Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kontinuierliche Badanalyse erhöht Prozess-Sicherheit

08.10.2008
Die BWS Philipp Boecker + Wender Stahl GmbH & Co KG mit den Werken in Iserlohn und Hagen-Hohenlimburg ist Hersteller von Service-, Präzisions- und Federbändern aus rost-, säure- und hitzebeständigen Stählen (RSH-Stählen).

Im Jahr 2007 wurde die Entscheidung getroffen, das Glüh- und Oberflächenergebnis der Blankglühlinie zu verbessern und die bis dahin mechanische Entfettung durch eine Bandwaschanlage zu ersetzen. Die wichtigsten Kriterien dabei waren eine signifikante Verbesserung und Dokumentation der Reinigungsqualität. So installierte die BVL Oberflächentechnik GmbH, Emsbüren, nicht nur die Anlage, sondern auch das Badanalysegerät Libelle zur automatischen, permanenten Überwachung des Reinigungsprozesses.

Vor der Anlageninstallation wurde bei BWS die Bandreinigung mechanisch vorgenommen. Dazu hat man Abstreiftücher an das Band gedrückt, die den Fett- und Ölfilm zwar verringerten, aber keine 100%-Entfettung bewirkten. Die Folge war, dass der Restölfilm den nachfolgenden Glühprozess störte. Die nicht entfernten Ölbestandteile verbrennen und vercracken bei 1200 °C im Glühofen. Das beeinträchtigt die Ofenatmosphäre. Als Konsequenz sinkt der Wirkungsgrad des Ofens; der Aufwand für die Ofeninstandhaltung steigt. Mit der Anlagen- und Geräte-Installation wird beides vermieden.

Die Idee dazu hatte ein Anlagenlieferant von BWS. Er rüstet den Stahlbandhersteller mit Abcoilanlagen aus. Als Anlagenhersteller hatte er bereits Erfahrungen mit BVL. Die Aufgabenstellung für die Konzeption der Bandwaschanlage lautete: In einer kontinuierlich laufenden Blankglühlinie soll eine Reinigungsanlage zum Entfetten kaltgewalzter Bandstähle integriert werden. Beim Reinigen müssen die liquiden und festen Bestandteile entfernt werden und auf dem Band dürfen keine Reinigerrückstände verbleiben.

Trocknung erfolgt ohne Restfeuchte auf dem Band

Die Trocknung muss ohne Restfeuchte auf dem Band erfolgen. Der maximal zur Verfügung stehende Platz beträgt 3800 mm. Die Banddicke variiert von 0,05 bis 1,5 mm; die Bandbreite beträgt bis zu 400 mm. Auch bei einer Bandgeschwindigkeit bis 70 m/min muss ein optimales Reinigungsergebnis erzielt werden.

Um diesen Anforderungen zu genügen, ist die Bandwaschanlage prozesstechnisch dreistufig ausgelegt. So findet in der Anlage eine separate Reinigung, Spülung und Trocknung statt. Diese drei Prozesse sind räumlich durch Abquetschwalzen voneinander getrennt. Hauptverantwortlich für das Reinigungsergebnis sind Hochdruckpumpen. Das anschließende Spülen der RSH-Stahlbänder sorgt für eine optisch hochwertige Oberflächenreinheit.

Damit dieses Anlagenkonzept im Drei-Schicht-Betrieb „laufen“ kann, wurde bewusst in Badpflegemaßnahmen und die Badanalyse investiert. Das eingebrachte Öl wird der Waschflüssigkeit über einen Plattenphasentrenner entzogen. In einem zweiten Schritt scheiden Mikrofilter emulgierte Ölanteile ab. Das Spülwasser wird durch eine Umkehrosmoseanlage gepumpt. Dort werden dem Medium gelöste Mineralien und Salze entzogen.

Badanalysegerät automatisiert komplette Reinigung

Mit dem Badanalysegerät Libelle wird die komplette Reinigung automatisiert, inklusive der Badüberwachung. Ein Sensor kontrolliert permanent in einer Bypassleitung die Waschflüssigkeit. Die Ergebnisse werden von einem Rechner optisch angezeigt, der die Messdaten auswertet und am Bedienpult des Geräts angeschlossenen ist. Sie stehen online zur Verfügung. Das ermöglicht einen schnellen Blick auf den aktuellen Badzustand und somit auch auf die Reinigungsqualität im Prozess. Das Analysegerät funktioniert prozesssicher. Es wird entsprechend den Kundenbedürfnissen kalibriert. Nimmt die Schmutzfracht im Bad zu, wird der Verschmutzungsgrad auf einer Art Tachoscheibe von grün über gelb bis rot angezeigt.

Somit lässt sich der Zeitpunkt des Badwechsels optimal planen. Es ist garantiert, dass kein mangelhaft gereinigtes Band in den Glühofen einläuft. Ein Ausfall der Mikrofiltration wird vom Analysegerät sofort erkannt, genau wie ein Filterbruch in der Reinigungsanlage oder ein nicht ausreichend durchgeführter Badwechsel. Im Ergebnis sinken die Kosten. Die Prozess-Sicherheit steigt. Noch in diesem Jahr wird aufgrund der guten Erfahrungen eine weitere Entfettungsanlage für eine derzeit im Bau befindliche Blankglühanlage bestellt.

Bernhard Sievering ist Geschäftsführer der BVL Oberflächentechnik in 48488 Emsbüren.

Bernhard Sievering | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/index.cfm?pid=1498&pk=148096

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Modulares Fertigungssystem für Kettenräder
15.03.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

nachricht Nimm zwei: Metallische Oberflächen effizient mit dem Laser strukturieren
15.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise