Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wieder kraftvoll zubeißen können

16.11.2009
Zahnimplantate sind wahre Kunstwerke, hinter denen sich jede menge Hightech verbirgt. Werkstoffe, Herstellung und die besonderen Techniken tragen dazu bei, dass der Implantatträger sich absolut wohlfühlt und die Implantate mit langer Lebensdauer problemlos funktionieren.

Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel. Es hat ein meist schraubenförmiges oder zylindrisches Design. Es wird in den Kieferknochen eingepflanzt, um verlorengegangene Zähne zu ersetzen. Ein Zahnimplantat übernimmt die gleiche Funktion wie die eigenen Zahnwurzeln, da es direkt mit dem Knochen verwächst. „Viele Prothesenträger haben Probleme mit dem Sitz ihrer Prothese oder verspüren schmerzhafte Druckstellen. Implantate bieten hier eine optimale Lösung, denn sie verbessern Halt und Tragekomfort erheblich“, sagt Dirk-Rolf Gieselmann, CEO des Medizinunternehmens Clinical House Europe.

Der implantierte Zahnersatz besteht in der Regel aus drei Komponenten: einer künstlichen Wurzel (dem Implantat), die vom Zahnarzt in den Kieferknochen eingesetzt wird, einem Verbindungsstück (dem sogenannten Abutment), das die beiden Teile Implantat und Zahnkrone zusammenhält sowie der künstlichen Zahnkrone. „Die Erfolgsquote mit diesen Implantaten ist sehr hoch. Die Einheilung gelingt in über 97% aller Fälle. Zudem bieten Zahnimplantate deutliche Vorteile im Vergleich zu herausnehmbarem Zahnersatz“, sagt Gieselmann.

Über 100 verschiedene Implantatsysteme für die Zahnheilkunde erhältlich

In Deutschland sind zur Zeit über 100 verschiedene Implantatsysteme für die Zahnheilkunde erhältlich. In den letzten 20 Jahren haben sich besonders zylindrische beziehungsweise schraubenförmige Implantatformen bewährt. Sie sind in Längen von 6 bis 20 mm und Durchmessern von 2 bis 7 mm erhältlich. Implantate werden in Serien produziert und die Aufbauten, also der Teil des künstlichen Zahnes, der später im Mund sichtbar ist, werden für jeden Patienten individuell angefertigt. Der Patient hat die Wahl zwischen unterschiedlichen Implantatformen. Da gibt es zylinderförmige Implantate, wurzelförmige Implantate, mit und ohne Gewinde. „Am weitesten verbreitet sind aber zylinderförmige Implantate mit Gewinde“, lässt Gieselmann wissen.

Zahnimplantate werden aus verschiedenen Werkstoffen hergestellt – meist aus Titan, Gold oder Zirkonoxid-X-Pert: Schicht ZrN. Früher haben die Hersteller fast ausschließlich auf Keramik als ultraharten Werkstoff gesetzt. Seit Ende der 80er Jahre ist man jedoch von diesem wegen seiner ungünstigen Materialeigenschaften abgekommen. Doch mit dem Z-Lock von Z-Systems, einem Anbieter von metallfreien Zirkonimplantaten, erleben die Keramikimplantate eine Renaissance. Diese Keramikimplantate bestehen aus einer hochfesten Zirkoniumoxid-Keramik, die eine hohe Bruchstabilität aufweist.

In der Praxis haben sich aber vor allem Zahnimplantate aus dem als biokompatibel geltenden Titan durchgesetzt. Das Perio-Type-X-Pert-Implantat ist zusätzlich mit einer einzigartigen Perio-Coat-Beschichtung ausgestattet. Diese besteht aus Titanoxid, dotiert mit Calcium und Phosphat.

Perio-Coat-Oberfläche optimiert das Knochenwachstum

Damit ein Implantat schonend einheilt und stabil im Kiefer verankert ist, muss der Knochen einwachsen. In Fachkreisen spricht man hier von Osseointegration. Die Perio-Coat-Oberfläche optimiert das Knochenwachstum. Das Perio-Type-X-Pert-Implantat verfügt an der Schnittstelle zwischen Implantat und Aufbau über die innovative Zirkonnitridbeschichtung.

Diese fördert die Anlagerung des Zahnfleisches an das Implantat. Damit wird die sogenannte Periimplantitis, eine Anlagerung von Bakterien am Zahnfleichsaum und damit einhergehend eine Entzündung, verhindert oder zumindest verringert. „Diese von Clinical House und dem Fraunhofer-Institut für Oberflächentechnologie in Braunschweig entwickelte Beschichtung ist bis jetzt einzigartig in der dentalen Implantologie“, konstatiert Gieselmann.

Bei Clinical House durchlaufen die Perio-Type-Implantate eine simulierte 15-jährige Dauerkaubelastung. „Die Implantate“, so Gieselmann, „haben in Dauerlastversuchen gezeigt, dass beispielsweise stegförmige Implantatschultern in Kombination mit einem verlängerten innen liegenden Oktagon (Achteck) eine optimale Kraftübertragung gewährleisten.“ Damit werden die sogenannten Mikrobewegungen reduziert und die Stabilität der Implantat-Abutment-Verbindung gesteigert.

Implantathersteller wie Clinical House und andere sind TÜV- beziehungsweise DQS-zertifiziert und müssen ihre Produkte nach ISO 13485 und dem Medizinproduktegesetz herstellen.

Dietmar Kuhn | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/konstruktion/werkstoffe/articles/238755/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht HEIDENHAIN LIP 6000: genau, kompakt und zuverlässig
12.10.2017 | DR. JOHANNES HEIDENHAIN GmbH

nachricht Prüfstände modernisiert: Fraunhofer LBF testet Bauteile in brennbaren Medien unter zyklischer Belastung
11.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ESO-Teleskope beobachten erstes Licht einer Gravitationswellen-Quelle

16.10.2017 | Physik Astronomie

Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt

16.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren

16.10.2017 | Förderungen Preise