Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Federbleche präzise und schnell biegen

30.09.2008
Für eine durchgängige Prozesskette bis zur Biegemaschine sorgt beim Blechspezialisten Magepa unter anderem die Kombination aus dem 3D-CAD-System Solid-Works und der SPI-Lösung Sheet-Metal-Works. Die 3D-Arbeitsweise erleichtert den Ablauf und wird von immer mehr Kunden verlangt.

Ohne 3D-CAD ginge es heute überhaupt nicht mehr, berichtet Ralf Schmidt, Geschäftsführer der Koberger Magepa Feinmechanik GmbH, 2D sei tot. „Es gibt mittlerweile immer mehr Situationen, in denen wir vom Kunden direkt 3D-Daten erhalten, die wir dann fertigungsgerecht aufarbeiten.“ Bestimmte Aufträge würde man heute sicher nicht bekommen, wenn man diesem Stand der Technik nicht genügen würde. Seit 2003 setzen die Koberger die 3D-CAD-Software Solid-Works ein, ergänzt um die Blechlösung Sheet-Metal-Works der SPI GmbH aus Ahrensburg. Letztere erleichterte auch die Fertigung eines speziellen Federblechs, das Magepa im Kundenauftrag herstellt.

In einem Switch-Gehäuse erfüllt dieses Leitblech aus Federstahl zwei Funktionen: Einerseits soll es großflächig magnetische Streufelder nach außen abschirmen – um so die elektromagnetische Verträglichkeit sicherzustellen. Andererseits soll es federnd Kontakte zwischen den RJ24-Steckern, der Platine und dem Gehäuse herstellen. Deshalb kommt Federstahl zum Einsatz, im Projekt geht es um ein 0,3 mm dickes Blech. Dieses hat die Eigenschaft, auch in sehr dünnem Zustand extrem formbeständig zu sein. Auch nach Belastung verbiegt es sich nicht, sondern federt in die ursprüngliche Form zurück. Das Bauteil zeichnet sich zudem durch zahlreiche kleinste Laschen aus, die in verschiedene Richtungen gebogen werden.

Konstruktionsdaten werden direkt in die Fertigung übernommen

Schmidt erläutert: „Der Switch besteht im Wesentlichen aus zwei Hauptelementen, dem Gehäuse und der bestückten Platine mit den Buchsen für die aufzunehmenden Stecker. Dazwischen liegt unser Leitblech.“ Zunächst habe man dazu vom Kunden eine Datei im Parasolid-Format erhalten. „In einem ersten Schritt haben wir das Leitblech gewissermaßen in den 3D-Körper hineinkonstruiert“, so der Blechspezialist weiter. Das Ergebnis ging als Step-Datei zurück an den Kunden, der diese in den Gesamtzusammenhang einfügte und Magepa ein entsprechendes Feedback für die weitere Arbeit gab.

Für das Federblech mussten drei Konfigurationen für die drei Biegezustände erstellt werden:

-eine für die Einbausituation,

-eine, die dem Belastungsfall beim Einbauen entspricht, und

-ein dritter Zustand, welcher der Situation der Überbiegung im Biegegesenk bei der Produktion des Federblechs entspricht.

Nur so lässt sich feststellen, wie das Werkzeug gestaltet sein muss, mit dem die unzähligen Laschen gebogen werden. Zumal diese ja nach dem Biegen – auch nach großem Druck – wieder ein Stückchen zurückfedern.

Designer und Software hätten sich an diesem Teil anfänglich die Zähne ausgebissen, gesteht Magepa-Chef Ralf Schmidt. „Wir waren an der Grenze.“ Aber zusammen mit SPI habe man eine Lösung gefunden, so dass das Bauteil in Serie gehen konnte. Aufgrund der Losgröße lohnte es sich, neue Werkzeuge zu bauen. Dazu ließen sich mit Hilfe des bereits vorhandenen CAD-Modells die entsprechenden Gesenkstreifen schnell konstruieren.

„Für die korrekte Berechnung solch komplexer Abwicklungen setzen wir mittlerweile sehr erfolgreich auf Sheet-Metal-Works von SPI“, fährt Schmidt fort. Ein weiterer großer Vorteil sei, dass es über die Blechapplikation möglich sei, die Abwicklung aus dem Solid-Works- in das Geo-Dateiformat direkt zu exportieren. „Diese Daten können wir hier direkt an Trutops Punch und Trutops Bend von Trumpf weitergeben und das Programm steht“, freut sich der Magepa-Chef über die schnelle Maschinenprogrammierung. „Das ist wirklich so abgearbeitet worden, wir mussten nicht einen Winkel oder eine Länge an der Maschine eintippen.“ Die Prozesskette funktioniere.

Ging es im genannten Beispiel von Solid-Works über Sheet-Metal-Works an die Tops-Biegetechnologie, so ist bei Magepa über die Ahrensburger Software und das Softwaremodul Trutops Punch durchgängig auch der Weg Richtung Stanztechnologie sowie über Solid-CAM zur Fräsmaschine gebahnt. Sicher habe man früher auch ohne die Software die Probleme in den Griff bekommen, fasst Ralf Schmidt zusammen. „Wenn ich das allerdings überschlage, haben wir heute rund 30% mehr Kapazität als früher.“ Deswegen könne man entsprechend mehr komplizierte Aufträge annehmen und dem Kunden immer besser Unterstützung zuteil werden lassen.

Mit Federstahl lassen sich auch komplizierte Produkte herstellen

In Koberg werden Bleche von 0,02 bis4,0 mm Dicke in fast allen Qualitäten verarbeitet. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Bearbeitung von Federbandstahl. Aber auch VA, Stahl, Alu, Federbronze und andere Metalle bringt Magepa in Form. Rohre von 2 bis 22 mm Durchmesser werden nach Kundenwünschen hergestellt und durch Biegen, Quetschen und andere Verfahren bearbeitet. Der gut ausgerüstete Werkzeugbau stellt sicher, dass sich auch recht komplizierte Anforderungen erfüllen lassen. „Die Kunden wissen das zu schätzen“, betont Schmidt. „Ziel ist und bleibt es darum, sie bei der Lösung anstehender Probleme partnerschaftlich mit Ideen und Leistungen zu unterstützen.“

Vieles davon mache man mit Magepa-Mitarbeitern und dem eigenen Know-how. „Zusätzlich sind wir aber auch in der Lage, durch unsere Zusammenarbeit mit anderen Betrieben weitere Leistungen anzubieten – wie etwa die Oberflächenbehandlung, im Grunde die ganze Palette der Metallverarbeitung.“

Christian Burdorf | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/spanende_fertigung/articles/146436/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel
17.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht eldec-Technologie im Maschinenbau: Standardisierte Hochleistungsgeneratoren für exzellente Maschinenbaulösungen
15.12.2016 | EMAG eldec Induction GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise