Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lager in der Kette - Fördertechnik mit SAP steuern

25.11.2011
Die Standardsoftware SAP Extended Warehouse Management (EWM) macht aus dem herkömmlichen Lager ein modernes Logistik-Dienstleistungszentrum. Erstmals ist damit auch die gesamte Fördertechnik eines Lagers direkt aus einem SAP-System heraus steuerbar.

In vielen Unternehmen sind Lager ein zentraler Bestandteil der Lieferkette – sowohl innerbetrieblich als auch im Verbund mit Kunden und Lieferanten. Die Folge: Leistungen, die von modernen Lagern erbracht werden müssen, sind oft um die Einbindung externer Prozesse zu erweitern – etwa Transport-Cross-Docking, Verpackungsdienstleistungen oder die Beförderung durch externe Spediteure.

Dabei kommt es auf eine exakte Abstimmung aller Logistikprozesse an. Mit SAP EWM existiert eine Lagerverwaltungslösung, die diese Anforderungen abdeckt. Ursprünglich als eine Komponente von SAP SCM (Supply Chain Management) zur Verwaltung von Ersatzteilen entwickelt, ist die Standardsoftware eine moderne Lösung der Lagerprobleme. Neben den klassischen Funktionalitäten, die zur individuellen Strukturierung und Steuerung von Lagern benötigt werden, stehen damit Instrumente zur Verfügung, mit denen Lager strategisch in der Lieferkette platziert werden können, um so besser und flexibel für zukünftige Anforderungen gerüstet zu sein.

Mehr Transparenz
Die Materialflussrechnersteuerung und das Ressourcenmanagement können damit ebenso realisiert werden wie die Steuerung unterschiedlichster Kommissioniersysteme (Pick-by-Voice) oder die Unterstützung der Tätigkeiten durch mobile Datenerfassungsgeräte. Erstmals ist damit auch die gesamte Fördertechnik eines Lagers direkt aus einem SAP-System steuerbar. Für eine Implementierung der Software gibt es drei mögliche Szenarien: als integriertes Add-on zum zentralen ERP-System (ECC 6.0), als Teil des dezentralen SCM-Moduls mit direkter Anbindung an das ERP-System oder als dezentrale Stand-Alone-Lösung. Vorteile einer dezentralen EWM-Lösung sind neben der Unabhängigkeit vom zentralen ERP-System auch die bessere Skalierbarkeit, die mögliche Anbindung an mehrere ERP-Systeme, die bessere Performance und die Vereinfachung des Outsourcings. Allerdings wird dadurch auch die IT-Landschaft deutlich komplexer, und die Anwender müssen in zwei unterschiedlichen Systemen arbeiten. Ein zentrales Lagerverwaltungssystem benötigt dagegen weniger Systemschnittstellen und verursacht geringere administrative sowie Hardware-Kosten.
Einheitliche IT
Das Vorhandensein eines ERP-Systems ist eine Voraussetzung für den Einsatz der branchenneutralen EWM-Lösung, die inzwischen von Automobilherstellern ebenso genutzt wird wie in der Chemieindustrie oder im Lebensmitteleinzelhandel. Das ERP-System muss dabei nicht zwangsläufig von SAP stammen. Aber SAP ECC mindestens mit dem Release-Stand 6.0 vereinfacht die Einführung und gewährleistet den vollen Funktionsumfang. Mobile RF-Geräte lassen sich so zum Beispiel über den integrierten ITSmobile-Dienst ohne zusätzliche Middleware an das System anbinden.

EWM ist vollständig in die Bestandsführung und Lieferabwicklung integriert. Geschäftsvorgänge, die in anderen Komponenten des ERP-Systems angestoßen werden, führen zu physischen Warenbewegungen im Lager. Diese lassen sich mit Hilfe der Software organisieren, steuern und überwachen. Der Datenabgleich mit dem ERP-System erfolgt in regelmäßigen Abständen automatisch, so dass selbst bei Nichtverfügbarkeit des ERP-Systems die Lagerverwaltung weiterarbeiten kann. Die Systemlandschaft wird mit der Einführung von EWM vereinheitlicht, hoch integriert und befindet sich auf einer von den übrigen SAP-Systemen unabhängigen Plattform.

Die Kosten für Betrieb und Support der ansonsten erforderlichen zusätzlichen Nicht-SAP-Systeme könnten so eingespart werden. Mit EWM wird der gesamte Lagerkomplex detailliert bis auf Lagerplatzebene abgebildet. So kann stets festgestellt werden, wo sich ein bestimmtes Produkt im Lagerkomplex oder auch auf den eingesetzten Ressourcen aktuell befindet. Die Software optimiert die Nutzung sämtlicher Lagerplätze und -bewegungen und lagert auch die Bestände mehrerer Werke in chaotisch geführten Lagern zusammen. Durch das verbesserte Lagercontrolling entstehen weniger Fehler beim Kommissionieren, die Inventurkosten verringern sich, und letztendlich erhöht sich auch die Zufriedenheit beim Endkunden, wenn er pünktlich und korrekt beliefert wird.

Schnelle Implementierung
Eine Kosten-Nutzen-Analyse und die exakte RoI-Berechnung können nur im Einzelfall erfolgen. Den Ausgaben für Lizenzen, neue Hardware, Userschulungen und die Einführung der Lösung stehen Effizienzsteigerungen, höhere Transparenz und Einsparungen durch die Ablösung von Altsystemen sowie eine Verringerung der Wartungskosten durch einen einheitlichen Softwarestand gegenüber. Dadurch, dass mit der technisch recht einfach möglichen Anbindung von Automaten an das Lagerwirtschaftssystem diese ihren „Black-Box-Charakter“ verlieren und die Transparenz steigt, lassen sich diese Prozesse einfacher überwachen und kontrollieren.

Die Zahl der fehleranfälligen Schnittstellen verringert sich, und eventuell sind auch weniger externe Dienstleister nötig. Im Schnitt lassen sich rund ein Drittel der bisherigen Lagerkosten einsparen. Mit Sicherheit wird die Abwicklung schneller, und es findet eine spürbare Prozessbeschleunigung statt. Ein EWM-Projekt, so die praktische Erfahrung, kann je nach Komplexität und Rahmenbedingungen mehr als ein Jahr dauern. Um diese Laufzeiten zu verkürzen und die Kosten bei der Einführung zu reduzieren, hat BASF IT Services einen Template-Ansatz und einen funktionsfähigen Prototypen entwickelt. Darin werden aktuell zehn typische Lagerprozesse abgebildet, die rund 90 Prozent aller Anforderungen abdecken, etwa Einlagerungs-, lagerinterne und Auslagerungsprozesse. Aber auch die besonderen Spezifika von Block- und Palettenlagern wie die mobile Datenerfassung und die Einbindung von der Fördertechnik werden in dem Template berücksichtigt. Der Anpassungsaufwand im späteren Projekt wird durch diese Vorarbeit überschaubar und lässt sich zudem durch einen detaillierten Customizing-Leitfaden unterstützen. Der Effekt: Mit dem vordefinierten Template verkürzt sich der Zeitaufwand in einem Projekt um 30 bis 50 Prozent. Armin Reiss, BASF/pb

| handling
Weitere Informationen:
http://www.handling.de/Lager-und-Logistik/SAP-EWM-Template/Lager-in-der-Kette.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Strömungssonden aus dem 3D-Drucker
25.05.2018 | Technische Universität München

nachricht Nutzfahrzeuge: Neuer Professor entwickelt effizientere und leichtere Bauteile mit 3D-Metall-Drucker
03.05.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics