Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Evolution der Leistungselektronik

24.11.2010
Rohstoff- wie Umwelt-/Klimasituation zwingen zum verantwortungsvollen Umgang mit Energie. Neue Stoffe werden trotz ihrer verbesserten Eigenschaften Silizium nicht ablösen – es bildet sich eine Konkurrenzsituation zwischen den Technologien. Optimum für Stromrichter wird die Kombination von Halbleitern auf verschiedener Grundlage sein.

Anzeige

Energieelektronische Stromrichter verstellen deshalb in allen Bereichen von Wirtschaft und Industrie effizient Leistungen zwischen geringen Wattzahlen (Sparlampen, Klimaanlagen, Kühlschränke, Waschmaschinen, Trockner und dergleichen) und Höchstwerten bei HGÜ und Mittelspannungsantrieben. Für die etwa seit 1960 bekannten, die Elektrotechnik schon einmal revolutionierenden Leistungshalbleiter jedweden dynamischen Anspruchs, dient als Basismaterial Silizium Si. Damit bestückte Stellglieder kennzeichnet maximaler Wirkungsgrad flankiert von Wartungsarmut und einfacher Bedienung. Ihre Netzrückwirkungen unterschreiten die verträglichen Grenzen. Neuerdings nun stehen Halbleitermaterialien als Si-Ergänzung zur Verfügung.


Sie gestatten technisch gleichwie wirtschaftlich verbesserte Applikationen, zumal das dsbzgl. Si-Potenzial ausgeschöpft zu scheint. Diese Konkurrenz besitzt gute Chancen, sich auf Dauer als gleichberechtigter Partner vom Si durchzusetzen. Bei sinkenden Herstellkosten verbessern sich Leistungsniveau und -dichte/Miniaturisierung, Sperrspannung, Verlustarmut ebenso Ausfall- und Temperaturverhalten, EMV-Verträglichkeit, Ausbeute. Die Einsatzmöglichkeiten derartige Halbleiter applizierende Systeme verbreitern sich, weil ihre Wirkung noch mehr die „Summe der funktionelle Eigenschaften ihrer Komponenten“ übersteigt. Energie aus erneuerbaren Quellen wird erschwinglicher, der erhöhte Bedarf an Convertern lässt sich kostengünstiger und zuverlässiger decken. Der Zustand „grid parity“, in dem umweltfreundlicher Strom ebenso günstig wie mit konventioneller Technik generiert wird, rückt in greifbare Nähe.


Neue Lösungsansätze

Die bewährte Si-Technologie ist weitgehend ausgereizt. Notwendige Verbesserungen erzielen etwa die Systemintegration aktiver und passiver Bauelemente, die Applikation neuer Kühltechniken, insbesondere aber neue Basismaterialien, die ein vergrößerter Bandabstand (Wide Bandgap Semiconductors) und eine schalterfreundlichere Kristallstruktur auszeichnet. Zu solchen innovativen Ansätzen gehören Siliziumcarbid SiC, Galliumnitrid GaN, aber auch Galliumarsenid GaAs und andere Halb-/Metalle. Geringerer Materialeinsatz, vermindertes Volumen der Stromrichtergeräte und steigende Anlagenzuverlässigkeit folgen aus den schon genannten Vorzügen. Die Hürde der aufwendigen Herstellung solch neuartiger, steuerbarer Bauelemente ist auf gutem Wege, wirtschaftlich genommen zu werden. Kostenvergleiche fallen künftig zugunsten der neuen Technologien aus.


Siliziumcarbid SiC

SiC-basierte Schalter stehen vor ihrem wirtschaftlichen Erfolg. Die erreichbare Materialgüte gestattet bereits die Herstellung von Scheiben, deren Einzel-Chip-Fläche den kW-Bereich erreichen kann. Mit ihnen konstruierte Stromrichter zeichnen sich durch Nutzen gemäß Tabelle aus. Besonders eignen sie sich für hohe Schaltfrequenzen (Umrichter für hochtourige Motoren, Umrichter mit gepulstem, netzseitigen Vier-Quadrantensteller für ein- und ausgangsseitigen Sinus-Betrieb). Verminderter Geräuschpegel, oberschwingungsarmes Drehmoment, verbesserte Drehzahlstabilität, sinkender Filteraufwand ergeben sich daraus.

Auch getaktete DC/DC-Wandler zählen zu den bevorzugten Anwendungen mit schärferen Einsatzbedingungen. Die Zunahme der Kompaktheit der SiC-Stellglieder empfiehlt sie für Applikationen mit Platznot. Kraftfahrzeugtechnik (E-Mobility) und Direktantriebe mit integriertem Umrichter, Integralmotoren für Leistungen > 22 kW werden zu Abnehmern gehören. Matrixconverter als optimale Topologie einer Stromrichterschaltung entstehen mit ihnen kostengünstig.


Galliumnitrid GaN

Durch erhebliche Fortschritte bei Schaltleistung und Bandbreite, bei Sperrspannung sorgen ebenfalls GaN-Transistoren für geringeren Stromverbrauch, für kleinere Abmessungen, für Kostensenkungen überhaupt. Erste kommerzielle HEMT´s (u. a. von International Rectifier), die sich etwa wie konventionelle Leistungs-MOSFET`s verhalten, sowie 600V-Schottky-Dioden leiten 2010 die Phase weiterer Verbesserungen dieser Technologie ein. Erste erfolgreiche Applikationen im Niederspannungsbereich liegen mit DC/DC-Netzteilen und Schaltreglern vor.


Galliumarsenid GaAs und andere Halb-/Metalle

Aus GaAs entstehen bevorzugt Solarzellen. Gegenüber Si soll ihr Wirkungsgrad etwa auf den doppelten Wert steigen. Das in der Anfangsphase steckende Herstellungsverfahren verspricht den Sprung in die Massenfertigung, also die wirtschaftliche Nutzung der Sonnenenergie. Weitere Elemente wie Tellur (Halbmetall) und Cadmium (Metall) konkurrieren ebenfalls mit Si. Trotz ihrer geringeren Stromausbeute, dem damit verbunden höheren Installationsaufwand, sind selbst diese Materialien auf dem Vormarsch, da sich das Watt vergleichsweise kostengünstig erzeugen lässt.

Ein weiterer „leistungselektronischer“ Konkurrent in der Fotovoltaik erwächst mit den nanodünnen, druckbaren, organischen Solarzellen, die mittels Farbpartikeln den elektrischen Strom erzeugen. Noch bieten solche Nano-Zellen keinen der kristallin anorganischen Technik vergleichbaren Wirkungsgrad. Allerdings lassen sie sich wohl in hohen Stückzahlen preiswert herstellen. Interessant ist die Nano-Dünnschicht-Technologie mit Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid

Natürlich lösen die neuen Stoffe trotz ihrer verbesserten Eigenschaften Si nicht ab. Mithin bildet sich die oben erwähnte Konkurrenzsituation zwischen den Technologien.

Joachim Krause | Quelle: handling
Weitere Informationen: www.handling.de/Suche/Know-How---Automation---Evolution-der--Leistungselektronik.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht IFA entwickelt Messgerät für die sichere Mensch-Roboter-Kollaboration
18.05.2012 | Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung - DGUV

nachricht Solarboot „Südseesonne“ an Naturschutzbund übergeben
18.05.2012 | Hochschule Lausitz (FH)

Alle Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit


Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.

Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.

„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...

Im Focus: Widerspenstiges Quasiteilchen erzeugt


Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.

Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.

Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...

Im Focus: Licht lässt Partikel wachsen - Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre


Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.

Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.

Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...

Im Focus: Abschreckung: Tabak signalisiert angreifenden Zikaden Verteidigungsbereitschaft


Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen

Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...

Im Focus: Erbgutkopie reist im Protein-Koffer


Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.

Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.

Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Energieversorger vor dem Umbruch

24.05.2012 | Studien Analysen

Stem-cell-growing surface enables bone repair

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft und Öffentlichkeit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp