Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Großgerät findet Spannungen bei Material heraus

10.09.2010
Häufig genug ist nicht die raue Schale, sondern der weiche Kern von Interesse, aber auch Poren oder Einschlüsse wollen zerstörungsfrei entdeckt werden. Um dies deutlich schneller und genauer erreichen zu können, hilft die Diffraktometrie.

Der Lehrstuhl für Werkstofftechnik der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Uni Rostock hat deshalb durch ein neues Forschungsgroßgerät sein Profil erweitert.

Durch ein Röntgendiffraktometer können wir den inneren Aufbau von Werkstoffen bestimmen“, sagt der Chef des Lehrstuhls, Professor Olaf Keßler (45. Das aus Mitteln des Konjunkturprogramms finanzierte Forschungs-Großgerät versetzt die Wissenschaftler in die Lage, Spannungen von Material, die man mit bloßem Auge nicht wahrnimmt, exakt zu messen. Die Röntgendiffraktometrie ist ein wichtiges Verfahren zur Materialuntersuchung.

Besonders gut lässt sich damit die Feinstruktur eines Bauteils untersuchen. Weitere Verfahren messen die Absorption der Röntgenstrahlung im Werkstoff. So kann genau Auskunft über die Grobstruktur gegeben werden.

Bei der Feinstrukturanalyse mittels Röntgendiffraktometrie lassen sich viele wichtige Informationen direkt über den kristallinen Aufbau von Werkstoffen bestimmen, so zum Beispiel über die Zusammensetzung der Phasen. So wird es möglich, die Eigenspannungen im Bauteil zu messen. Die Eigenspannungen sind elastische Verzerrungen des Kristallgitters ohne eine äußere Spannung an das Bauteil gelegt zu haben.

Die drei wichtigsten Anwendungsgebiete der Röntgendiffraktometrie sind die Phasenanalyse, die Messung von Eigenspannungen und die Texturbestimmung.

Doktorand Markus Dammer (27) bedient das computergesteuerte sensible Gerät an der Rostocker Uni. Exakt achtet der junge Mann darauf, dass alle geometrischen und physikalischen Voraussetzungen stimmen, damit bis auf ein tausendstel Grad genau gemessen wird. Der Wert dieses Verfahrens liegt in der wissenschaftlichen Untersuchung der Eigenschaften von bestimmten Materialien“, sagt Markus Dammer. Beispielsweise hat Blech in verschiedenen Richtungen verschiedene Eigenschaften. Im Labor werden röntgenographische Phasenanalysen sowie Eigenspannungsbestimmungen von metallischen Werkstoffen vorgenommen.

Die Eigenspannungsbestimmung eines Werkstoffes ermöglicht eine Charakterisierung der Eigenspannungszustände von wärmebehandelten, insbesondere abgeschreckten Proben und Bauteilen“, sagt Professor Keßler. Sein Team untersucht für die Deutsche Forschungsgemeinschaft beispielsweise, was passiert, wenn Werkstoffe eine Wärmebehandlung von 500 Grad Celsius erhalten und wie sie dadurch ihre Eigenschaften verändern, wenn sie wieder auf Raumtemperatur gebracht werden. Da liegt das know how“, sagt Professor Kessler. Die meisten Werkstoffe erhalten nach dem Erhitzen und einer raschen Abkühlung sehr gute Eigenschaften“. Die Mess-Ergebnisse liefern dann Daten für neue Werkstoffmodelle. Durch die röntgenographische Analyse bestehe die Chance, die besten Eigenschaften für Werkstoffe zu erhalten. Durch das Forschungsgerät sind wir jetzt in der Lage, die genaue Materialstruktur zu erkennen“, betont der Professor. Beispielsweise könne man herausfinden, welche Temperatur bei der Abkühlung der erhitzten Werkstoffe optimal für ihre Eigenschaften sei.

Durch das Röntgendiffraktometer sind wir in der Lage, neue Forschungsprojekte zu bearbeiten“, sagt Professor Keßler. Wir haben gute Leute und gute Ideen“. Der Lehrstuhl für Werkstofftechnik will sich langfristig in zwei Richtungen entwickeln, den Leichtbau und der Medizintechnik. Da bahnen sich Kooperationen mit der Industrie an“, blickt Professor Keßler voraus.

Dr. Ulrich Vetter
Leiter Presse+Kommunikation
Pressesprecher
Universität Rostock
Ulmenstraße 69, Haus 3
18057 Rostock
Fon: (0381) 498 1013
Fax: (0381) 498 1032
Mail: ulrich.vetter@uni-rostock.de

Ingrid Rieck | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Elektrische Spannung: Kaiserslauterer Ingenieure erforschen Versagen bei Kugellagern
28.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Modulares Fertigungssystem für Kettenräder
15.03.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Entzündung weckt Schläfer

29.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mittelstand 4.0-Kompetenz­zentrum Stuttgart gestartet

29.03.2017 | Wirtschaft Finanzen

Energieträger: Biogene Reststoffe effizienter nutzen

29.03.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz