Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein einzigartige Prüfstand für die Luftfahrttechnik

14.07.2015

Hintergrund zur Einweihung des Propulsor-Prüfstandes des Instituts für Flugantriebe und Strömungsmaschinen am 14.07.2015

Das Institut für Flugantriebe und Strömungsmaschinen (IFAS) hat heute, am Dienstag 14. Juli 2015, seinen neuen Prüfstand eingeweiht. Der Windkanal komplettiert das 2012 eröffnete Niedersächsische Forschungszentrum für Luftfahrt (NFL) der Technischen Universität Braunschweig am Campus Forschungsflughafen.


MWK-Abteilungsleiter Carsten Mühlenmeier, TU-Präsident Prof. Jürgen Hesselbach, Renate Müller-Steinweg vom Staatlichen Baumanagemen und IFAS-Leiter Prof. Jens Friedrichs.

TU Braunschweig

Der Gesamtkomplex wurde mit insgesamt 30 Millionen Euro von Bund, Land und TU Braunschweig im Rahmen des Forschungsbauprogramms errichtet. Das neue Großgerät ist in den westlichen Forschungs- und Industrienationen einzigartig.

Den Schub beim Fliegen erforschen und verbessern

Der so genannte Propulsor-Prüfstand dient der Erforschung derjenigen Flugantriebskomponenten, die den Schub zum Fliegen erzeugen. Ziel ist es, die Grundlagen für Flugzeugantriebe der nächsten Generationen zu verbessern.

Damit sollen Flugantrieben effizienter und leiser werden. Prof. Jens Friedrichs und sein Team am Institut für Flugantriebe und Strömungsmaschinen wollen untersuchen, wie Triebwerke und Propeller der Zukunft gestaltet und in Flugzeuge integriert werden müssen, um den Verbrauch und die Emissionen in der Luftfahrt weiter deutlich zu reduzieren.

Ganz ohne Kerosin: Grundlagenforschung am Modell

„Einen solchen Prüfstand gibt es in dieser Form zumindest in der westlichen Welt nur bei uns am Campus Forschungsflughafen in Braunschweig“, erläuterte Prof. Friedrichs. Allein seine Planung habe knapp zwei Jahre gedauert. Untersuchungen, wie sie ab jetzt in Braunschweig durchgeführt werden können, waren bisher nur in sehr großen Windkanälen beziehungsweise mit realen Triebwerken möglich. Beides kostet sehr viel Geld und findet typischerweise sehr spät in einer Technologieentwicklung statt.

Dies früher im Sinne der Grundlagenforschung zu tun und damit Modelle für den Entwurf und die Betriebsvorhersage zukünftiger Triebwerksgenerationen zu entwickeln, sei das Ziel der Forscher der TU Braunschweig, so Friedrichs. Umweltverträglichkeit ist dabei nicht nur ein Forschungsziel, sondern auch eine Eigenschaft des Prüfstands selbst.

„Weil hier nur der so genannte kalte Triebwerksstrahl untersucht wird, wird dazu kein Kerosin benötigt. Wir können das Triebwerk umweltfreundlich mit Strom betreiben.“ 3,5 Megawatt werden jeweils im Betrieb benötigt. Das entspricht etwa der Leistung einer Windkraftanlage. Davon entfallen etwa zwei Megawatt auf den Antrieb des Propulsors und knapp 1,5 Megawatt auf den Windkanal.

Einzigartige Ausstattung

Sechs Millionen Euro wurden in den Propulsor-Prüfstand, der eigens ein neues Gebäude erhielt, investiert. Mit dem bereits in Betrieb gegangenen Mehrphasen-Vereisungskanal, der Multipanel-Testanlage, der Beschichtungsanlage und dem großen Wasserkanal macht er die insgesamt sehr gute Forschungsausstattung am NFL aus.

Schwerpunkt Luftfahrt, Schwerpunkt Mobilität

„Gerade in der Luftfahrt bündeln wir hier mit den Stärken der TU Braunschweig, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und der Mitgliedsinstitute aus der Leibnitz-Universität Hannover eine fachlich hervorragende Kompetenz und bieten hervorragende experimentelle Möglichkeiten“, erläutert Prof. Jürgen Hesselbach, Präsident der TU Braunschweig. Neben der Luftfahrttechnik ist die Fahrzeug- und Verkehrstechnik eine Kernkompetenz der TU Braunschweig, die ihre Aktivitäten rund um das Thema Mobilität seit Jahren erfolgreich bündelt.

Fakten zum Prüfstand im Überblick:

-Das neue Gebäude ist mit seinen Abmessungen von 50m x 18m x 12m die Hülle für einen Windkanal.

-In dem Windkanal wird die „schuberzeugende Komponente“ des Triebwerksinstalliert, der sogenannte Propulsor, erforscht.

-Die Gesamtantriebsleistung des Prüfstands liegt bei ca. 3,5 Megawatt.

-Der jeweils untersuchte Propulsor kann einen Durchmesser von 70 Zentimetern haben.

-Der Prüfstand wird also nicht mit „echten“ Propulsoren bestückt, sondern mit kleineren, für die Grundlagenforschung entwickelten Modellen.

-Die Kosten für den Prüfstand betragen 6 Millionen Euro und wurden im Forschungsbauprogramm des Bundes und der Länder als Teil des Forschungsbaus Niedersächsisches Forschungszentrum für Luftfahrt“ eingeworben.

-Bauherr ist das Staatliche Baumanagement Braunschweig. Die Planung dauerte zwei Jahre, der Bau selbst wurde in ebenfalls zwei Jahren fertig gestellt.

Kontakt:

Prof. Dr.-Ing. Jens Friedrichs
Institut für Flugantriebe und Strömungsmaschinen (IFAS)
Technische Universität Braunschweig
Hermann-Blenk-Straße 37
38108 Braunschweig
Telefon: 0531/391-94200
E-Mail: j.friedrichs@ifas.tu-bs.de
www.ifas.tu-bs.de 

Dipl.-Ing. Shanna Schönhals
Niedersächsisches Forschungszentrum für Luftfahrt (NFL)
Technische Universität Braunschweig
Hermann-Blenk-Straße 27
38108 Braunschweig
Telefon: 0531/391-9822
E-Mail: s.schoenhals@tu-braunschweig.de
www.tu-braunschweig.de/nfl

Weitere Informationen:

http://blogs.tu-braunschweig.de/presseinformationen/?p=9222

Stephan Nachtigall | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht IPH entwickelt Prüfstand für angetriebene Tragrollen
29.11.2016 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht LZH optimiert laserbasierte CFK-Nachbearbeitung für die Luftfahrtindustrie
24.11.2016 | Laser Zentrum Hannover e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie