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Energieführungs- und Notfallsystem für die Kran- und Fördertechnik

14.11.2008
In Kombination mit einem intelligenten Notfallsystem lassen sich bei leistungsstarken Energieführungen Stillstandszeiten minimieren und Unterbrechungen verkürzen.

In Hafenanlagen sind Krananwendungen mit Verfahrwegen von 500 m oder mehr keine Seltenheit. Das stellt hohe Anforderungen an die Leitungsführung für die Energie- und Datenversorgung. In gleitender Anordnung unterliegen Energieführungsketten und Leitungen wegen der hohen Reibungskräfte oft starkem Verschleiß, sodass in dieser Ausführung lange Verfahrwege kaum noch realisierbar sind. Deshalb hat Kabelschlepp eine spezielle Energieführung mit Rollen entwickelt.

Bei der Energieführung Rail Cable Carrier (RCC) gleitet das Obertrum nicht auf dem Untertrum, sondern fährt über seitlich an der Kette befestigte, kugelgelagerte Rollen in einer einfach zu montierenden Stützkonstruktion mit zwei Ebenen. In der oberen rollt das Obertrum der Energieführungskette in den Führungsschienen, das Untertrum wird im unteren Teil des Systems abgelegt. Dabei passen sich die Rollen laut Hersteller in U-förmig ausgesparte Halterungen ein, was trotz minimalem Spiel in den Kettengliedern die Energieführung zuverlässig in Position hält.

Gestützte Führung verhindert Durchhang der Kette

Durch diese gestützte Führung in der oberen beziehungsweise den Ablagekanal in der unteren Ebene werde selbst bei Langzeit-Dauereinsatz ein Durchhang der Kette vollständig vermieden. Zug- und Schubkräfte sollen im Vergleich zur gleitenden Anordnung um zirka 90% und damit auch die erforderliche Antriebsleistung deutlich reduziert werden. Aufgrund der niedrigen Schubkräfte und der geringen Rollreibung komme es nicht zum Aufsteigen der Kette; zusätzliche Sicherheit soll der integrierte Aufsteigschutz durch Umkantungen an der Kanaloberseite geben.

Anders als bei einer gleitenden Anordnung – das Material reibt aufeinander und macht beispielsweise die Erneuerung von Gleitschuhen erforderlich – soll mit dem RCC der Verschleiß minimiert werden. Die Wartungsintervalle lassen sich so verlängern, was Zeit und Materialkosten spart.

Neue Konstruktion reduziert Kettenverschleiß

Durch die neue Konstruktion und die Anordnung der Führungsschienen auf Standard-Anschlusshöhe lassen sind ein geringerer Kettenverschleiß, eine schonendere Leitungsführung und eine längere Lebensdauer (die Gegenbiegung entfällt) sowie ein reduzierter Wartungsaufwand möglich. Außerdem ist kein zusätzlicher Platz notwendig (Bild ), der sonst gebraucht wird, um das Obertrum auf das Untertrum zu führen. Beim RCC hingegen entsteht durch die Standard-Anschlusshöhe nur ein minimaler Bogenüberstand. Dank der dadurch verringerten Leitungs- und Kettenlänge werden auch die Kosten reduziert.

Das System soll sich laut Hersteller durch einen extrem leisen, vibrationsarmen Lauf auszeichnen, ermögliche Geschwindigkeiten bis 10 m/s sowie Zusatzlasten von über 50 kg/m und eigne sich für den Einsatz mit bewährten Standard-Energieführungsketten.

Zum Rail Cable Carrier hat Kabelschlepp auch den so genannten Emergency Cable Carrier (ECC) entwickelt: ein Entkopplungssystem mit Not-Aus-Funktion, das bei plötzlicher Blockade den Crash und Komplettausfall der Energie- und Datenversorgung verhindern soll.

Reinhold Schäfer | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/index.cfm?pid=1680&pk=154236

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