Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kleine Reader ganz groß - Neue Systeme vereinfachen den RFID-Einsatz in der Produktion

27.01.2012
Immer mehr unterschiedliche Produktvarianten zu immer geringeren Kosten herstellen: Dank Radio Frequency Identification (RFID) können Fertigungsbetriebe dieses scheinbare Dilemma lösen und vollautomatisch bis zur Losgröße eins produzieren.

Mit kompakten RFID-Readern wird der Einsatz der Funktechnologie in der Montage von Kleinkomponenten nun besonders einfach. Vielerorts sind RFID-Systeme der Schlüssel zu vielseitiger und leistungsfähiger Variantenfertigung, wo auf ein- und derselben Produktionsstraße eine Vielzahl unterschiedlicher Produkte gefräst, gebohrt, gelötet, lackiert oder montiert werden. Für jedes Produkt wird der Werkstückträger mit einem RFID-Transponder ausgestattet.

Dieser Funkchip beinhaltet den kompletten Bauplan für das Erzeugnis und kann durch RFID-Reader kontaktlos ausgelesen werden. Die Daten werden dann den lokalen Automatisierungsgeräten zur Verfügung gestellt, sodass eine SPS, beispielsweise die Simatic S7, die individuellen Bearbeitungsschritte steuern kann. Andererseits ist auch das Beschreiben der Transponder praktisch beliebig oft möglich, um zum Beispiel den Produktionsfortschritt direkt am Produkt festzuhalten.

Gerade bei der Herstellung besonders kleiner Erzeugnisse wie Metall-Bauteilen oder Elektromodulen ist der Abstand zwischen RFID-Transponder und -Reader gering (weniger als 20 Millimeter), da die Werkstückträger (und damit der RFID-Transponder) exakt und nahe über die Förderstrecke geführt werden – schon allein deshalb, weil die Bearbeitungsmaschinen eine möglichst genaue Positionierung erfordern. Hier werden aus konstruktiven Gründen sehr kleine RFID-Reader benötigt, die möglichst nah an der Fördertechnik eingebaut werden müssen. Bislang übliche Systeme wie die Hochleistungs-Reader Simatic RF300 mussten hierzu mit einer externen Antenne versehen werden, um den Anforderungen der Mechanik-Planer zu entsprechen. Oder es wurden Reader mit größerer Reichweite eingesetzt, die aber für die Aufgabe eigentlich überdimensioniert sind.

Kompakte Reader zur Steuerung der Produktion
Mit Simatic RF200 hat Siemens ein RFID-System entwickelt, das in die bisherigen Antennen-Gehäuse einen kompletten RFID-Reader integriert. Mit den Abmessungen M30 mal 71 Millimeter (RF220R) beziehungsweise M18 mal 71Millimeter (RF210R) können die Geräte auch in räumlich beengten Verhältnissen eingesetzt werden. Durch das Schraubgehäuse ist nur eine einzige Bohrung notwendig, sodass die Montage schnell und problemlos erfolgen kann. Die Reichweite beträgt bis zu 40 Millimeter beim RF220R; selbst der kleine RF210R schafft noch bis zu 18 Millimeter.

Der Reader wird dann an seiner Rückseite mit einem M12-Anschlusskabel, das gleichermaßen zur Kommunikation und zur Spannungsversorgung dient, an die Steuerung beziehungsweise an ein Feldbus-Kommunikationsmodul (Communication Module) angeschlossen. Damit können die Geräte unter anderem an Profibus- und Profinet-Netzen betrieben werden. Eine rundum sichtbare, mehrfarbige LED informiert den Inbetriebnehmer über alle Betriebszustände des RFID-Readers. Die Diagnose vor Ort ist damit besonders einfach und ohne besondere Software möglich.

Wenn nun die RFID-Reader unmittelbar an der Förderstrecke eingebaut werden, lassen sich auch die Transponder besonders kompakt auslegen – weil durch den geringen Abstand auch die Antennengeometrie in den Transpondern kleiner als üblich dimensioniert werden kann. So lassen sich RFID-Datenträger einsetzen, etwa der MDS D422, der mit einem Durchmesser von 20 Millimeter und der Möglichkeit, bündig in Metall eingeschraubt zu werden, praktisch im Werkstückträger verschwindet. Dennoch bietet der Transponder eine Speicherkapazität von zwei KBytes, was selbst für aufwändige Montageprozesse genügend Reserven bietet.

Da die Reader Simatic RF200 den Standard ISO 15693 unterstützen, steht darüberhinaus ein breites Transponder-Angebot in unterschiedlichsten Bauformen zur Verfügung: zum Beispiel der Schraubtransponder MDS D425, der durch Roboter am Werkstück automatisch aufgeschraubt werden kann, oder der Datenträger MDS D424 mit praktischer Mittelbohrung für universelle Montagemöglichkeiten.Immer mehr entwickelt sich die RFID-Technologie zum Rückgrat moderner Produktionskonzepte. Eine variantenreiche Fertigung lässt sich durch RFID-Reader und -Transponder vollautomatisch realisieren. Mit modernen RFID-Systemen wie Simatic RF200 kann die Technik besonders einfach und auch äußerst kostengünstig genutzt werden. M. Weinländer/pb

| handling
Weitere Informationen:
http://www.handling.de/Ident-und-Kommunikationstechnik/RFID-System-Simatic-RF200/Kleine-Reader-ganz-gross.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Modulares Fertigungssystem für Kettenräder
15.03.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

nachricht Nimm zwei: Metallische Oberflächen effizient mit dem Laser strukturieren
15.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen