Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Maßgenaue Drahtumformung erfordert flexible Anlagentechnik

07.12.2009
Eine der wichtigsten Kundengruppen der deutschen Schraubenindustrie ist die Automobilindustrie. Bei der Herstellung von Schrauben ist eine hohe Produktivität bei gleichbleibender Maßgenauigkeit genauso wichtig wie Flexibilität und die Einhaltung der gängigen Qualitäts-Standards.

Nach Angaben des deutschen Schraubenverbandes gehen über 60% der Schraubenproduktion in die Fahrzeugindustrie. Dabei gelten für Schrauben und andere Verbindungselemente die im Automobilbau gängigen Qualitäts-Standards.

Schraubenhersteller mit hohen Anforderungen an Produktionstechnik

„Just-in-Time“-Lieferbedingungen, kleine Losgrößen und komplexer werdende Teilegeometrien erhöhen die Anforderungen an die Schraubenindustrie, welche überwiegend aus mittelständischen Betrieben besteht. Die Herstellung erfolgt heute zumeist durch Massivumformung von Draht. Ein Unternehmen, das in diesem Bereich tätig ist, ist Schuler.

Vor etwa zehn Jahren präsentierte das Unternehmen die Maschinenbaureihe Form-Master und trat dann zwischenzeitlich Produktion und Vertrieb der Anlagen an die Wafios AG ab. Mit der Rücknahme der Rechte am Form-Master sowie Überarbeitungen dieser Anlagentechnik erweitert Schuler jetzt sein Produktspektrum im Bereich der Horizontalumformung.

Sechs bis sieben Umformstufen zur Schraubenproduktion

Mit sechs bis sieben sich horizontal bewegenden Umformstufen, einem Draht-Einzugssystem und einem Transfersystem, das nach einem Schnittprozess einzelne Bauteile mithilfe von Zangen abwärts bewegt, werden Schrauben, andere komplexe technische Massenteile sowie Scharnier- und Beschlagteile hergestellt. Dabei ist die Produktion von Bauteilen mit hoher Qualität bei sehr großen Hubzahlen sichergestellt.

Bis zu 180 Bauteile pro Minute können mit dem Form-Master hergestellt werden. Aber auch die Fertigung von kleinen Losgrößen, zum Beispiel bei Teilen mit komplexen Formen für die Automobilindustrie, ist möglich.

Umformmaschine bietet leicht erreichbaren Werkzeugraum und einfache Umrüstung

Um eine flexible und gleichzeitig wirtschaftliche Produktion beim Anwender sicherzustellen, wurde bei der Konstruktion der Anlagen besonderer Wert auf kurze Rüstzeiten gelegt.

Erreicht wird dies mit verschiedenen Konstruktionsdetails – zunächst im Bereich der eigentlichen Umformung: Beim Durchlaufen von sechs bis sieben Umformstufen entstehen mit Presskräften von 100 bis 630 t aus dem Draht die gewünschten Bauteile. Alle Umformstufen sind übereinander angeordnet, wodurch der Werkzeugraum für den Bediener besonders leicht zugänglich ist.

Matrizenblick, Scherblock und Stempelblöcke schnell austauschbar

Matrizenblock, Scherblock und Stempelblöcke, die auf einer gemeinsamen Stempelplatte montiert sind, können mit einer Hilfsvorrichtung schnell ausgetauscht werden und die zu wechselnden Werkzeuge lassen sich bereits außerhalb der Presse voreinstellen.

Des Weiteren sorgt das NC-Transfersystem für eine hohe Produktivität und stellt mit seiner Bauweise gleichzeitig sicher, dass die Anlage nach einer Umrüstung auf veränderte Losgrößen schnell wieder verfügbar ist. Die Bauteile werden durch einzeln angesteuerte elektrische Servoantriebe und Zangen von einer Umformstufe zur nächsten bewegt.

Wenn die Produktion umgerüstet wird, so geschieht dies unkompliziert über eine Menüsteuerung. Für den Transfer müssen zum Beispiel keine Kurvenwellen eingestellt oder ausgetauscht werden, der Servoantrieb wird einfach umprogrammiert. Auch die für den Transport der Teile zuständigen Zangen lassen sich einfach wechseln. Sie befinden sich an einer herausnehmbaren Kassetteneinheit, die sich ebenfalls bereits außerhalb der Presse voreinstellen lässt.

Breites Anlagenspektrum verfügbar

Mit den stetig steigenden Ansprüchen – zum Beispiel an die Produktivität und Qualität der Bauteile im Automobilbereich – wird die Technologie für viele Unternehmen noch interessanter werden. Zudem können die Anlagen sehr genau an die jeweilige Anforderung angepasst werden.

Je nach Form-Master-Modell variiert dabei die Anzahl der Pressstufen, der maximale Drahtdurchmesser, die Presskraft, der Stößelhub, Stempel- und Matrizendurchmesser oder die Produktionsleistung pro Minute. Dass Kunden sowohl auf die Beratungskompetenz als auch den weltweiten Schuler-Service vor Ort vertrauen können, gilt dabei auch für bereits im Einsatz befindliche Anlagen, die von Wafios aufgestellt wurden.

Joachim Roske ist Leiter des Produktbereichs Massivumformung bei der Schuler AG in 73033 Göppingen.

Joachim Roske | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/umformtechnik/articles/242767/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Flexiblere Turbomaschinen entwickeln
23.05.2017 | FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur GmbH

nachricht WHZ erhält hochmodernen Prüfkomplex für Schraubenverbindungen
23.05.2017 | Westsächsische Hochschule Zwickau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie

Heiße Materialien: Fachartikel zum pyroelektrischen Koeffizienten

23.05.2017 | Physik Astronomie