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Das Geheimnis des blauen Knopfes – Dieselstapler mit Spritsparmodus

23.03.2009
Für die Flurförderzeugentwickler spielt die Energieeffizienz ihrer Produkte eine immer wichtigere Rolle. Eines der dahin gehenden Konzepte ist ein zuschaltbares Sparprogramm, womit der Fahrer entscheidet, wie sparsam und umweltschonend er seinen Stapler bewegt.

Der Hamburger Intralogistik-Spezialist Still setzt sein Konzept energieeffizienter Flurförderzeuge fort. Nachdem das Unternehmen Ende des letzten Jahres die Elektrostapler RX 20 und RX 60 mit dem serienmäßigen Energiesparmodus Blue-Q vorstellte, der unabhängigen Messungen zufolge Einsparungen von bis zu 20% erbringen soll, folgten nun die Diesel- und Treibgasstapler der Baureihe RX 70 mit Tragfähigkeiten von 1,6, 1,8 und 2,0 t als „Spar-Version“.

Fahrer des Staplers entscheidet über Energieeffizienz

Als Still vor rund drei Jahren die ersten RX-70-Stapler mit Hybridtechnologie, einem Diesel-elektrischen Antrieb, vorstellte, bewarben die Hanseaten ihre Fahrzeuge nicht zuletzt mit dem extrem niedrigen Verbrauch von nur 2,0 l Diesel pro Stunde im Arbeitsspiel gemäß VDI-Richtlinie 2198. Als erste Treibgas- und Dieselstapler mit Blue-Q ausgestattet, sollen die neuen RX 70-16, RX 70-18 und RX 70-20 nun noch weitere 10% Energie einsparen können – wenn es der Fahrer will. Denn das Blue-Q-Konzept überlässt dem Fahrer per Druck auf einen markanten blauen Knopf in der Instrumententafel die Entscheidung, eine Aufgabe mit möglichst geringem Ressourcenverbrauch zu lösen.

Durch eine intelligente Kennlinienoptimierung des Antriebs wird genau dort Energie eingespart, wo sie den Arbeitsprozess angeblich nicht beeinträchtigt, zum Beispiel während bestimmter Beschleunigungsphasen. Darüber hinaus regelt der Blue-Q-Modus auch ein intelligentes Abschalten von elektrischen Verbrauchern, wie das Löschen der Hauptscheinwerfer bei Rückwärtsfahrt oder längerer Standzeit des Fahrzeugs.

Diesel-elektrischer Antrieb steigert Energieeffizienz

Der niedrige Energieverbrauch ist das Ergebnis mehrerer Entwicklungen. Die wichtigste ist der bereits erwähnte Diesel-elektrische Antrieb, bestehend aus einem den Generator antreibenden VW-Verbrennungsmotor, einer Steuereinheit und einem Elektromotor. Die Kraftübertragung erfolgt berührungslos durch Magnetkraft.

Durch die Kennfeldsteuerung und ein intelligentes Antriebsmanagement wird der Verbrauch des VW-Motors deutlich verringert. Je nach Fahrsituation wird die Drehzahl vorausschauend auf das wirtschaftlichste Niveau abgesenkt. Der Verbrennungsmotor läuft dadurch umweltfreundlicher und leiser.

Blue-Q = IQ soll zukünftig auch für ein wirtschaftliches und umweltverantwortliches Gesamtkonzept mit Intelligenz stehen, lässt Still verlauten. Die Intralogistik erfordere nicht nur moderne Flurförderzeuge, sondern greife deutlich weiter. Notwendig sei daher ein durchgehender Ansatz, der Fahrzeuge und Fahrer einschließlich deren Schulung als Teil eines Gesamtsystems begreift. Dabei gehe es um die Integration von physischem Materialfluss und dem begleitenden Informationsfluss.

Volker Unruh | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/materialflusslogistik/foerdertechnik/articles/175863/

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