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Fokus auf Integration

22.06.2011
In der Antriebs- und Automationstechnik zeichnen sich Änderungen ab

Die Konjunkturerholung bringt den Mut zum Wechsel zurück: Integration heißt das Zauberwort des Jahres 2011 – ein roter Faden, der sich durch Antriebstechnik und Steuerungen zieht. Mithin steht im Maschinenbau mal wieder ein Technologiewechsel an, der in den letzten Jahren durch die Wirtschaftskrise gebremst wurde.

Das zumindest sagen die Marktforscher von Quest Technomarkteing.
Die deutschen Maschinenbauer sind änderungswillig wie noch nie, was konstruktive Elemente in der Antriebstechnik und der Automatisierung betrifft. Quest Technomarketing beobachtet seit zehn Jahren den Markt der Automatisierungstechnik in der Maschinenbaubranche und meldet, 82 Prozent der Maschinenbauer würden in diesem Jahr Änderungen an der Automatisierungstechnik ihrer Anlagen vornehmen. Das ist der höchste gemeldete Wert im letzten Dezennium. Dabei steht eine Triebfeder als Tendenz ganz klar vorn im Ranking der Prioritäten: Energieeffizienz.

Das Dauerthema der deutschen Wirtschaft gilt nunmehr auch bei den Konstrukteuren als gesetzt. Für 55 Prozent der der Maschinenbauer steht diese Aufgabe „ganz klar im Vordergrund“, wie Quest im eigenen Trend Magazin meldet. Es bezieht sich dabei auf eine neue Marktuntersuchung von Quest Technomarketing, Bochum und London, unter dem Titel „Was der Maschinenbauer in der Automatisierungstechnik 2011 ändern will“.

Diese neue Studie ist nach Firmenangaben repräsentativ, da sie 250 von den 650 Maschinenbaufirmen in zehn Teilbranchen mit 100 und mehr Beschäftigten erfasste – das sind 38 Prozent. Sie wurde im Januar/Februar 2011 durchgeführt und ist damit topaktuell. Die Ergebnisse umfassen 57 Seiten. Die Studie wird für 4.200,00 Euro angeboten. Beim Technologiewechsel der Steuerungstechnik an den Maschinen bevorzugen die Maschinenbauer in diesem Jahr integrierte Steuerungstechnologien, besagt das Ergebnis der Studie. Demgemäß beabsichtigen in diesem Jahr 24 Prozent der untersuchten Maschinenbauer die Steuerungstechnik an den Maschinen zu ändern.

Im Vergleich zum Vorjahr bedeuten die Änderungen der Maschinenbauer, dass der Technologiewechsel der Steuerungstechnik an den Maschinen wieder zurückgekehrt ist – allerdings gedämpft und fokussiert. Im Vorjahr war nämlich das Ergebnis der Untersuchung, dass der Technologiewechsel der Steuerungstechnik an den Maschinen fast zum Erliegen gekommen war. Das Krisenjahr 2009 und der anschließend stark anziehende Auftragseingang hatten die Maschinenbauer dazu veranlasst, nicht zu anderen Steuerungstechnologien zu wechseln, sondern die vorhandene Steuerungstechnik an den Maschinen anzupassen, zu verbessern – Stabilität mit Feintuning war also angesagt. Jetzt ist der Mut zu neuen Lösungen wieder zurückgekehrt.

Beim Technologiewechsel an den Maschinen unterscheidet Quest Technomarketing drei Richtungen: Substitution, Neueinsatz und Stabilität einer Technologie. Ersetzt zum Beispiel der PC die SPS an der Maschine, so erfährt der PC einen Neueinsatz, die SPS hingegen eine Substitution. Lösen etwa zwei kleine SPS eine große SPS an der Maschine ab, so bedeutet dies Stabilität der SPS beziehungsweise ihr Feintuning.

Antriebe im Mittelpunkt
Der Technologiewechsel in der Steuerungstechnik kehrt gedämpft in diesem Jahr zurück, weil der Neueinsatz bei vier von sieben Steuerungstechnologien gering ausfällt. Mikroprozessorsteuerung, CNC, SPS und Schütztechnik zeigen einen Neueinsatz von nur 20 Prozent und weniger. Bei drei Technologien hingegen dominiert der Neueinsatz, also der Wechsel zu diesen Technologien. Es sind dies die integrierte Steuerungsplattform, das Bedienterminal mit integrierter Steuerung und die PC-Steuerung. „Der Technologiewechsel in der Steuerungstechnik erfolgt in diesem Jahr also gedämpft und auf integrierte Steuerungstechnologien fokussiert”, heißt es von Quest Technomarketing.

Im Mittelpunkt steht dabei in diesem Jahr für 55 Prozent der Maschinenbauer die Einführung energieeffizienter Antriebe.

Einen Wechsel in der Antriebstechnik sehen 31 Prozent vor, während 24 Prozent an der Steuerung drehen wollen. Robotik wollen in 2011 19 Prozent der Maschinenbauer, E/A-Baugruppen 16 Prozent und IO-Link sowie RFID 23 Prozent der Maschinenbauunternehmen angehen. In jedem Feld hat Quest je drei Haupttendenzen identifiziert. So sollen im energetischen Bereich Frequenzumrichter an Drehstrommotoren zum Einsatz kommen, die bislang durch eine konstante Drehzahl gekennzeichnet waren. Diese Drehstromer arbeiten voraussichtlich nach 1E1 bis 1E3-Norm. Zugleich zeichnet sich ein verstärkter Einsatz von Synchron- beziehungsweise PM-Motoren anstelle der Asynchronlösungen ab. Bei den Antrieben wird die Sicherheitstechnik als Hauptbetätigungsfeld ausgemacht. Hier ersetzt eine integrierte Lösung künftig die klassische Sicherheitstechnik. Ebenfalls integriert werden sollen die Umrichter in die Antriebe. Die Freqenzumrichter erhalten gleichzeitig Konkurrenz von den Servos.

Auch die SPS gerät zusehends unter Druck. Der Wechsel in der Steuerungstechnik erfolgt zu Gunsten des PCs. Die Bedienterminals erhalten eine integrierte Steuerung oder eine Steuerungsplattform. Mit den sich abzeichnenden Änderungen geht aber keine Abkehr von den bisherigen Lieferanten einher. Rund zwei Drittel der Unternehmen, die auf Änderungen setzen, wollen die bisherigen Zulieferer behalten. bw

| handling
Weitere Informationen:
http://www.handling.de/Zur-Sache/Zur-Sache---Marktstudie-Antriebe-Steuerungen.htm

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