Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leichtbau als Zukunftstechnologie - Umformen und Spritzgiessen in einem Werkzeug

28.09.2010
Als Messeneuheit stellt die Georg Kaufmann Formenbau AG, Busslingen/Schweiz, ein kombiniertes Umform- und Spritzgiesswerkzeug vor. Dieses sogenannte Werkzeug für Organobleche wird während der K 2010 (27. Oktober bis 3. November 2010 in Düsseldorf) bei der KraussMaffei Technologies GmbH auf Stand C24 in Halle 15 im vollautomatischen Betrieb auf einer CX 300-1400 IMC zu sehen sein; es dient zum Herstellen eines Strukturbauteils in Leichtbau-Ausführung.

Dieses dynamisch belastete Bauteil für einen Pkw besteht aus Organoblech – das ist ein mit Glasgewebe verstärktes Kunststoffhalbzeug –, das mit Versteifungsrippen versehen ist. Im Werkzeug für Organobleche wird zunächst das Organoblech umgeformt, anschliessend werden die Rippen aufgespritzt.

Die neuartige Kombination von Spritzgiessen und Umformen erfordert eine Fertigungsanlage, bei der die einzelnen Prozessschritte exakt aufeinander abgestimmt sind. Dabei kommt dem Werkzeug für Organobleche bezüglich Produktqualität und Prozesssicherheit eine Schlüsselrolle zu. Für den ersten Schritt, das Umformen des Organoblechs, muss zunächst der vorgeheizte und deswegen weiche, instabile Zuschnitt exakt und reproduzierbar im Werkzeug positioniert werden. Der Schliessvorgang beginnt mit dem Vorlauf eines Matrizeneinsatzes, der das Organoblech auf den Stempel drückt und dort fixiert. Anschliessend beginnt das Umformen. Dabei wird der Zuschnitt über den Stempel gezogen und der Randbereich mit dreidimensional an die Bauteilkontur angepassten Klemmleisten gehalten. Diese Leisten müssen äusserst exakt eingestellt sein, damit das heisse Organoblech störungs- und beschädigungsfrei nachfliessen kann.

Wenn dieser Umformvorgang beendet ist, ist das Werkzeuggeschlossen. Dann werden über drei Düsen die Verstärkungsrippen aus einem glasfaserverstärkten Kunststoff aufgespritzt. Dabei verbindet sich die heisse Schmelze durch und durch mit dem Organoblech. Die Fliesswege stellen zusätzlich sicher, dass auch die Bereiche des Strukturbauteils vollständig ausgeformt sind, die beim Umformen nicht gefüllt werden können.

An diesem zukunftsweisenden, auf der K-Messe präsentierten, Technologie übergreifenden Projekt waren insgesamt sechs Unternehmen beteiligt. Trotzdem ist die Realisierung in der sehr kurzen Zeit von nur sechs Monaten gelungen. Beispielsweise konnte Kaufmann bereits innerhalb von drei Monaten nach Erhalt der ersten Bauteildaten eine erste Bemusterung im eigenen Technikum durchführen.

Dieses Werkzeug für Organobleche ist mit mehr als einem Dutzend Sensoren zur Messung von Druck und Temperatur bestückt. Sie dienen dazu, den Ablauf der Prozessschritte Umformen und Nachfliessen des Organoblechs, Einspritzen der Kunststoffschmelze und vollständiges Ausformen des Strukturbauteils zu überwachen und für künftige Anwendungen besser zu verstehen. Auch weitere Werkzeuge für Organobleche werden mit – allerdings erheblich weniger – Sensoren ausgestattet sein. Gerade bei sicherheitsrelevanten Bauteilen sind sie zur Prozessüberwachung und Qualitätsdokumentation unabdingbar.

Innovation aus Partnerschaft
Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, dass auch ein Projekt mit vielen Partnern rasch und erfolgreich in eine serienreife Lösung umgesetzt werden kann. Neben der KraussMaffei Technologies GmbH und Kaufmann beteiligen sich die Unternehmen Jacob Composite GmbH, Audi AG, Lanxess Deutschland GmbH und Bond-Laminates GmbH an dem Technologie übergreifenden Projekt.

Zur Optimierung der Abläufe im Werkzeug haben die Firmen gwk Gesellschaft Wärme Kältetechnik mbH, Incoe Europe und Kistler Instrumente AG ihr Know-how zur Temperierung, Heisskanaltechnik und Messtechnik einfliessen lassen.

Weitere Auskünfte:
Roger Kaufmann, Georg Kaufmann Formenbau AG
Rugghölzli 3, CH-5453 Busslingen/Schweiz
Tel.: +41 (0) 56/485 65 60, Fax: +41 (0) 56/496 54 00
E-Mail: r.kaufmann@gktool.ch

Redaktioneller Kontakt und Belegexemplare:
Dr. Diether Burkhardt, KONSENS Public Relations GmbH & Co. KG,
Hans-Kudlich-Straße 25, D-64823 Groß-Umstadt
Tel.: +49 (0) 60 78/93 63-0, Fax: +49 (0) 60 78/93 63-20
E-Mail: mail@konsens.de

Ursula Herrmann | Konsens Public Relations
Weitere Informationen:
http://www.gktool.ch
http://www.konsens.de/kaufmann.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Flexible Fertigung von Elektromotoren für Fahrzeuge
06.09.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Gewicht von Robomotion-Greifer um 60 Prozent reduziert
31.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik