Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kleider-Schieberei

01.06.2009
Manuelle Trolley-Anlage für Höchstleistungen in der Textillogistik

Dürkopp Fördertechnik hat für das Textil-Logistikzentrum von Logwin in Mönchengladbach ein Trolleybahn-System realisiert. Die manuelle Anlage mit rund 20.000 Meter Schienen-Förderstrecke wird für den gesamten intralogistischen Prozess vom Wareneingang bis zum Warenausgang eingesetzt.

Ausdrücklich wünschte Logwin, dass die gesamte Trolley-Hängebahnanlage - mit Ausnahme der Etagenüberbrückungen - für den manuellen Betrieb ausgelegt wird. Dadurch blieben die Investionskosten in Grenzen. Ein fester Mitarbeiterstamm erledigt das Tagesgeschäft; in Spitzenzeiten sind Erweiterungen möglich. Logwin zählt mit 8.500 Mitarbeitern in 44 Ländern und einem Jahresumsatz von zwei Milliarden Euro zu den führenden, weltweit tätigen Logistikdienstleistern und ist in drei Geschäftsfeldern aktiv: "Solutions" (kundenorientierte Kontraktlogistiklösungen), Air + Ocean (weltweite Luft- und Seefrachtaktivitäten) sowie Road + Rail (Land- und Spezialverkehre in Zentral-, West- und Osteuropa).

Im Bereich Textillogistik organisiert das Unternehmen für seine Kunden weltweit den gesamten Warenfluss, realisiert die komplette Logistik von der Produktion bis zum Verkauf und bietet nach eigenen Angaben in Europa das größte Logistik-Netzwerk für hängende Textilien.

Große Volumina und Durchsätze
Dürkopp Fördertechnik hat das Trolleyfördersystem für das Logistikzentrum von Logwin am Standort Mönchengladbach realisiert, das sukzessive expandierte und im Jahr 2008 um einen Neubau erweitert wurde. Das Logistikzentrum ist 8.300 Quadratmeter groß. Hier werden Textilien angeliefert und für den Versand zu unterschiedlichen Destinationen in ganz Europa vorbereitet. Beim Trolley-Hängebahnsystem handelt es sich um ein deckenabgehängtes und damit flurfreies, flexibles Fördersystem, mit dem Waren transportiert, gelagert, gepuffert und kommissioniert werden können.

Zentrales Thema war die Realisierung eines effizienten, manuellen Leertrolleyhandlings. Das Auf- und Abgleisen der Trolleys in den Lkw sollte entfallen, die Leertrolleys sollten im Schienensystem bleiben. Die große Anzahl an Leertrolleys erforderte ein separates Schienensystem kreuzungsfrei oberhalb des Schienensystem für beladene Trolleys. Um für das Leertrolleyschienensystem die manuelle Bedienung zu ermöglichen, wird die Trolleykupplung genutzt. So zieht zum Beispiel ein Mitarbeiter im Wareneingang einen gekuppelten Trolleyzug mit 32 Trolleys in den Lkw bis direkt an die Ware. Insgesamt stehen im Wareneingang 1.300 Leertrolleys zur Verfügung, die kontinuierlich aus den angrenzenden Magazinen mit 1.700 Leertrolleys beschickt werden.

Zur Verbesserung des Handlings im Lkw wird ein Rollgestell mit einem höhenverstellbaren 180-Grad-Schienenbogen eingesetzt, an dem die Schienen im Fahrzeug anschließen. So ziehen die Mitarbeiter Trolley für Trolley zur Beladung in den Lkw und schieben beladene Trolleys aus dem Lkw in den Wareneingang. Im Warenausgang erfolgt der umgekehrte Ablauf. Das manuelle Leertrolleysystem ist eine Sonderanfertigung von Dürkopp Fördertechnik; diese Systeme werden ansonsten voll automatisiert gebaut.

Schlepp- und Bremsketten
Die Ware wird im Wareneingang (WE) über zehn Tore angeliefert und anschließend über vier Schleppketten in die zweite Ebene des WE-Gebäudes in den WE-Staubereich transportiert. Schleppketten - und analog auch Bremsketten - dienen der Überbrückung von Höhenunterschieden eines Trolley-Hängebahnsystems und ermöglichen Steilfahrten bis 25 Grad. An jedem Trolley hängen durchschnittlich 35 Kleidungsstücke - die Anzahl variiert je nach Art und Dicke zwischen zehn und 60 Teilen. Im Wareneingangs-Staubereich, in dem 700 Trolleys gepuffert werden können, führen die Mitarbeiter eine Stückzahlkontrolle durch. Hierfür sind je zwei Stauschienen-Gleise als Paar zusammenfasst; zwischen zwei Paaren gibt es einen Gang, in dem der Mitarbeiter an der Ware entlanggehen und die Teile auf den Trolleys zählen kann.

Anschließend werden die Trolleys auf fünf Länderbereiche mit einer Staukapazität von 5.100 Trolleys aufgeteilt, die wegoptimiert sternförmig um den WE-Staubereich angeordnet sind. Die Trolleys werden von den Mitarbeitern Zugweise gekoppelt in die Länderbereiche gezogen, hierbei stellen die Mitarbeiter im Fahren manuell die Weichen für die entsprechende Fahrtrichtung. In den Staustrecken werden die Trolleys für die Auslieferung bereitgestellt. Nach erfolgtem Auftragsabruf seitens des Kunden werden die betreffenden Trolleys aus der zweiten Etage über Bremsketten in den darunter liegenden Warenausgangs-Staubereich auf der unteren Ebene transportiert.

Der Warenausgang umfasst ebenfalls fünf Bereiche und hat eine Kapazität von 4.700 Trolleys. Allein 30 Warenausgangstore sind Indiz für die Dynamik in diesem Textil-Logistikzentrum. Auch für die Lkw-Beladung kommt die manuelle Leer-Trolley-Rückführung zum Einsatz.

Die Ware fährt auf den Trolleys direkt in den Laderaum und wird hier auf vorhandene Stangen umgehängt. Die jeweils leeren Trolleys werden auf dem 180-Grad-Bogen wieder aus dem Lkw in das autarke Leertrolleysystem geschoben. Von hier aus gelangen Sie direkt zum Wareneingangsbereich und sind dort für die Entladung wieder verfügbar.

Die Anlage zeigt, dass sich mit einer weitgehend manuellen und damit kostengünstigen Lösung sehr große Warenmengen effizient und zuverlässig durch alle Prozesse eines Logistikzentrums führen lassen. Reinhard Irrgang/pb

| handling
Weitere Informationen:
http://www.handling.de/xist4c/web/Kleider-Schieberei_id_882__dId_430200_.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Gewicht von Robomotion-Greifer um 60 Prozent reduziert
31.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Assistenzsysteme für die Blechumformung
28.07.2017 | Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie