Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lange Teile flexibel reinigen

05.02.2010
Hohe Anlagenflexibilität liefert in der Teilereinigung nicht nur die Steuerung, über die sich Prozessfolgen und -zeiten frei programmieren und überwachen lassen. Mindestens genauso wichtig ist das konstruktive Konzept, wie Anlagenbauer Rosink anhand der Anlage RCBC beweist, die bei längeren Teilen bezüglich der Geometrie viel Freiraum lässt.

Mit der Länge der Bauteile steigt der Schwierigkeitsgrad der maschinellen Reinigung. So begrenzt die Arbeitskammer konventioneller Toplader die Bauteillänge. Dagegen besteht bei Durchlaufanlagen die Gefahr, dass Teile ab einer bestimmten Länge über die Abmessungsgrenzen der einzelnen Reinigungsstufen oder sogar der Anlage hinausragen. Hohe Verschleppungsraten der Wasch- und Spülbäder wären die Folge. In diese Lücke stößt nun der Anlagenhersteller Rosink, Nordhorn: Zur Reinigung von Teilen mit größeren Längen hat er die Anlage RCBC (Rosink Cross Beam Cleaner) entwickelt.

Gehäusebleche können beidseitig gereinigt werden

Kennzeichnend für diese Anlage ist ein Düsenstock, der bei der Reinigung in Längsrichtung der Teile verfährt. Dieses Reinigungsprinzip ermöglicht unterschiedliche Anlagengrößen. So bedingten die Abmessungen von Kurbelwellen für Schiffsmotoren eine Anlagengröße von 4600 mm × 1800 mm × 1480 mm. Die Reinigung von Kurbelwellen gab den Anstoß für die Anlagenentwicklung, zusammen mit Impulsen von weiteren Herstellern größerer Bauteile, sodass sich heute mit dieser Anlagengröße ein breites Spektrum an Teilen abdecken lässt – einschließlich größerer flächiger Teile, zum Beispiel Gehäusebleche.

Sie können beidseitig gereinigt werden. Dazu befinden sich schräg gestellte Flachstrahldüsen an der offenen Seite des bügelförmigen Düsenstocks unter dem Gitter. Düseneinstellungen und Düsenstockform lassen sich der Reinigungsaufgabe und der Teilegeometrie anpassen.

Zur Anwendung kommt eine zweistufige Spritzreinigung: ein Wasch- und Spülprozess auf wässriger Basis mit Kreislaufführung der Waschflüssigkeit inklusive Aufbereitung, die bei der Reinigung von Kurbelwellen aus einem Ölskimmer als Leichtstoffabscheider und einem Rücklauf über Filterkörbe besteht, jedoch aufgerüstet werden kann, zum Beispiel mit einem Plattenphasentrenner, einem Vollstromfilter oder einer Mikrofiltration. Um Verschleppungen zu minimieren, wird das Auflagegitter schräg gestellt.

So kann die Waschflüssigkeit abfließen, die bei der Kurbelwellenreinigung aus 96% Wasser und 4% waschaktiven Substanzen besteht. Zum Spülen eignet sich vollentsalztes Wasser oder weiches Regenwasser. Plattenwärmeaustauscher an den Tanks halten die Wasch- und Spülflüssigkeit auf Arbeitstemperatur. Ein Zeitrelais startet automatisch das Aufheizen vor Arbeitsbeginn.

Heißlufttrocknung bläst die letzten Verschleppungsreste von den Teilen

Nach dem Spülen fährt der Düsenstock in die Ausgangsposition zurück und die Heißlufttrocknung beginnt. Spätestens dann, wenn die beiden in die Reinigungskammer ragenden Rohre wie ein großer Fön arbeiten, werden laut Anlagenhersteller Rosink die letzten Verschleppungsreste von den Teilen geblasen. Gleichzeitig findet die Trocknung statt. Die warme Luft entweicht am gegenüberliegenden Kammerende durch eine separate Öffnung aus der Anlage und gelangt durch ein Abluftrohr ins Freie.

Bei Badwechsel erleichtern schräge Böden und Schieber an der tiefsten Stelle das Absaugen der Wasch- und Spülflüssigkeit aus den Tanks. Damit die Teile beim Waschen, Spülen und Trocknen in Position bleiben, können sie auf dem Gitter befestigt werden. Bei Großteilen mit ausreichend Gewicht ist das jedoch nicht erforderlich. Auch bei Kleinteilen benötigt man keine besondere Fixierung. Sie können in Körben gereinigt werden.

Elektrischer Antrieb öffnet Deckel der Reinigungskammer

Bis zu 1000 kg kann das Beladungsgewicht bei der Reinigungsanlage für die Kurbelwellen betragen. Beim Waschen und Spülen wird der vierkantförmige Düsenstock mehrmals hin und her gefahren. Ein frequenzgeregelter Antrieb ermöglicht die Umsetzung eines frei programmierten Geschwindigkeitsprofils. Somit kann die Fahrgeschwindigkeit der Reinigungsaufgabe entlang des Verfahrwegs angepasst werden, der sich in fünf Stufen verkürzen oder verlängern lässt.

Behälter, Gehäuse und vierkantiger Düsenstock sind aus dem Edelstahl 1.4301 rostfrei hergestellt. Der Deckel der Reinigungskammer wird von einem elektrischen Antrieb automatisch geöffnet oder verschlossen.

Josef Kraus | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/oberflaechentechnik/articles/248977/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Luftturbulenzen durch Flugzeuge bald beherrschbar
08.12.2017 | Universität Rostock

nachricht Ein MRT für Forscher im Maschinenbau
23.11.2017 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften