Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gewindeplatte beseitigt Standzeit-Schwankungen

13.01.2010
Unerklärliche Schwankungen beim Herstellen von Innengewinden bei Muttern bereiteten den Geschäftsführern der Mauthe OHG Kopfzerbrechen. Konstanz war gefragt und wurde mit der TF-Gewindeplatte von Kyocera erreicht. Jetzt kann die Maschine mannlos die Nacht durchlaufen.

Hält sie oder hält sie nicht? Diese Frage haben sich die Brüder Mauthe immer wieder gestellt, wenn es um die Gewindeschneidplatte für die Bearbeitung einer Sondermutter für die Automobilindustrie ging. „Die Standzeit schwankte zwischen 150 und 500 Teilen pro Schneide“, beschreibt Anton Mauthe das Problem. Sein Bruder Walter ergänzt: „Wir haben viele Versuche mit unterschiedlichen Wendeschneidplatten gemacht, ohne die Ursache für die starken Schwankungen feststellen zu können.“ Diese fehlende Konstanz machte es auch unmöglich, die Maschine mannlos die Nacht durchlaufen zu lassen – und das ist für die unter hohem Preisdruck stehende Lohnfertigung bei der A+W Mauthe OHG in Mahlstetten ein wichtiges Kriterium.

Schmiedeteil aus C45 hat Zugfestigkeit von 1000 N/mm²

Bei dem zu bearbeitenden Bauteil handelt es sich um eine Getriebemutter für die Automobilindustrie, von der zu Hochzeiten 30000 Stück pro Monat den Zweispindelportallader verließen. Das Schmiedeteil aus C45 hat eine Zugfestigkeit von 1000 N/mm². „Die Schwierigkeit der Bearbeitung liegt im unterschiedlichen Gefüge und den daraus resultierenden Härteunterschieden“, erklärt Anton Mauthe. Der Fertigungsablauf besteht aus Plandrehen, Ausdrehen und der Herstellung des Innengewindes.

Für alle drei Schritte kommen Wendeschneidplatten-Werkzeuge von Kyocera zum Einsatz. Die komplette Bearbeitungszeit je Mutter liegt inklusive Einlegen bei 50 s. Das Gewindedrehen alleine dauert etwa 8 s, wobei mit einer Schnittgeschwindigkeit von 120 m/min gefahren wird. Die Vorgaben an die Genauigkeit des Bauteils mit einer Winkeltoleranz von 0,01 mm und einer Oberflächenqualität des Gewindes von Rz = 10 µm machten die Bearbeitung in einer Aufspannung erforderlich.

„Eine Nacharbeit ist nicht möglich, denn wenn die Mutter einmal ausgespannt wird, ist die Genauigkeit weg“, verdeutlicht Anton Mauthe. „Deshalb sind wir schon seit langem auf der Suche nach einer konstant arbeitenden Gewindeplatte.“ Die hat das Unternehmen aus Mahlstetten mit der TF-Gewindeschneidplatte von Kyocera jetzt gefunden. „Sie erreicht sicher eine Standzeit von 500 Teilen pro Schneide“, unterstreicht der Geschäftsführer.

TF-Serie – komplett gesinterte Gewindeschneidplatte

Im Vergleich zu den vorher eingesetzten, geschliffenen Gewindeplatten handelt es sich bei der TF-Serie um eine komplett gesinterte Platte. „Sie wird ohne Nachschleifen in einem genauen Pressverfahren hergestellt“, erläutert Rafael Schröer, Geschäftsführer der Kyocera Fineceramics GmbH. „Dabei erreichen wir trotzdem eine sehr scharfe Schneidkante.“ Sowohl bei dem Feinstkorn-Hartmetall-Substrat als auch bei der im PVD-Verfahren aufgebrachten TiAlN-Beschichtung kann das japanische Unternehmen auf eigene Entwicklungen zurückgreifen.

Konstante Standzeit von rund 500 Bauteilen

Der große Vorteil der TF-Platte für den Drehteile-Spezialisten: Alle für die Bearbeitung der Getriebemutter eingesetzten Wendeschneidplatten haben nun eine konstante Standzeit von rund 500 Bauteilen. „Daher können wir alle Platten gemeinsam nach jeder Schicht wechseln und verringern so die Stillstandszeiten der Maschine“, äußert sich Anton Mauthe zufrieden. „Allein wegen der Tatsache, dass wir jetzt mannlos die Nacht durchproduzieren können, hat sich die neue Gewindeplatte gelohnt.“

Dieses positive Ergebnis blieb nicht folgenlos: „Wir steigen großflächig auf die TF-Gewindeplatte um“, bestätigt der Mauthe-Geschäftsführer. „Unsere Mitarbeiter wollen es laufen lassen, deshalb nutzen wir die gesinterte Platte auch bei anderen, weniger anspruchsvollen Aufgaben.“ Und dort sind die Resultate noch besser.

„Bei Automatenstahl erzielen wir sogar eine Standzeit von 1000 Teilen pro Schneide“, fügt Walter Mauthe hinzu. So ist es für Kyocera gleich ein doppeltes Erfolgserlebnis: Man konnte das Standzeitproblem lösen und die verkauften Stückzahlen erhöhen. „Seit der Zeit nach dem Test hat sich die monatliche Abnahme an TF-Gewindeplatten bis heute verzehnfacht“, beziffert Rafael Schröer.

Rüdiger Kroh | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/zerspanungstechnik/articles/245714/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Flexiblere Turbomaschinen entwickeln
23.05.2017 | FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur GmbH

nachricht WHZ erhält hochmodernen Prüfkomplex für Schraubenverbindungen
23.05.2017 | Westsächsische Hochschule Zwickau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten