Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens     3M    n-tv
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Neuer Flächenmotor macht Maschinen dynamischer

13.12.2012
Das Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen präsentiert den Prototyp eines lineardirekten Motors, der zwei Antriebsrichtungen gleichzeitig bedienen kann

Anzeige

Soll sich das Werkzeug einer Werkzeugmaschine nicht nur entlang einer Richtung bewegen, dann braucht diese Maschine – bislang – zwei Elektromotoren: Der erste bewegt sich vor und zurück und trägt den zweiten Motor, der den Antrieb nach rechts und links (oder oben und unten) beisteuert, Huckepack.


Gemeinsam können diese beiden Motoren so alle Punkte einer Ebene ansteuern. Gemeinsam sind sie aber auch relativ schwer und benötigen in ihrer Konstruktion viel Platz – sehr ungünstige Eigenschaften, wenn es um schnelle und präzise Positioniervorgänge insbesondere in hochdynamischen Werkzeugmaschinen geht.

Jan Friederichs, Ingenieurwissenschaftler am Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) im Produktionstechnischen Zentrum der Leibniz Universität Hannover, hat sich der Aufgabe angenommen, einen einzigen planaren Motor zu entwickeln, der beide Antriebsrichtungen bedienen kann. Dass diese so naheliegende Idee noch nicht verfolgt wurde, macht deutlich, dass Friederichs es hier mit anspruchsvoller Grundlagenforschung ohne Erfolgsgarantie zu tun hatte. Er konnte die Deutsche Forschungsgemeinschaft für sein Konzept gewinnen; sie fördert seit 2010 die „grundlegende Erforschung eines zweiachsigen lineardirekt angetriebenen Mehrkoordinatenantriebs unter besonderer Berücksichtigung der Einsatzfähigkeit in Werkzeugmaschinen“. Der Machbarkeitsnachweis des Flächenmotors stand im ersten Förderjahr im Mittelpunkt, er wurde mit einer Simulation erbracht. Anschließend konnte das Team um Jan Friederichs daran gehen, den Prototypen zu konzipieren und umzusetzen.

Eine der zentralen Herausforderungen war die elektromagnetische Auslegung des Motors, denn anders als sonst üblich muss die Kraft, die im Motor erzeugt wird, ja nicht mehr nur in eine Richtung weisen. Völlig neue Kreuzwickeltechnologien, kombiniert mit einem passenden Permanentmagnetfeld in Form eines Schachbrettmusters, erwiesen sich als erfolgreiche Lösungsbausteine. Die resultierende, in jede beliebige Flächenrichtung weisende Kraft bewegt einen Arbeitstisch, der über zwei senkrecht zueinander angebrachte Schienen geführt wird. Mittlerweile ist der Prototyp in Betrieb. Er bewegt zurzeit einen 0,3 mal 0,3 Meter großen Arbeitstisch und beschleunigt ihn und ein Bauteil von bis zu 80 Kilogramm beim Positionieren mit bis zu 2g, der zweifachen Erdbeschleunigung.

„Unser Antrieb“, so Friederichs, „hat mehrere Vorteile: Er ist kompakter in der Bauweise, ausgeglichener in der Leistungsverteilung auf die Einzelachsen, steifer in der Konstruktion und genauer bei der Positionierung.“ Die Vielfalt möglicher Anwendungen skizziert Professor Berend Denkena, Leiter des IFW: „Der neue Antrieb ist ideal einsetzbar in Sonder-, Dreh- und Fräsmaschinen oder in Bestückungsmaschinen, die Ware in x- und y-Richtung bewegen. Aber auch jenseits des Maschinenbaus sind viele neue Anwendungen denkbar – ob in der Medizintechnik, der Reha-Technik oder der Spiele-Industrie, denn der Motor lässt sich beispielsweise auch per Joystick steuern.“

Für den Transfer der erfolgreichen Grundlagenforschung in konkrete industrielle Anwendungen kooperiert das Team des IFW gern mit Industriepartnern. Interessierte Unternehmen können sich an Jan Friederichs wenden. Kontaktmöglichkeiten und weitere Informationen unter http://www.planardrive.de/

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Dipl.-Ing. Jan Friederichs vom Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen der Leibniz Universität Hannover unter Telefon +49 511 762 18067 oder per E-Mail unter friederichs@ifw.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Mechtild Freiin v. Münchhausen | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.planardrive.de/
www.ifw.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Schutz vor Markenpiraterie entwickelt
14.05.2013 | Fachhochschule Südwestfalen

nachricht Wägetechnik - Siemens-Wägetechnik mit neuen Produktvarianten
08.05.2013 | Siemens AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der Klimawandel macht nur Pause


Die Erderwärmung geht weiter, auch wenn die schlimmsten Prognosen weniger wahrscheinlich werden

Die Erderwärmung stellt Klimaforscher immer wieder vor Rätsel, aber eines steht so gut wie fest: In den nächsten Jahrzehnten wird sich die Durchschnittstemperatur auf der Erde weiter erhöhen, auch wenn sie in den Jahren von 2001 bis 2010 deutlich langsamer gestiegen ist als im Jahrzehnt zuvor.

Das belegt die neue ...

Im Focus: Der richtige Blick für Spiegelmoleküle


Eine neue Methode kann links- und rechtshändige Moleküle zuverlässig unterscheiden

Die Chemie des Lebens kennt rechtshändige und linkshändige Moleküle, die ganz unterschiedliche Wirkung haben können. Ein amerikanisch-deutsches Forscherteam hat jetzt eine neue Technik entwickelt, mit der sich diese beiden spiegelbildlichen Varianten eines Stoffs zuverlässig auseinanderhalten lassen.

Die Methode erkennt die sogenannten Enantiomere einer Verbindung im Prinzip sogar in Stoffgemischen. Die Technik ...

Im Focus: Im Niemandsland der Eiskristalle


Simulationen erlauben erstmals Einblicke in die Kristallisation winziger Wassertropfen

Wasser, das zu Eis gefriert, ist Physik im Alltag, aber auch Wissenschaftler lernen darüber immer wieder Neues. So lässt sich erst jetzt auch im Nanometer-Bereich untersuchen, wann dieser Kristallisationsprozess beginnt und wie schnell er bei verschiedenen Temperaturen und Wassertropfen unterschiedlicher Größe verläuft.

Denn Forscher des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung in Mainz ...

Im Focus: Vierfach-Solarzelle mit 43,6 Prozent Wirkungsgrad unter konzentriertem Licht


Neuartige Produktionstechnologie ermöglicht höhere Wirkungsgrade

In einem ambitionierten Industrieprojekt mit der französischen Firma SOITEC arbeitet das Fraunhofer ISE gegenwärtig an einer neuen Generation von Mehrfach-Solarzellen, die das Potenzial haben in Zukunft Wirkungsgrade bis zu 50 % unter konzentriertem Sonnenlicht zu erreichen.

Hierzu werden anstelle der bisher gängigen Dreifach-Solarzellen, die aus Halbleitermaterialien der Gruppen III und ...

Im Focus: Optimiert packen, planen, produzieren – und Ressourcen effizient nutzen


Fraunhofer SCAI zeigt aktuelle Software und Dienstleistungen auf der Messe »transport logistic« in München.

Zur Messe »transport logistic« in München präsentiert das Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI seine Software-Lösungen und Dienstleistungen auf dem Gebiet der Optimierung. Mit dabei ist die jüngste Version der Software PackAssistant, die weltweit von Unternehmen erfolgreich für die 3D-Verpackungsplanung eingesetzt wird.

PackAssistant berechnet die optimierte Befüllung von Behältern ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Alzheimer: Mit 3D-Chip der Krankheit auf der Spur

23.05.2013 | Medizintechnik

Damenwahl: Grazer ZoologInnen erforschen, was bei Grillen-Weibchen gut ankommt

23.05.2013 | Biowissenschaften Chemie

Detecting mirror molecules

23.05.2013 | Physik Astronomie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

12. Heilbronner Strategie & Controlling Forum: Strategien und Steuerung von Unternehmen

23.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten

Veranstaltungen in Leipzig stärken den Unternehmergeist

23.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierte Logistik senkt Kosten in der Windenergie

23.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp