Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Anlagenplanung

26.11.2012
IPH und GFaI setzen auf Einsatz von Data Mining-Algorithmen
Das IPH baut seine Kompetenz im Bereich Automatisierung weiter aus: Gemeinsam mit Informatikern der GFaI möchten die Ingenieure in den nächsten zwei Jahren die Anlagenplanung automatisieren. In Zusammenarbeit mit Anlagenplanern entwickeln sie eine Software, die die Planung beschleunigen und zuverlässiger machen soll.

Nach vielen anderen Bereichen hält die künstliche Intelligenz nun auch Einzug in die Anlagenplanung. Schon bald sollen verkettete Produktionssysteme mit Hilfe von Data Mining-Verfahren automatisiert geplant werden. Das zumindest ist die Vision des Instituts für Integrierte Produktion Hannover (IPH) und der Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik (GFaI).

Die Ingenieure und Informatiker aus Hannover und Berlin möchten zur Automatisierung so genannte Bayes’sche Netze nutzen. Die Algorithmen werden in dem Forschungsprojekt anhand von vorhandenen Planungsdaten trainiert. Eine Software soll später auf Basis der Bayes’schen Netze Prognosen und Simulationsmodelle erstellen.

Bislang ist eine automatisierte Planung von Anlagen nur bedingt möglich. Möchte ein Anlagenplaner zum Beispiel die Ausbringungsmenge unterschiedlicher Maschinenanordnungen vergleichen, muss er die Leistungsfähigkeit der gesamten Anlagen manuell bestimmen. In Zukunft könnte die Software dem Planer Vorschläge machen, die der gewünschten Ausbringungsmenge, den Kosten der Produktion und anderen Anforderungen entsprechen. Die Planung würde dadurch schneller und zuverlässiger. Zudem soll die Software helfen, die Anschaffungskosten und die laufenden Kosten von Anlagen niedrig zu halten. So könnte beispielsweise der gewünschte Energiebedarf bereits vorab festgelegt werden.

Anlagenplaner aus Niedersachsen, Baden-Württemberg und Bayern haben bereits ihr Interesse an dem Forschungsprojekt signalisiert. Gemeinsam mit ihnen werden die Wissenschaftler zunächst die wichtigsten Faktoren erfassen, die bei der Planung von Anlagen eine Rolle spielen. Hierzu zählen beispielsweise die Kosten und die Auslastung der Anlage, die Ausbringungsmenge und der Flächenbedarf. Exemplarisch untersuchen das IPH und die GFaI drei Anlagen, deren Daten von den beteiligten Unternehmen bereitgestellt werden.

Aus den Daten leiten die Forscher Regeln ab, die für oder gegen bestimmte Layoutvarianten und Anlagenkonstellationen sprechen. Die Regeln werden anschließend in einer Software umgesetzt. Die Informatiker der GFaI erstellen dafür eine Art Baukastensystem mit grafischer Bedienoberfläche, mit dem sich Planer die ideale Anlage zusammenstellen können. Bei der Konfiguration prüft die Software, ob die Kennwerte noch im vorgegebenen Rahmen liegen.

Auch die Wirtschaftlichkeit von bestehenden Anlagen soll mit der Software verbessert werden können. Bevor das Forschungsprojekt im Herbst 2014 endet, sollen die trainierten Algorithmen von den Industriepartnern getestet werden. Bei Bedarf werden die drei Beispielanlagen optimiert.

Das Projekt „Automatisierung der Layoutauswahl und Konfiguration verketteter Produktionssysteme“ wird vom IPH in Zusammenarbeit mit der GFaI – Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik e. V. aus Berlin durchgeführt. An dem Forschungsprojekt beteiligen sich Anlagenplaner aus Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg. Das Projekt mit zweijähriger Laufzeit ist zum 1. Oktober 2012 angelaufen und wird von der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e. V. gefördert. Anlagenplaner, Anlagenbauer und produzierende Unternehmen, die Interesse an einer Evaluierung ihrer Fertigungsanlagen haben und sich an dem Projekt beteiligen möchten, können sich an Lars Dohrmann wenden (Kontakt: dohrmann@iph-hannover.de).

Meike Wiegand | idw
Weitere Informationen:
http://www.iph-hannover.de/
http://www.gfai.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Wälzfräsmaschine K 300 von KOEPFER: Die Universallösung für unterschiedlichste Verzahnungsteile
30.06.2015 | EMAG Holding GmbH

nachricht Ölfreie Dampfturbine mit schwebendem Rotor
29.06.2015 | Siemens AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forschungsschiff Heincke seit 25 Jahren im Dienst der Wissenschaft

Ein Vierteljahrhundert alt, über 900.000 Kilometer (488.842 nautische Meilen) gefahren und trotzdem auf dem neuesten wissenschaftlichen und technischen Stand: Die Indienststellung des Forschungsschiffes Heincke jährt sich am 8. Juli 2015 zum 25. Mal.

Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), das die Heincke betreibt, nehmen ebenso regelmäßig an...

Im Focus: Solardächer produzieren Strom für Fahrzeuge

Studentische Industriekooperation zwischen HAW Hamburg und Webasto erarbeitet Ergebnisse für EU-Zertifizierungsprozess von Solardächern zur Verbesserung der Öko-Bilanz von Fahrzeugen.

Unter der Leitung von Dr.-Ing. Volker Skwarek, Professor für technische Informatik an der HAW Hamburg, erarbeiteten sechs Studierende des...

Im Focus: Viaducts with wind turbines, the new renewable energy source

Wind turbines could be installed under some of the biggest bridges on the road network to produce electricity. So it is confirmed by calculations carried out by a European researchers team, that have taken a viaduct in the Canary Islands as a reference. This concept could be applied in heavily built-up territories or natural areas with new constructions limitations.

The Juncal Viaduct, in Gran Canaria, has served as a reference for Spanish and British researchers to verify that the wind blowing between the pillars on this...

Im Focus: Aus alt mach neu - Rohstoffquelle Elektroschrott

Der Markt für Unterhaltungselektronik boomt: Rund 60 Millionen Fernsehgeräte wurden im letzten Jahr in Europa verkauft. Früher oder später werden sie zurückkehren – als Elektroschrott.

Die Recycling-Industrie hat darauf reagiert: Kupfer, Aluminium, Eisen- und Edelmetalle sowie ausgewählte Kunststoffe werden bereits wiederverwertet. Allerdings...

Im Focus: Radar schützt vor Weltraummüll

Die Bedrohung im All durch Weltraummüll ist groß. Aktive Satelliten und Raumfahrzeuge können beschädigt oder zerstört werden. Ein neues, nationales Weltraumüberwachungssystem soll ab 2018 vor Gefahren im Orbit schützen. Fraunhofer-Forscher entwickeln das Radar im Auftrag des DLR Raumfahrtmanagement.

Die »Verkehrssituation« im All ist angespannt: Neben unzähligen Satelliten umkreisen Weltraumtrümmer wie beispielsweise ausgebrannte Raketenstufen und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Flurförderzeuge im Zeichen der Zeit

03.07.2015 | Veranstaltungen

Aktuelles aus Forschung und Betrieb: 27. Deutscher Flammentag

02.07.2015 | Veranstaltungen

Call for ideas: Gute Ideen für bessere Städte

02.07.2015 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Siemens erhält Auftrag für Offshore-Windkraftwerk in Großbritannien

03.07.2015 | Unternehmensmeldung

Flurförderzeuge im Zeichen der Zeit

03.07.2015 | Veranstaltungsnachrichten

Kompakter Time Converter für zuverlässigen Einsatz in rauen Umgebungen

03.07.2015 | Energie und Elektrotechnik