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Modernisierung bringt alte Großwerkmaschinen auf den Stand der Technik

02.02.2009
Ältere Großwerkzeugmaschinen zeichnen sich durch großzügig dimensionierte, stabile Gestellbaugruppen aus Guss aus. Allerdings genügen die Steuerungs- und Antriebstechnik nicht mehr den Anforderungen einer produktiven Fertigung. Durch die Modernisierung entsteht mit vertretbarem Aufwand eine moderne, leistungsfähige Maschine.

Außer mit der Fertigung von neuen Maschinen befasst sich Rottler mit der komplexen Modernisierung von gebrauchten Großwerkzeugmaschinen unterschiedlicher Fabrikate. Auch bei optimaler Wartung bedarf eine gute Werkzeugmaschine nach Jahren produktiven Einsatzes einer Überholung oder Modernisierung.

Ältere Maschinen entsprechen größtenteils nicht den Bedingungen für den Einsatz moderner Werkzeuge und Messmittel. Außerdem können neben der Leistungssteigerung die Rüst- und Nebenzeiten drastisch gesenkt werden. Durch die Kombination von Erfahrungen aus Neumaschinenbau, Überholungen unterschiedlicher Maschinentypen und umfangreichen Reparatur- und Wartungsverträgen kann eine optimale Modernisierung der Maschine gewährleistet werden, wie sich am Beispiel der Deutschen Edelstahlwerke, eines der größten Hersteller von Werkzeugstählen weltweit mit einer jährlichen Kapazität von etwa 1 Mio. t Versandmenge über die gesamte Produktpalette, zeigt.

Kapazitätssteigerung durch Modernisierung

Für den Bereich Bearbeitung und Service, in dem die Zerspanungskapazität des Unternehmens gebündelt ist, wurde in einem gemeinsam mit Rottler entwickelten Konzept eine gebraucht gekaufte Bearbeitungsmaschine modernisiert, um die Kapazität auszuweiten. Vom Kauf einer Neumaschine wurde aus Kostengründen Abstand genommen, da eine neue Maschine mit vergleichbarer Steifigkeit und Auslegung der Führungen weitaus teurer gewesen wäre. Des Weiteren erfolgte die Modernisierung einer zweiten, bereits vorhandenen Maschine auf dem neuesten Stand der Technik hinsichtlich der Zerspanungsgenauigkeit, Ergonomie sowie der Arbeitssicherheit.

Zunächst wurde die gebraucht gekaufte Bohle-Mastercenter T1/125 × 150, Baujahr 1987, überholt. Das Maschinenbett wurde umgebaut, der Maschinentisch überholt, die Einhausung angepasst, ein neuer Späneförderer und eine neue Kühlschmiermittleranlage integriert. Außerdem wurde die Elektrik komplett erneuert und eine neue Steuerung Siemens 840 D installiert.

Die zweite Maschine, ein Ingersoll-Bohle Master Center MCP-S1500-T1 3000, Baujahr 1992, wurde komplett mechanisch und elektrisch (Umrüstung auf Steuerung Sinumerik 840 D) überholt und durch die erfahrenen Spezialisten von Rottler wieder auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

Unter Einbeziehung des Kunden und seiner spezifischen Erfahrungen bei der Bearbeitung spezieller Werkstücke erfolgte eine Ausarbeitung von Vorgaben mit Zielsetzungen und Lösungsvorschlägen. Auf Basis einer umfangreichen Kostenanalyse der zu modernisierenden Maschine wurde eine Kosten-Nutzen-Rechnung erstellt.

Im Zuge der Modernisierung wurden folgende mechanische Maßnahmen durchgeführt:

-geometrische Überarbeitung aller Führungsbahnen für das Erzielen einer hohen Genauigkeit,

-Einbau von gehärteten Leisten bei Führungsbahnen mit hohem Verschleiß (dadurch wird die Nutzungsdauer wesentlich verlängert),

-Austausch der Wälzlager und Dichtungen bei allen Achsen,

-Überholung aller Spannsätze mit hydraulischer Entlastung und Austausch aller Tellerfedern am Frässchieber,

-Erneuerung aller Drehdurchführungen,

-Erneuerung aller Abstreifer sowie Überholung der Teleskopabdeckungen für einen verbesserten Führungsbahnschutz,

Ü-berholung aller Kugelgewindetriebe unter Beachtung der Steifigkeiten und Vorspannungen als wichtige Voraussetzung für die digitale Antriebstechnik,

-Montage von Hydraulikanlagen auf dem neuesten Stand der Technik inklusive Überwachungseinrichtungen, neuem Druckflüssigkeitsbehälter und neuer Wege-Sitzventile,

-Erneuerung der Schmierleitungen und der Teleskopabdeckungen,

-das Nachrichten des Maschinenbettes sowie Kontrolle und wo nötig Austausch der Fixatoren.

Auch elektrisch wurde die Maschine wieder auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Dabei wurden folgende Komponenten und Arbeiten ausgeführt:

-Erneuerung Schaltschrank und Bedienpult,

-Einsatz einer neuen, modernen Steuerung Siemens Sinumerik 840 D mit neuestem Softwarestand und maximaler Rechnerleistung,

-komplette neue Verkabelung der Maschine,

-Austausch aller Längenmesssysteme und Einsatz neuer Motore.

Der Schaltschrankbau, die komplette Installation, Auslegung der Motore und Antriebe sowie die notwendige Softwareentwicklung wurden durch die Spezialisten von Rottler durchgeführt. Mit dem Modernisierungs-Leistungspaket werden aus gebrauchten, konventionellen Werkzeugmaschinen moderne Bearbeitungsmaschinen mit aktuellen Leistungsparametern. Dadurch können auch leistungsfähigere Werkzeuge verwendet werden.

Bereits seit vielen Jahren ist Rottler für die Deutschen Edelstahlwerke tätig im Bereich Sondermaschinenbau, Retrofitting sowie bei Jahresinspektionen. Hoch geschätzt wird die ausführliche Beratung, die Vor-Ort-Betreuung sowie der kurze Draht zu Rottler. Auch in Zukunft sehen die Deutschen Edelstahlwerke weiteres Potenzial für eine Zusammenarbeit.

Michael Utsch ist Vertriebsleiter der Horst Rottler Maschinenbau GmbH in Mudersbach.

Michael Utsch | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/mmmaintainer/dienstleistungen/inspektionwartunginstandsetzung/articles/169159/

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