Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Entwicklung einer hochflexiblen Fertigungszelle für den Einsatz in mittelständischen Betrieben

24.08.2010
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie fördert Forschungsprojekt des Instituts für Produktentwicklung und Konstruktionstechnik der Fachhochschule Köln mit 300 000 Euro.

Flexible Fertigungszellen zur spanenden Bearbeitung (wie etwa Drehen, Fräsen und Bohren) werden bereits bei Serienfertigung eingesetzt. Die derzeitigen Anwendungen sind allerdings vor allem auf wenige verschiedene Produkte, die in großer Zahl produziert werden, beschränkt.

Häufig werden solche flexiblen Fertigungszellen in der Automobilindustrie eingesetzt, beispielsweise bei der vollautomatischen Herstellung großer Mengen Bremsscheiben sowie anderer Produkte für einen bestimmten Autotyp. Endet der Produktlebenszyklus dieses Autotyps, wird die Fertigungszelle aus der Produktion entfernt. Eine Verfahrensweise, die bei sehr großen Stückzahlen wirtschaftlich ist. Mittelständische Unternehmen benötigen hingegen Fertigungszellen, die im 24 Stunden-Dauerbetrieb vollautomatisch stetig neue und verschiedene Werkstücke bei kleinen Stückzahlen bis hin zum Einzelstück wirtschaftlich herstellen können.

Die Entwicklung einer Planungs- und Steuerungssoftware, die dies ermöglicht, ist das Ziel eines Forschungsprojekts, das vom Institut für Produktentwicklung und Konstruktionstechnik der Fachhochschule Köln in Kooperation mit der mittelständischen Firma Maschinenbau Lienenbrügger GmbH (LIDU) durchgeführt wird. Die Planungs- und Steuerungssoftware soll flexible Fertigungszellen (bestehend aus handelsüblichen Bearbeitungsmaschinen, Speichern für Werkzeuge und Werkstücke sowie Kommissionierungssysteme), so auslegen und planen, das sie wirtschaftlich in kleinen und mittelständischen Betrieben eingesetzt werden können. Sind die Anlagen dann im Betrieb, kann die Steuerungssoftware genutzt werden. Gefördert wird das Forschungsprojekt mit knapp 300 000 Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie über das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM).

Um das Ziel des Forschungsprojekts zu erreichen, müssen bereits in der Planungs- und Auslegungsphase der Fertigungszelle Magazinsysteme, Lagerplätze und Handhabungssysteme mit Blick auf das jeweilige Fertigungsspektrum optimiert werden. Das gleiche gilt für die Reihenfolge und den Umfang von Fertigungsaufträgen. Dazu muss das Team von Prof. Dr. Ulf Müller, der das Labor für Fertigungssysteme der Fachhochschule Köln leitet, eine modulare Software entwickeln, die die Fertigung planen, steuern und dazu Prozessdaten erfassen kann. Zudem muss sie anhand einer ebenfalls zu entwickelnden Systematisierung und Klassifizierung der Auftrags- und Teilevielfalt sowie der Arbeitspläne eine Einschätzung ermöglichen, ob und für welche Teile bzw. Lose eine flexible Fertigungszelle für das jeweilige Unternehmen generell sinnvoll ist.

Daher entwickelt das Labor für Fertigungssysteme der Fachhochschule Köln eine Planungssoftware, die eine simulationsgestützte Planung er komplexen Produktionsprozesse ermöglicht. Dafür müssen alle Teilkomponenten, die an der Produktion beteiligt sind, in einem Gesamtsimulationssystem abgebildet werden. Damit können verschiedene Szenarien von Arbeitsabläufen simuliert und mit Blick auf die jeweilige Maschinenauslastung und damit mit Blick auf ihre Wirtschaftlichkeit bewertet werden.

Bis März 2011 soll ein Prototyp fertig sein und anschließend ein halbes Jahr lang im Test- und Optimierungsbetrieb laufen.

Über die Fachhochschule Köln
Die Fachhochschule Köln ist die größte Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Deutschland. 16.000 Studierende werden von rund 400 Professorinnen und Professoren unterrichtet. Das Angebot der elf Fakultäten und des Instituts für Tropentechnologie umfasst rund 70 Studiengänge, jeweils etwa die Hälfte in Ingenieurwissenschaften bzw. Geistes- und Gesellschaftswissenschaften: von Architektur über Elektrotechnik und Maschinenbau, Design, Restaurierung, Informationswissenschaft, Sprachen und Soziale Arbeit bis hin zu Wirtschaftsrecht und Medieninformatik. Neu hinzugekommen sind im Herbst 2009 die Angewandten Naturwissenschaften. Zur Hochschule gehören neben Standorten in Köln-Deutz und in der Kölner Südstadt auch der Campus Gummersbach; im Aufbau ist der Campus Leverkusen. Die Fachhochschule Köln ist Vollmitglied in der Vereinigung Europäischer Universitäten (EUA), sie gehört dem Fachhochschulverbund UAS 7 und der Innovationsallianz der nordrhein-westfälischen Hochschulen an. Die Hochschule ist zudem eine nach den europäischen Öko-Management-Richtlinien EMAS und ISO 14001 geprüfte und zertifizierte umweltorientierte Einrichtung.
Über die Firma LIDU, Maschinenbau Lienenbrügger GmbH
Rund 120 spezialisierte Mitarbeiter und modernste Technik in Form von CNC-gesteuerten Maschinen neuester Generation, auf 3400 Quadratmetern Fertigungsfläche mit ca. 140 000 Maschinenstunden garantieren eine hohe Qualität für Kunden aus den verschiedensten Bereichen des Maschinenbaus. Die wichtigsten Schwerpunkte der Maschinenbau Lienenbrügger GmbH sind: Zulieferer der Deutschen Bahn AG und, der Windenergieindustrie, Schiffskupplungsbau, Bergbau, Kompressorenbau, Sondermaschinen- und Anlagenbau, Aufarbeitung und Reparatur von Gleisoberbaumaschinen.

Petra Schmidt-Bentum | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-koeln.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Untersuchung klimatischer Einflüsse in der Klimazelle - Werkzeugmaschinen im Check-Up
01.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik

nachricht 3D-Druck von Metallen: Neue Legierung ermöglicht Druck von sicheren Stahl-Produkten
23.01.2018 | Universität Kassel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics