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Komplexe Werkstücke effizient komplett bearbeiten

26.08.2008
Die Luft- und Raumfahrtindustrie stellt an die Bearbeitung ihrer Werkstücke und somit auch an die Werkzeugmaschinen besonders hohe Ansprüche. Zum einen bezüglich der hochpräzisen Bearbeitung von schwer spanbaren Metallen wie Stahl, Inconel und Titanwerkstoffen und zum anderen in der Komplexität der Fertigung, der Null-Fehler-Produktion und in den strengen Sicherheitsvorschriften.

In den vergangenen Jahren hat Niles-Simmons die Bearbeitungszentren hinsichtlich der Anforderung der Luft- und Raumfahrtindustrie kontinuierlich optimiert. Auf den CNC-Dreh-Fräs-Bohr-Bearbeitungszentren werden Turbinenwellen, Turbinenräder, Hydraulikzylinder, Landebeine sowie weitere Fahrwerks- und Triebwerkskomponenten gefertigt.

Dabei kommen vor allem das Tieflochbohren, das Fräsen von Freiform-Flächen und das absatzfreie B-Achsen-Drehen zum Einsatz. „Das Konzept unserer Bearbeitungszentren basiert auf Zusatzaggregaten für spezielle Bearbeitungsaufgaben, die den steigenden Anforderungen dieser Branche besonders gerecht werden“, erläutert Niles-Simmons-Marketingchef Pierre Seidel.

Um die hohe Endgenauigkeit der Werkstücke zu gewährleisten, wird den Kunden eine integrierte Messeinrichtung zur Werkzeugvermessung sowie ein Messtaster zur automatischen Werkstückvermessung angeboten. „Damit wird die Prozessqualität permanent automatisch überprüft und eine hohe Maschinenverfügbarkeit mittels integriertem Modem für Ferndiagnose gewährleistet“, so Seidel.

Bearbeitungszentrum mit zusätzlichem Universalschlitten für lange NC-Bohrstangen

So werden beispielsweise auf einem Bearbeitungszentrum N 40 MC für einen chinesischen Auftraggeber Turbinenwellen aus dem Werkstoff Inconel komplett bearbeitet. „Das Bearbeitungszentrum verfügt außer dem Dreh-Fräs-Aggregat über eine zusätzliche Universalschlitteneinheit zur Aufnahme von langen NC-Bohrstangen und Werkzeuge zum Drehen der Innenkontur“, erklärt Seidel.

Dabei können Werkzeuge mit einem Gewicht bis zu 150 kg automatisch aus einem Magazin mit acht Plätzen eingewechselt werden. Die Schneide wird über eine unabhängige NC-Achse programmiert und kann zusammen mit der horizontalen Bewegung des Bettschlittens (Z-Achse) komplexe Innenkonturen mit Hinterschnitten bis zu einer Tiefe von 2000 mm und Oberflächenqualitäten von Ra = 1,6 µm erzeugen.

Bearbeitungszentrum bietet deutlich erhöhte Produktivität

Um die Qualitäten zu erreichen, bedarf es laut Seidel einer genauen Interpolation der beiden Achsen: „Mit diesem Maschinenkonzept haben wir die Produktivität um ein Vielfaches erhöht.“

Für einen französischen Auftraggeber werden derzeit Landebeine auf dem größten Maschinenkonzept in Schrägbettausführung bearbeitet. Das Bearbeitungszentrum N 60 MC besitzt einen Umlaufdurchmesser von 1600 mm und eine Spindelbohrung von 265 mm. Eine der vielen Besonderheiten ist die Verwendung eines zweiten CNC-Dreh-Fräsaggregats mit separatem Schlitten. Dadurch sind Schrupp- und Schlichtbearbeitungen in einem Maschinenkonzept vereint.

Frässpindel mit 890 Nm großzügig konzipiert

Um bei der Schruppbearbeitung den größeren Kräften und der höheren Dynamik gerecht zu werden, wurde die Frässpindel mit 890 Nm großzügig konzipiert. „Zusätzlich“, so Seidel, „wurde die Spindellagerung im Vergleich zu einem konventionellen Fräsaggregat um mehr als 50% vergrößert; sie sorgt somit für maximale Stabilität während der Bearbeitung.“ Außerdem könne damit der Wartungsaufwand signifikant reduziert werden.

Die Verfahrwege des Fräsaggregats betragen 700 mm in der Y- und 820 mm in der X-Achse. Durch die Verwendung einer zusätzlichen B-Achse sind fünfachsige Komplettbearbeitungen in einer Aufspannung möglich. Das Fräsaggregat zum Schlichten wurde mit einem Drehmoment von 680 Nm ausgelegt und bietet Verfahrwege von 900 mm in Y- und 1030 mm in X-Richtung.

Niles-Simmons-Hegenscheidt GmbH, Halle 3, Stand B11

Bernhard Kuttkat | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/spanende_fertigung/articles/141710/

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