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Mit mobilem Prüfsystem Weichen einfacher warten

17.09.2013
Bahnbetreiber können die Antriebe ihrer Weichen nun deutlich schneller warten:

Die globale Siemens-Forschung Corporate Technology hat einen mobilen Prüfstand entwickelt, in dem die Weichenantriebe vor Ort überprüft und justiert werden können. Bislang werden die Antriebe zentral gewartet, was deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt. Das System ist in einem Standard-Seecontainer untergebracht.



Den ersten Test bestand es bei einem Bahnbetreiber in Hongkong; nun ist es in Taiwan im Einsatz. Die Siemens-Division Mobility&Logistics will damit ihr Service-Geschäft erweitern. Mittelfristig ist der weltweite Einsatz des Systems geplant.

Schienen, Signalanlagen und Weichen müssen regelmäßig gewartet werden, damit der Betrieb des Schienennetzes sicher ist. Zur Überprüfung und Nachjustierung von Weichenantrieben, von denen es in einem Großbahnhof durchschnittlich bis zu 100 Stück gibt, verwendeten Netzbetreiber bislang meistens hydraulische Prüfsysteme. Die brauchen aber viel Platz.

Daher mussten sie Weichenantriebe ausbauen und im Werk in Berlin überprüfen. Das neue Prüfsystem ist viel kleiner. Es basiert auf einem Siemens-Linearantrieb, der sich für mechanische und elektrische Prüfungen eignet. Die Prüflasten reichen dabei bis 15.000 Newton (das entspricht 1,5 Tonnen), wobei beliebige mechanische Lastkurven möglich sind. Weil das System modular aufgebaut ist, eignet es sich für nahezu alle Weichenantriebstypen.

In dem Container können rund 250 Weichenantriebe in sieben Monaten überprüft werden. Müssten sie in eine Fabrik transportiert werden, würde die Wartung insgesamt 36 Monate dauern. Bei der Konzeption und Umsetzung des Prüfsystems legten die Experten auch Wert auf einfache Bedienbarkeit. Denn bei der Wartung ist die Prüfung von Weichenantrieben nur eine Aufgabe von vielen, und die Einarbeitungszeit ist erfahrungsgemäß knapp bemessen.

Die Entwicklung ist auch ein Beispiel, wie Siemens-Know-how aus verschiedenen Einheiten genutzt wurde: Beteiligt waren unter anderem Experten von Drive Technologies, eine Abteilung für Sondermaschinenbau, Fachleute für Produktion, Spezialisten von Mobility Services und die Systemintegratoren von Corporate Technology. (IN 2013.09.4)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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