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Griff zur Nadel

01.02.2010
Automatisches Nadelgreifersystem für Austuchungsanlage
Ein Nadelgreifermodul von SAS Automation Robotergreifsysteme handelt Kunststoff- tücher zur Trennung von Pressspanplatten. Das Projekt ist ein Beispiel dafür, wie aus Kunden wünschen neue Produkte entstehen.

Wie Wachspapier das Zusammenkleben von Käsescheiben verhindert, trennen Kunststofftücher bei Pucaro, Hersteller für Isoliersysteme, gestapelte Pressspanplatten. Der Werkstoff kommt als Flächen-Isolierstoff in elektrischen Maschinen zum Einsatz, etwa bei Motoren oder Antrieben für die Lagen- und Phasenisolation sowie für die Nutisolation.

Bevor die aus unterschiedlichen Nassvlieslagen bestehenden Platten ihren eigentlichen Dienst versehen, müssen sie entwässert und vor dem Trocknen ausgetüchert werden. Für diese so genannte Austuchung hatte sich über lange Zeit eine manuelle Lösung bewährt - aber die ist mittlerweile weder zeitgemäß noch effektiv. Automatisierung war angesagt.

Der beauftrage Anlagenbauer MS Sondermaschinen wollte zunächst die Tücher ansaugen. Bei Vorversuchen mit verschiedenen Vakuumsaugern und Pumpenvarianten stellte sich heraus, dass sich die vier Meter langen und 2,4 Meter breiten Zwischenlagen wie Siebe verhalten und luftdurchlässig sind - also keine Rede von Vakuum. Eine Alternative verhieß Erfolg: das Anheben der Tücher mit Nadelgreifern von SAS Automation Robotergreifsysteme.

Das Karlsruher Unternehmen adaptierte schnell und präzise gewünschte Spezifikationen an seine Standardprodukte und hat Systeme mit austauschbaren Nadeln. Gerade der Wechsel von Stahl auf das verschleißfestere Titan war ein Hauptauswahlaspekt. Um jedoch allen Automatisierungsbedingungen zu entsprechen, ging es dem Greifer an seinen Spezifikationskragen: Doppelsicherung der Nadeln gegen Herausfallen, elektrische Abfragemöglichkeit der Nadelstellung - ob ein- oder ausgefahren - sowie verdrehsichere Hubbewegungen durch Doppelführung.

Da die Tücher nicht plan aufliegen, musste zusätzlich der Standardfederhub von 25 auf 30 Millimeter vergrößert werden. Diese flexible Anpassung sorgt dafür, dass die Tücher immer optimal gefasst und die darunterliegenden Platten nicht beschädigt werden. Favorit war das Greifmodul GRN 12-10, das speziell für die Aufnahme feiner Gewebe und Maschenwaren konzipiert ist und mit Druckluft gesteuert wird. Es ist serienmäßig mit vier austauschbaren Nadeln mit zwei Millimetern Durchmesser ausgestattet. Die Nadeln sind jeweils paarweise und gegenüberstehend angeordnet.

Im ausgefahrenen Zustand stechen sie leicht in das Tuch ein, das sich beim Einfahren wieder löst. Im Betriebszustand hebt ein Scherenhubtisch den Plattenstapel in eine Abnahmeposition. Von oben senkt sich der Nadelbalken mit acht Greifern und setzt auf dem Stapel auf. Die Nadeln fahren aus und verkreuzen sich im Material. Anschließend hebt sich der Querbalken mit dem eingehakten Tuch um etwa 200 Millimeter an, damit es nachgeschaltete pneumatische Klemmgreifer übernehmen können; sie ziehen es nach hinten weg, platzieren es geordnet auf einem Ablagebock und sind parat für die nächsten Eintuchungen.

Johannes Schweigler | handling
Weitere Informationen:
http://www.handling.de/xist4c/web/Griff-zur-Nadel_id_882__dId_477830_.htm

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