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Geradewegs mit System

01.01.2009
Für die Automatisierung in Produktion und Logistik sind moderne Linearsysteme unverzichtbar. Einbaufertige Komplett- lösungen liegen dabei im Trend. Im Vergleich zur Eigen- konstruktion ersparen Sie dem Anwender Aufwand und Zeit. Können Standardprodukte applikationsspezifisch maßge- schneidert und dennoch in kleinen Stückzahlen zu wirtschaft- lichen Konditionen geordert werden, rechnet sich das vor allem für Hersteller in Sondermaschinenbau und Montageautomation.
Im Vergleich zur Konstruktion aus Einzelkomponenten wie Kugelgewindetrieb, Festlagern und Loslagern (als Stehlager oder Flanschlagereinheit) sowie Profilschienenführungen bietet Misumi mit der vormontierten Standardbaugruppe KUH/KUA eine einfache Lösung. Die Lineareinheit ist mit Profilschienenführungen in den Ausführungen SVR für mittlere Traglasten von bis zu 16,8 kN (Co) und SXR für schwere Traglasten von bis zu 43,5 kN (Co) verfügbar. Nach dem Motto Flexible Configuration & Sizing können Anwender die Lineareinheit für die entsprechende Applikation individuell modifizieren. Aus der Kombination von Plattengröße, Kugelgewindespindel und Verfahrlänge ergeben sich etwa 208 mögliche Varianten. Durch Nuten in der Grundplatte lassen sich optional Sensoren für die Endlagenabfrage sowie Encoder zur Positionsbestimmung befestigen.


Seit kurzem sind auch Ausführungen mit Faltenbalg verfügbar. Je nach Motor wird dabei unterschieden in Lösungen für den Betrieb mit Servomotoren (KUAJ) oder mit Schrittmotoren (KUBJ). Die Einheiten mit Faltenbalg empfehlen sich für Anwendungen mit Reinraum-Klassifizierung ebenso wie den Einsatz für Maschinen und Anlagen im Bereich der Lebensmittelindustrie oder Applikationen zur Oberflächenbehandlung wie für Lackierungen. Die Abschirmung verhindert zum einen, dass Schmierstoff von der Gewindespindel herausgeschleudert wird und austreten kann. Zum anderen schützt sie davor, dass Verschmutzungen in das Innere der Einheit gelangen und den Lauf der Führung beeinträchtigen. Die Linearsysteme der LX-Serie zeichnen sich im Vergleich zu den KUH/KUA-Einheiten durch ein höheres Präzisionsniveau sowie kompaktere Abmessungen aus. Sie eignen sich für ein- oder mehrachsige Applikationen unter anderem in Zuführungseinheiten, Klebemittel-Dispensern oder Lötanlagen. Erhältlich sind die LX-Systeme mit einem oder zwei Führungswagen in offener Ausführung (Typ S) oder mit Abdeckung (Typ C) im Niederprofil-Block-Design; sie schützt vor Austritt von Schmierstoff ebenso wie vor dem Eindringen von Schmutzpartikeln in das Führungsinnere. Das LXC-System eignet sich daher ebenfalls für einige Reinraum-Anwendungen. Die Länge der extrudierten Grundkörper aus hochfestem Werkstoff ist von 100 bis 600 mm wählbar, standardmäßig in 50-mm-Schritten mit einer Lieferzeit von acht Werktagen, bei individueller Konfiguration in 10-mm-Schritten mit einer Lieferzeit von 13 Werktagen. Die Schlitten werden über den präzisionsgeschliffenen Kugelgewindetrieb in einem U-förmigen Grundprofil mit niedrigem Masseschwerpunkt und mit zweireihigen, geschliffenen Kugelbahnen geführt, was eine hohe Steifigkeit gewährleistet. Die kompakte Bauform ermöglicht die Aufnahme von verschiedenen Kräften und Momenten aus drei Richtungen. Die Typen beider Serien sind standardmäßig korrosionsgeschützt. Am Motorflansch des Flanschmuttergehäuses können gängige Servomotoren (KUA- und LX-Serie) oder Schrittmotoren (LX-Serie) montiert werden.
Für Anwendungen, in denen keine Wiederholfrequenz gefordert oder in der Regel nur selten positioniert beziehungsweise gelegentlich neu justiert wird, gibt es nun auch Lineareinheiten bei denen der Schlitten über einen Trapezgewindetrieb per Handrad angetrieben wird. Diese gibt es in drei Ausführungen: zwei als Kunststoffhandräder, eins davon ist einklappbar; das dritte als Speichenhandrad aus Metall. Die Einheiten können für die Ausführung sowohl horizontaler als auch vertikaler Bewegungen montiert werden. "Das Interesse an den KUE-Typen mit Handantrieb ist groß", weiß Stefan Pulver, Director Sales & Marketing bei Misumi in Schwalbach. Ob als Höheneinstellung für Optiken oder zur Positionierung bei Messeinrichtungen stellen die Lösungen mit manuellem Antrieb eine wirtschaftliche Alternative dar, wenn keine Elektronik gefragt ist. "Es wäre unrentabler, etwas Eigenes zu konstruieren", so Pulver. ms

| Hoppenstedt

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