Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Längeres Leben für Flugzeuge, Kraftwerke und Maschinen

31.03.2009
Damit Flugzeuge, Autos, Produktionsanlagen und Kraftwerke lange und zuverlässig funktionieren, müssen sie regelmäßig gewartet werden.

Durch Reparatur und somit Weiterverwendung hochwertiger Bauteile verlängert sich die Lebensdauer kostenintensiver Verkehrsmittel, Energieerzeugungs- und Produktionsanlagen erheblich. In Berlin haben sich jetzt Wissenschaftler und Unternehmer zusammengeschlossen, um ressourcenschonende und energieeffiziente Prozesse und Technologien für die Instandhaltung hochwertiger Maschinen und Anlagen zu erarbeiten.

Korrosion von Werkstoffen, Verschleiß oder Vandalismus – es gibt viele Ursachen für unvorhergesehene Reparaturen. Lohnt sich die Reparatur oder ist eine Neuanschaffung günstiger? Eine in der aktuellen Wirtschaftskrise besonders brisante Frage, denn der Rückgang von Neuinvestitionen bedeutet, dass bestehende Verkehrsmittel oder Kraftwerke länger laufen müssen. Dabei darf die Sicherheit und Zuverlässigkeit nicht beeinträchtigt werden.

»Wartung und Instandhaltung haben vor allem bei Produkten, Maschinen und Anlagen mit hohen Investitionskosten eine Schlüsselfunktion. Es wird dabei nicht nur die Funktionsfähigkeit des Kraftwerks geprüft und gegebenenfalls wieder hergestellt – Bauteile können bei der Wartung auch auf den neuesten technischen Stand gebracht werden,« erklärt Prof. Eckart Uhlmann, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK. Da diese Prozesse und Technologien bisher nur sehr wenig wissenschaftlich bearbeitet wurden, haben das IPK und das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM mit fünf weiteren Forschungseinrichtungen und 14 Wirtschaftsunternehmen den Fraunhofer-Innovationscluster »Maintenance, Repair and Overhaul (MRO) in Energie und Verkehr« gegründet. Der finanzielle Umfang des Clusters von 14 Mio Euro wird über einen Zeitraum von drei Jahren etwa zu je einem Drittel von der Fraunhofer-Gesellschaft, den Ländern Berlin und Brandenburg und den beteiligten Unternehmen bereitgestellt. Ziel dieser Initiative ist es, ressourcenschonende und energieeffiziente Prozesse und Technologien zu erarbeiten und nachhaltig in der Hauptstadtregion Berlin/Brandenburg zu etablieren.

Professor Ulrich Buller, Forschungsvorstand der Fraunhofer-Gesellschaft erklärt: »Die Zusammenarbeit ist ein Gewinn für alle Beteiligten«. Fraunhofer als größter europäischer Anbieter von Dienstleistungen in Forschung und Entwicklung unterstützt diese Vernetzung und hat 15 Innovationscluster in Deutschland gegründet.« Ausgangspunkt für die Förderung der regionalen Zusammenarbeit ist der »Pakt für Forschung und Innovation«, den Bund und Länder gemeinsam mit den großen Forschungsorganisationen geschlossen haben. »Von diesen Kooperationen sollen Impulse ausgehen, um die Wirtschaft im internationalen Wettbewerb zu stärken«, ergänzt Buller.

Die Einsparpotenziale durch Reparatur und Instandhaltung sind enorm: So gehen in der deutschen Volkswirtschaft rund 70 Milliarden Euro pro Jahr allein durch Korrosion verloren. Beim Vandalismus rechnet die Deutsche Bahn mit jährlichen Schäden in Höhe von 50 Millionen Euro. Die einzige Möglichkeit, teure Technik über lange Zeit betriebsbereit zu halten, ist die regelmäßige Wartung und Reparatur. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt für die teure Wartung? Beim privaten PKW scheint die Rechnung einfach: Nach einer gewissen Kilometerleistung oder einem festgelegten Zeitraum wird der Besuch in der Werkstatt fällig – allerdings unabhängig davon, wie das Auto tatsächlich beansprucht wurde. Bei Hightech-Anlagen sind die Prozesse erheblich komplexer. Hier besteht noch enormer Forschungsbedarf. Die Experten bearbeiten deshalb im neuen Fraunhofer-Innovationscluster die Bereiche Zustandserfassung und -diagnose,Planung und digitale Unterstützung, Reinigung und Reparaturtechnologien.

Steffen Pospischil | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ipk.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht CI-Maschine von EMAG ECM: Hocheffektive Lösung für das Entgraten von komplexen Bauteilen
12.04.2018 | EMAG GmbH & Co. KG

nachricht Kaltmassivumformung: auch komplexe Bauteilherstellung virtuell und kostengünstig designen
29.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics