Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Laser in der Rohr- und Profilbearbeitung – filigran und sehr stabil

02.12.2008
Ein großes Segment in der Metallbearbeitung sind Rohre und Profile. Ob sie stützen, umrahmen, tragen oder als Leitung dienen: Rohre und Profile passen sich den Anforderungen an. Im Automobilbau sind sie zum Beispiel als Trägerelemente für die Karosserie zu finden. Auch in vielen anderen Bereichen sind sie Rohrkonstruktionen eine interessante Alternative zu Blech- oder Gusskonstruktionen.

Rohre eignen sich für viele konstruktive Herausforderungen, sind dabei filigran und trotzdem stabil und mit diesen Eigenschaften prädestiniert für den Leichtbau. Mit ihrer Form- und Materialvielfalt sind sie hinsichtlich Funktion und Beanspruchung immer eine günstige Lösung.

Lasermaschinen für die Rohr- und Profilbearbeitung gefragt

Der wohl wichtigste Trend in der Rohr- und Profilbearbeitung in den vergangenen Jahren ist der Einsatz der Lasertechnik: Laserschweißen zur Herstellung von Rohren und Profilen und Laserschneiden zum Trennen oder für die Konturbearbeitung.

Zur flexiblen Bearbeitung bietet sich der Laserstrahl an. Dieses kohärente, monochromatische Licht schneidet beinahe jede Kontur, mag sie auch noch so komplex sein. Seine Stärke im Vergleich zu zerspanenden Verfahren liegt in der nahezu verzugsfreien Bearbeitung unterschiedlichster Materialarten und Wandstärken.

Denn der Laser schneidet, ohne das Material zu berühren. Die Konturen sind glatt und die Teile meist ohne Nachbearbeitung montagefertig. Aufwändige Folgearbeiten wie Entgraten oder Reinigen erübrigen sich in vielen Fällen.

Laserbearbeitung von Rohren vereinfacht nachfolgende Fertigungsschritte

Rohrkonstruktionen, die durch den Laser erst möglich werden, vereinfachen und reduzieren nachfolgende Fertigungsschritte. Der Aufwand für das Schweißen nimmt beispielsweise durch Knick- und Steckverbindungen deutlich ab. Positionierhilfen mit Zapfen und Durchbrüchen erleichtern die Bauteilmontage, Kodierhilfen verhindern Montagefehler. In einem einzigen Arbeitsgang werden Löcher und komplexe Konturen geschnitten und das Ablängen durchgeführt.

Im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren wie Sägen, Anreißen, Bohren, Fräsen sinken die Herstellkosten deutlich – bei höherer Flexibilität. Das Rohrlaserschneiden kann Fertigungsverfahren, wie etwa das Fräsen, in manchen Fällen ganz ersetzen. Teure Werkzeuge, wie bei der Bearbeitung durch Werkzeugmaschinen, werden unnötig, da der Laserstrahl als Werkzeug universell und für jeden Werkstoff einsetzbar ist.

Lasermaschinen erlauben Verwendung hochfester Werkstoffe

Die Bearbeitung auf einem Laserschneidzentrum ermöglicht es, hochfeste Werkstoffe bei kleinen Wandstärken zu verwenden. Das geht zu Gunsten einer deutlichen Gewichtsreduzierung, was wiederum Kosten minimiert.

Mögliche Einsparungen beginnen aber eigentlich schon in der Konstruktion, denn durch die hohe Genauigkeit der Laserschnitte eröffnen sich völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten, die sich gerade bei der Montage geschwindigkeitsfördernd auswirken. Und nicht nur das: Durch eine geschickte Bauteilgestaltung können zudem Baugruppen mit deutlich reduziertem Anteil an Einzelteilen konstruiert werden.

Beim Laserschneiden werden universell einsetzbare Maschinen gefordert. Einerseits wird ein hoher Automatisierungsgrad für große Stückzahlen gefordert, andererseits sollen die besonderen Gegebenheiten in der Lohnfertigung mit kleinen Stückzahlen abgedeckt werden, und beide Anwendungen müssen wirtschaftlich sein. Deshalb bieten viele Hersteller ihre Anlagen mit zusätzlichen Automatisierungskomponenten an.

Vielfältige Laser-Anwendungen in der Rohr- und Profilbearbeitung

Die Anwendungsgebiete der Rohr- und Profilbearbeitung mit dem Laser sind vielseitig. Gerade wenn es um Innovationen und Kreativität geht, ist das Verfahren auf dem Vormarsch. Zweiräder, Stahlmöbel, Fitness-, Freizeit- oder medizinische Geräte sind nur einige Beispiele, die sich durch komplexe, optisch ansprechende Geometrien und zugleich hochfeste Werkstoffe auszeichnen.

Auch bei den Konstrukteuren setzt sich das Wissen um die oft vorteilhafte Bearbeitung mit dem Laser immer mehr durch. Sie nutzen zunehmend die Möglichkeiten der Laser-Rohrbearbeitung bei ihren Entwicklungen. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass der Bedarf an lasergeschnittenen Rohren auch in Zukunft weiter zunehmen wird.

Ralf Paarmann | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/trenntechnik/articles/156124/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Modulares Fertigungssystem für Kettenräder
15.03.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

nachricht Nimm zwei: Metallische Oberflächen effizient mit dem Laser strukturieren
15.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise