Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kühlschmierkonzept fürs Schleifen bietet enormes Leistungspotenzial

18.02.2010
Die Aspekte Energie- und Rohstoffeinsparung sowie Effizienz gewinnen auch im Bereich Kühlschmierstoff an Bedeutung. Ein neues wasserbasiertes Kühlschmierstoffkonzept als Grundmedium bietet ein enormes Leistungs- und Problemlösungspotenzial beim Schleifen.

Schleifen ist ein komplexes Zusammenspiel von Maschine, Werkstück, Schleifwerkzeug, Prozessstellgrößen, Randbedingungen und Kühlschmierstoff. Als Entwickler und Hersteller von Kühlschmierstoffen bietet die Carl Bechem GmbH in Hagen seit vielen Jahren Kühlschmierstoffe für die Metallzerspanung mit definierter und undefinierter Schneide an. Berufluid ist ein neues Kühlschmierkonzept, das neben herausragenden Produktmerkmalen auch noch Eigenschaften aufweist, die vor dem Hintergrund aktueller Rohstofffragen von strategischer Qualität für Unternehmen in der Metallbearbeitung sein können.

Kühlschmierstoffe stoßen an prozessbedingte Grenzen

Bei konventionellen nicht wassermischbaren und wassermischbaren Kühlschmierstoffen dominieren je nach Aufbau die Kühlungs- oder die Schmierungseigenschaften des Kühlschmierstoffs. Beide Systeme stoßen aber auf prozessbedingte Grenzen. Im Markt müssen die konventionellen Medien steigende Anforderungen hinsichtlich Leistung, Ökologie und Nachhaltigkeit ebenso erfüllen wie den Ersatz von Mineralöl.

Das Kühlschmierkonzept Berufluid vereint die positiven Eigenschaften der bisher gängigen Basisfluide Öl und Wasser und kann somit als eigenständiges Grundmedium betrachtet werden. Viskoses Wasser bildet mit seinen ölartigen Schmierungseigenschaften und seinen hervorragenden Kühlungseigenschaften die Basis für den Aufbau dieser neuen Schmierstoffgeneration.

Neuer Kühlschmierstoff ermöglicht exzellente Zeitspanvolumina beim Werkzeugschleifen

Aufgrund der sehr guten Produkteigenschaften werden bei Werkzeugschleifoperationen mit Berufluid bei anspruchsvollen Hartmetallanwendungen exzellente Zeitspanvolumina erreicht, die weder mit Schleifölen noch mit Schleiflösungen zu erzielen sind. Der Werkzeugverschleiß wird deutlich reduziert. Die Viskosität des neuen Mediums kann für jeden gewünschten Bearbeitungsprozess optimal eingestellt werden, um ein ideales Zusammenwirken von Kühlung und Schmierung zu erzielen.

Das nachfolgende Beispiel „Nutenschleifen“ bei der Herstellung von Schaftfräsern zeigt das enorme Leistungspotenzial. Im Allgemeinen werden bei dem zeit- und kostenintensiven Fertigungsschritt Nutenschleifen von Vollhartmetall (K 10) mit Diamantscheiben prozesssicher Zeitspanvolumina Q’w von 3 bis 7 mm3/mms erreicht.

Dabei werden sowohl wassergemischte als auch nichtwassermischbare Kühlschmierstoffe (KSS) eingesetzt, ohne dass zwischen den beiden Medien ein signifikanter Leistungsunterschied beobachtet werden kann. Für diesen Prozess hat Bechem die Leistungsgrenzen beim Schleifen mit Diamantscheiben für die eingesetzten Kühlschmierstoffsysteme Emulsionen/Lösungen, Schleiföl und Berufluid ermittelt und gegenübergestellt:

-Emulsionen oder Lösungen: 16 Nuten mit Qw = 5 mm3/mms (Maximum),

-Schleiföl (V40, etwa 7 mm2/s): 16 Nuten mit Qw = 10 mm3/mms (Maximum),

-Berufluid: 40 Nuten mit Qw = 15 mm3/mms.

Neuer Kühlschmierstoff verringert Verschleiß der Schleifscheibe

Der Verschleiß der Schleifscheibe belief sich nach 40 Nuten auf maximal 0,02 mm. Auf Basis dieser Leistungsdaten wurden die ersten Praxisversuche durchgeführt, die eindrucksvoll bestätigten:

-Beispiel 1: Herstellung von Vollhartmetallbohrern mit 13 mm Durchmesser, einer Nuttiefe von 4,96 mm, der Vorschub in der Nut beträgt 146 mm/min, das Zeitspanvolumen Q‘ = 12 mm3/mms.

-Beispiel 2: Herstellung von Vollhartmetallschaftfräsern mit 20 mm Durchmesser, einer Nuttiefe von 4,0 mm, der Vorschub in der Nut beträgt 190 mm/min, das Zeitspanvolumen Q‘ = 13 mm3/mms.

Durch diese Anwendung in der Praxis konnte die Leistungsfähigkeit für die Herstellung von Vollhartmetallbohrern und -fräsern bestätigt werden. Im Vergleich zur konventionellen Fertigung konnten Steigerungen des Zeispanvolumens von über 30% produktionssicher erzielt werden, ohne Änderungen des Prozesses durchzuführen.

Kühlschmierstoff reduziert Verschleiß und Normalkräfte beim Schleifen

Die mit Berufluid erzielbaren, deutlich höheren Zeitspanvolumina tragen nach Aussagen der Bechem-Entwickler zusammen mit der Verlängerung der Werkzeugstandzeit zu einer Optimierung der Prozesswirtschaftlichkeit bei. Die Vorteile von Berufluid sind sehr niedrige Normalkräfte, reduzierter Scheibenverschleiß, keine Probleme mit Ölnebeln, optimales Schleifverhalten sowie extreme Kühlfähigkeit.

Der Einsatz von Berufluid bietet weitere deutliche Vorteile für den Anwender. Beim Schleifen von Hartmetall kommt es zu keinerlei Kobaltauswaschungen. Des Weiteren ermöglicht das neue Kühlschmierkonzept eine vereinfachte Teilereinigung durch die hervorragende Reinigungs- und Spülwirkung des Produktes.

Neuer Kühlschmierstoff kommt ohne Bakterizide aus und bildet keine Ölnebel

Berufluid bietet zudem ein erhöhtes Maß an Sicherheit und Hygiene am Arbeitsplatz, denn die Verwendung von Bakteriziden ist nicht erforderlich und problematische Aerosole wie Ölnebel können bei nicht entflammbarem viskosem Wasser nicht auftreten. Das bedeutet auch, dass die beim Einsatz von Schleifölen grundsätzlich immer vorhandene Brand- und Explosionsgefahr bei Berufluid nicht gegeben ist und somit kostspielige Brand- und Explosionsschutzmaßnahmen einschließlich der Versicherungsaufwendungen eingespart werden können. Ähnlich wie andere wassergemischte Kühlschmierstoffe lässt sich Berufluid mit dem Refraktometer überwachen. Das Produkt erfüllt die TRGS 611 problemlos.

Die Themen Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Energieressourcen werden in immer schnelleren Schritten fester Bestandteil der Geschäfts- und Produktpolitik vieler Industrieunternehmen. Neben den beschriebenen klassischen Leistungsparametern des neuen Kühlschmierkonzeptes kommt dem Aspekt „mineralöfrei“ zunehmend besondere Bedeutung bei. Der extreme Anstieg der Rohstoffkosten, speziell der energie- und mineralölabhängigen Faktoren, hat in letzter Zeit deutlich gemacht, welchen großen Herausforderungen viele Unternehmen in der Zukunft gegenüberstehen.

Produktionsprozesse können mit neuem Kühlschmierstoff verbessert werden

Die Endlichkeit der Ressource Mineralöl wird sich auch auf Schmierstoffe und Kühlschmierstoffe auswirken, vor allem dort, wo Produkte mit hohem Mineralölanteil oder nahezu ausschließlich auf Mineralölbasis zum Einsatz kommen. Zurückgehende Ölförderkapazitäten, politische Unwägbarkeiten, möglicherweise schlechte Rohölqualitäten weisen auf Risiken hinsichtlich Verfügbarkeit, Preisentwicklung und sogar Produkteigenschaften dieses wertvollen Roh-, Betriebs- und Schmierstoffs hin.

Der metallverarbeitende Betrieb, der frühzeitig von Öl auf nichtmineralölbasierte Schmierstoffsysteme umstellt, verschafft sich einen doppelten strategischen Vorteil: einerseits, indem er dazu beiträgt, dass der Betrieb weniger den Folgen nicht vorhersehbarer Preisausschläge im Beschaffungsbereich ausgesetzt ist, andererseits, indem er seinem Unternehmen durch Anwendung der neuen Technologie einen Know-how-Vorsprung verschafft.

Mineralölfreier, wasserbasierter Kühlschmierstoff eröffnet neue Möglichkeiten

Diese modernen Unternehmen können sich frühzeitig noch ohne erhöhten Anpassungsdruck auf zukunftsweisende technologische Alternativen einstellen. Zusätzlich kann ein Unternehmen diesen Technologievorsprung mit Blick auf die energetische Verbesserung seines Prozesses (Verkürzung der Bearbeitungszeit, Verlängerung der Werkzeugstandzeiten) als Verkaufsargument benutzen. Diese Chancen bieten ihm mineralölfreie wasserbasierte Lösungen.

In diesem Anwendungsbereich unterstreicht Bechem seine Pionierleistungen auf dem Sektor Kühlschmierstoff. Gerade bei der Anwendung Schleifen ist das Unternehmen besonders weit, weil man sich zu Beginn des Entwicklungsprojektes auf Schleifanwendungen konzentrierte. Bechem zeigt sich aber auch bei anderen Anwendungen in der Zerspanung und Umformung aktiv und das mit hochinteressanten Perspektiven.

Dr. Heinz Dwuletzki ist Leiter Labor und Technik Metallbearbeitung der Carl Bechem GmbH in 58089 Hagen.

Heinz Dwuletzki | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/zerspanungstechnik/articles/250802/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Flexiblere Turbomaschinen entwickeln
23.05.2017 | FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur GmbH

nachricht WHZ erhält hochmodernen Prüfkomplex für Schraubenverbindungen
23.05.2017 | Westsächsische Hochschule Zwickau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten