Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Laserhalle eröffnet - schweißen für die Forschung

16.04.2010
Auf dem Gelände des GKSS-Forschungszentrums Geesthacht entstand dank einer Kooperation mit der Airbus Deutschland GmbH eine neue Halle mit einem semi-industriellen Laserportal.

Eine Investition in Höhe von rund einer Million Euro wurde seitens GKSS dafür eingesetzt. Offiziell eröffnen am 19. April 2010 Vertreter von GKSS und Airbus den Laser. Mit der neuen Anlage soll unter anderem das Laserstrahlschweißen neuer Leichtbau-Legierungen erforscht werden. Die Werkstoffforscher aus Geesthacht konnten die Anlage vom Airbus Betriebsgelände in Nordenham übernehmen.

In gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprojekten sollen mit der neuen Anlage Schweißtechnologien für innovative Leichtbaulegierungen optimiert werden. Als Pilotschweißanlage lässt sich in der jetzt erbauten Halle bis auf eine Länge von circa neun Metern schweißen. "Für unsere Forschung im Bereich der Festigkeit und Zuverlässigkeit von Laser geschweißten Leichtbaustrukturen bietet die Anlage ideale Vorraussetzungen", sagt dazu der GKSS-Institutsleiter des Bereichs "Werkstoffmechanik", Prof. Dr. Norbert Huber. Während in Nordenham das Laserstrahlschweißen von Längsversteifungsprofilen, so genannten Stringern, auf die Außenhautfelder der Aluminium-Rumpfstruktur von Flugzeugen untersucht wurde, wird in Geesthacht vor allem das Schweißen von Modellproben und Testkomponenten für Flugzeug-Rumpfschalen erforscht.

Wissen schafft Nutzen
Zu den Herausforderungen im modernen Flugzeug- und Fahrzeugbau zählt es, die Kosten und das Gewicht zu sparen. Um zum Beispiel den Rumpf eines Flugzeugs zu fertigen, wird als Ersatz für die herkömmliche Niettechnologie immer häufiger Laserstrahlschweißen eingesetzt. Dadurch wird insbesondere Gewicht und somit der Ausstoß von Kohlendioxid eingespart und die Produktionszeit verkürzt. Im Flugzeugbau müssen zudem strenge Sicherheitsregeln eingehalten werden. Computersimulationen und aufwändige Prüfungen auch der Schweißnähte sind Vorraussetzung. Die Werkstoffforscher in Geesthacht nutzen dafür unter anderem die bereits etablierten GKSS-Charakterisierungsmethoden mit Neutronen- und Synchrotronstrahlen.
GKSS-ACE Center
In Zukunft wird sich das GKSS-Forschungszentrum noch stärker auf die Entwicklung neuer Leichtbauwerkstoffe oder Materialsysteme ausrichten. Dafür ist der Aufbau eines zukunftweisenden GKSS "Lightweight Materials Assessment, Computing and Engineering Centre" (ACE) geplant. Die neue Laseranlage wird Teil dieser Ausbaumaßnahmen sein. Die besondere Stärke der Forschungsplattform ACE wird in der Kombination aus Verarbeitungs-, Charakterisierungs-, und Simulationsmethoden liegen. Hierzu gehören sowohl die Fügetechnologien als auch die Herstellung von zum Beispiel Multi-Materialsystemen und komplexer Leichtbau-Strukturen. Als weiterer Forschungsbereich sollen zum Beispiel Modelle entwickelt werden, die der Vorhersage des Versagensverhaltens unter betriebsnaher Belastung dienen.

Dr. Torsten Fischer | idw
Weitere Informationen:
http://www.gkss.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Flüssiger Wasserstoff im freien Fall
05.12.2016 | Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM)

nachricht IPH entwickelt Prüfstand für angetriebene Tragrollen
29.11.2016 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie