Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Immer kleinere Mikrochips ermöglichen, dass Computer immer leistungsfähiger werden

30.05.2011
Ein Molekül, das rechnen kann!

Immer kleinere Mikrochips ermöglichen, dass Computer immer leistungsfähiger werden und dabei auch noch in jede Tasche passen. Damit dieser Trend nicht an seine Grenzen stößt, fördert die Europäische Union das internationale Großprojekt AtMol (Atomic Scale and Single Molecule Logic Gate Technologies) mit zehn Millionen Euro – und das Institut für Werkstoffwissenschaft (IFWW) der TU Dresden ist gemeinsam mit zehn Forschungseinrichtungen aus Europa und Singapur dabei.

Ziel ist die Entwicklung eines neuartigen Verfahrens zur Herstellung eines kompletten Chips, dessen Herz ein einzelnes Molekül ist.

Das internationale Projekt zur Entwicklung eines auf einzelnen Molekülen basierenden Computer-Prozessors ist auf vier Jahre angelegt. Der Herstellungsprozess, um den Chip Atom für Atom aufzubauen, erfordert die enge Zusammenarbeit zwischen Chemie, Physik und Materialwissenschaft sowie die Vernetzung von verschiedenen Ansätzen in Theorie und Experiment. Einen für das gesamte Projekt wichtigen Teil der experimentellen Arbeit führen Wissenschaftler der Professur für Materialwissenschaft und Nanotechnik des IFWW durch.

Mit Hilfe eines Tieftemperatur-Rastertunnelmikroskops, das kürzlich aus Mitteln der Europäischen Union (EFRE) und des Freistaates Sachsen im Rahmen des Sächsischen Exzellenzclusters ECEMP gefördert wurde, werden die Forscher atomare Drähte, die weniger als einen Milliardstel Meter breit sind, Atom für Atom aufbauen und mit einzelnen Molekülen verbinden. Zum Vergleich: Eintausend solcher molekularen Chips passen auf die Fläche eines heute üblichen Mikrochips. Damit könnte die Leistung von Computern um Größenordnungen gesteigert werden.

Zu AtMol gehören neben der TU Dresden neun der weltweiten führenden Laboratorien in der molekularen Nanowissenschaft, darunter das CEA-LETI in Grenoble und die Atom Tech Research Group des IMRE (Agentur A*STAR) in Singapur. Die verschiedenen architektonischen Konzepte, die Herstellung des Rechners Atom für Atom, die Verbindungsleitungen und seine Einkapselung sowie auch die Erforschung einer möglichen technologischen Roadmap, die über das Mooresche Gesetz hinausgeht, werden in den vier Jahren des AtMol-Projektes untersucht.

Damit passt AtMol hervorragend zum wissenschaftlichen Standort Dresden, an dem Forschung und Entwicklung von neuen Materialien für Elektronik und Nanotechnologie eine zentrale Rolle spielen. Für die Region Dresden, mit den hier angesiedelten Unternehmen im Bereich der Mikro- und Nanoelektronik und der hohen Dichte an universitären und äußeruniversitären Forschungseinrichtungen, stellt die Entwicklung von Technologien auf der atomaren Skala eine neue und faszinierende Herausforderung dar.

Weitere Informationen:
Dr. Francesca Moresco
Institut für Werkstoffwissenschaft der TU Dresden,
Tel:. 0351 463-39405
E-Mail: francesca.moresco@nano.tu-dresden.de

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Mehr Sicherheit beim Fliegen dank neuer Ultraschall-Prüfsysteme
20.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS

nachricht VL- und VSC-Drehmaschinen von EMAG: Die Bremsscheiben-Produktion auf ein neues Level heben
16.11.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften