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Dass der Durchbruch gelang, dazu hat Trelleborg Sealing Solutions wesentlich beigetragen: Bernd Murthum, Produktmanager für das europäische O-Ring-Geschäft, hat in den vergangenen vier Jahren als „Convener“ und Obmann den internationalen und deutschen Normenausschuss geleitet.
Bernd Murthum: „Leider durchzieht ein Graben die Konstruktionswelt: Auf der einen Seite wird in Inch gemessen, auf der anderen in metrischen Maßen. Deshalb war es sehr schwierig, die Interessen der beiden Lager unter einen Hut zu bringen.“ Dass es schließlich gelungen ist, das Problem der unterschiedlichen Maßeinheiten aus der Welt zu schaffen, liegt in einer methodisch geschickten Vorgehensweise begründet.
Zum einen werden die amerikanischen Maße in metrische umgerechnet, wobei zwei Toleranzklassen zulässig sind: „A“ und „B“. Während „A“ der amerikanischen Norm AS 568B entspricht, bietet „B“ die Freiheit, O-Ringe in Zollgrößen mit technisch ausreichenden und betriebswirtschaftlich sinnvollen Toleranzen herzustellen sowie diese in metrisch bemaßte Nuten einzubauen.
Zum anderen werden bei „B“ die Innendurchmesser anhand einer Formel und alle Schnurdurchmesser von 0,8 bis 8,4 mm über eine Tabelle toleriert, wodurch die Norm auch auf Durchmesser angewandt werden kann, die nicht im Tabellenwerk stehen. Mehr Sicherheit beim Export von Maschinen
Über die beiden Punkte zu einer internationalen Norm zu kommen, war allerdings nur möglich, weil O-Ringe dehnbar sind. „Ansonsten wären die Inch- oder Millimeter-Vertreter gezwungen worden, sinnlos ihre Produktionswerkzeuge zu vernichten“, betont Bernd Murthum. Und er fügt hinzu, „wer nun O-Ringe der ISO 3601-1 einsetzt, kann sicher sein, dass damit ausgerüstete Maschinen oder Apparate beim Export in die Vereinigten Staaten von Amerika sich nicht im Gestrüpp unterschiedlicher Normen und Maßeinheiten verheddern.“ Gleiches gilt natürlich in umgekehrter Richtung.
In Kürze werden für O-Ring-Anwender auf der Homepage von Trelleborg Sealing Solutions wichtige Hinweise erscheinen, was hinsichtlich der neuen, fünfteiligen Norm beachtet werden muss. Dass die Vorgaben der inhaltlich geänderten ISO eingehalten werden müssen, wenn technische Spezifikationen auf sie Bezug nehmen, steht außer Frage. Denn unmittelbar mit ihrer internationalen Inkraftsetzung wirkt jede ISO-Norm verpflichtend.
Neue Norm geht unter alter Bezeichnung an den Start
Nur eines müssen viele Kunden nicht ändern: Unterlagen, in denen bislang schon auf den vor rund 20 Jahren veröffentlichten Teil 1 der ISO 3601 Bezug genommen wird. Dazu Bernd Murthum: „Wir haben erreicht, dass die neue Norm unter der gleichen Bezeichnung an den Start geht, so dass allenfalls in technischen Dokumentationen das Ausgabedatum angepasst werden muss. Ist dies nicht ausgewiesen, bezieht sich die alte Angabe ‚gemäß ISO 3601‘ jetzt automatisch auf die neue Norm.“
Zurzeit programmiert Trelleborg Sealing Solutions den beliebten ‚O-Ring-Calculator‘ neu und übernimmt auch die erwähnten Formeln für die Ermittlung der Verpressung gedehnter O-Ringe. Sobald dieses Tool verfügbar ist, wird auf der Homepage des Unternehmens darauf hingewiesen.
Nachfolgend ein kurzer Überblick über die fünf Teile der jetzt gültigen O-Ring-Norm ISO 3601:
-ISO 3601-1:2008: Die überarbeitete Norm behandelt Innendurchmesser, Schnurdurchmesser, Toleranzen und Bezeichnungsschlüssel.
-ISO 3601-2:2008 wurde grundlegend neu erarbeitet und den Einbauräumen bei allgemeinen Anwendungen gewidmet.
-ISO 3601-3:2005 wurde teilweise neu gefasst und enthält die Qualitäts-Annahmebedingungen für O-Ring Oberflächen.
-ISO 3601-4:2008 befasst sich mit Stützringen und wurde komplett neu erarbeitet.
-ISO 3601-5:2002 befindet sich in der Überarbeitung. Hierbei ist geplant, die bisherigen, recht allgemein gehaltenen Hinweise zu Werkstoffgruppen durch detaillierte Informationen zu ersetzen, die Konstrukteuren mehr Praxisnutzen bieten.
Josef-Martin Kraus | Quelle: MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen: www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/konstruktion/konstruktionselemente/articles/152588/
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