einem Schutzkragen versehen und nach IP65 abgesichert. Das hält die Ausfallzeiten gering und macht das Gerät wesentlich robuster als das Vorgängermodell. Damit ist es auch für harten Industrieeinsatz geeignet. Es überstand in Tests den Sturz aus einer Fallhöhe von 1,2 m unbeschadet.

Sogar wenn das Handheld Terminal ungünstig auf den angesteckten Schlüssel fällt, haben sich die Entwickler etwas Einfaches, aber Effektives einfallen lassen: Der Schlüssel hat eine Sollbruchstelle – es bricht also nicht das Schloss, sondern der Schlüssel. Und der ist problemlos austauschbar.

Die Mobilität ist beim neuen Siemens-Handheld dank seiner Ethernetfähigkeit weiter verbessert: Mit seinem Basis-Anschlussmodul lässt es sich im Schaltschrank und über IP65-Anschlussboxen an jedem beliebigen Ort an die Werkzeugmaschine anschließen. Mit den Boxen ist sogar ein störungsfreies Stecken und Ziehen des HT 2 bei laufendem Betrieb möglich, ohne dass ein Not-Halt ausgelöst wird. Das Bediengerät selbst kann mit einem Haftmagnet oder einer Halterung an beliebigen Stellen befestigt werden.

Bewegungsfreiheit für den Bediener dank langer Kabel

Je nachdem, welche Wege der Bediener mit dem Handgerät zurücklegen muss, lassen sich auch die Kabellängen anpassen: Längen von 2 bis 25 m stehen zur Verfügung. Ein 1,5 m langes Spiralkabel, das auf 3,5 m dehnbar ist, steht darüber hinaus zur Verfügung. Ändern sich die Anforderungen an das Kabel, ist ein Austausch jederzeit problemlos durch den Endanwender ohne Spezialwerkzeug möglich.

Die neuen Anschlusskabel sind biegefest, löse- sowie schmiermittelresistent und standardisiert. Daher lassen sie sich auch für das große Sinumerik HT 8 verwenden. Im Hinblick auf den Energieverbrauch erzielten die Siemens-Techniker bei dem neuen Handheld Terminal weitere Fortschritte: Die ohnehin geringe Leistungsaufnahme von 6,2 W des Vorgängermodells wurde nochmals mehr als halbiert auf 2,5 W.

Bedienkomfort des Handbediengeräts erhöht Produktivität

Das Sinumerik HT 2, das für die Verwendung mit der jüngsten Generation der CNC Sinumerik 840Di sl und 840D sl ausgelegt ist, bedeutet also für Maschinenbediener und Unternehmen einen großen Schritt nach vorn: Durch den hohen Bedienkomfort können die Anwender länger und damit produktiver und zuverlässiger an der Maschine arbeiten; dank des geringen Energieverbrauchs schont es zusätzlich die Umwelt.

Dipl.-Ing. Björn Frerking ist Produktmanager Sinumerik HMI bei der Siemens AG, Drive Technologies in Erlangen.

Björn Frerking | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/automatisierung/fertigungsautomatisierung/articles/168973/

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