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Durch Reparatur und somit Weiterverwendung hochwertiger Bauteile verlängert sich die Lebensdauer kostenintensiver Verkehrsmittel, Energieerzeugungs- und Produktionsanlagen erheblich. In Berlin haben sich jetzt Wissenschaftler und Unternehmer zusammengeschlossen, um ressourcenschonende und energieeffiziente Prozesse und Technologien für die Instandhaltung hochwertiger Maschinen und Anlagen zu erarbeiten.
Korrosion von Werkstoffen, Verschleiß oder Vandalismus – es gibt viele Ursachen für unvorhergesehene Reparaturen. Lohnt sich die Reparatur oder ist eine Neuanschaffung günstiger? Eine in der aktuellen Wirtschaftskrise besonders brisante Frage, denn der Rückgang von Neuinvestitionen bedeutet, dass bestehende Verkehrsmittel oder Kraftwerke länger laufen müssen. Dabei darf die Sicherheit und Zuverlässigkeit nicht beeinträchtigt werden.
»Wartung und Instandhaltung haben vor allem bei Produkten, Maschinen und Anlagen mit hohen Investitionskosten eine Schlüsselfunktion. Es wird dabei nicht nur die Funktionsfähigkeit des Kraftwerks geprüft und gegebenenfalls wieder hergestellt – Bauteile können bei der Wartung auch auf den neuesten technischen Stand gebracht werden,« erklärt Prof. Eckart Uhlmann, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK. Da diese Prozesse und Technologien bisher nur sehr wenig wissenschaftlich bearbeitet wurden, haben das IPK und das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM mit fünf weiteren Forschungseinrichtungen und 14 Wirtschaftsunternehmen den Fraunhofer-Innovationscluster »Maintenance, Repair and Overhaul (MRO) in Energie und Verkehr« gegründet. Der finanzielle Umfang des Clusters von 14 Mio Euro wird über einen Zeitraum von drei Jahren etwa zu je einem Drittel von der Fraunhofer-Gesellschaft, den Ländern Berlin und Brandenburg und den beteiligten Unternehmen bereitgestellt. Ziel dieser Initiative ist es, ressourcenschonende und energieeffiziente Prozesse und Technologien zu erarbeiten und nachhaltig in der Hauptstadtregion Berlin/Brandenburg zu etablieren.
Professor Ulrich Buller, Forschungsvorstand der Fraunhofer-Gesellschaft erklärt: »Die Zusammenarbeit ist ein Gewinn für alle Beteiligten«. Fraunhofer als größter europäischer Anbieter von Dienstleistungen in Forschung und Entwicklung unterstützt diese Vernetzung und hat 15 Innovationscluster in Deutschland gegründet.« Ausgangspunkt für die Förderung der regionalen Zusammenarbeit ist der »Pakt für Forschung und Innovation«, den Bund und Länder gemeinsam mit den großen Forschungsorganisationen geschlossen haben. »Von diesen Kooperationen sollen Impulse ausgehen, um die Wirtschaft im internationalen Wettbewerb zu stärken«, ergänzt Buller.
Die Einsparpotenziale durch Reparatur und Instandhaltung sind enorm: So gehen in der deutschen Volkswirtschaft rund 70 Milliarden Euro pro Jahr allein durch Korrosion verloren. Beim Vandalismus rechnet die Deutsche Bahn mit jährlichen Schäden in Höhe von 50 Millionen Euro. Die einzige Möglichkeit, teure Technik über lange Zeit betriebsbereit zu halten, ist die regelmäßige Wartung und Reparatur. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt für die teure Wartung? Beim privaten PKW scheint die Rechnung einfach: Nach einer gewissen Kilometerleistung oder einem festgelegten Zeitraum wird der Besuch in der Werkstatt fällig – allerdings unabhängig davon, wie das Auto tatsächlich beansprucht wurde. Bei Hightech-Anlagen sind die Prozesse erheblich komplexer. Hier besteht noch enormer Forschungsbedarf. Die Experten bearbeiten deshalb im neuen Fraunhofer-Innovationscluster die Bereiche Zustandserfassung und -diagnose,Planung und digitale Unterstützung, Reinigung und Reparaturtechnologien.
Steffen Pospischil | Quelle: Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen: www.ipk.fraunhofer.de
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