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Effizientes „Standby“ für Fertigungsanlagen

20.04.2010
Industrielle Anlagen wie Fertigungsstraßen in der Automobilindustrie sollen künftig deutlich weniger Energie verbrauchen. Ingenieure von Siemens entwickelten das Simatic ET 200S Powermodul PM-E RO, das auf der Hannover Messe (bis 23. April) vorgestellt wird.

Mit dem Modul können ganze Fabrikareale in Pausen gezielt aus- und wieder angeschaltet werden. Bisher benötigten manche Anlagenteile immer noch bis zu 60 Prozent der Energie der laufenden Produktion, auch wenn am Wochenende keine Wagen vom Band laufen. Anwender versprechen sich durch die Optimierung eine Einsparung von bis zu 80 Prozent.


Der Grund dafür ist, dass viele Anlagen praktisch nicht in einen Standby-Zustand geschaltet werden können, wenn sie stillstehen. Das ist der Zustand des Fernsehers zu Hause, wenn lediglich das kleine rote Licht unter dem Bildschirm leuchtet und sehr wenig Strom verbraucht wird. Anders als TV-Geräte haben komplexe Fertigungsanlagen keinen Aus-Knopf. Weil sie aus vielen einzelnen Maschinen bestehen, die perfekt aufeinander abgestimmt sein müssen, ist die Gefahr beim Abschalten sehr groß, dass die komplette Anlage „aus dem Takt“ gerät.

Die Folgen können Fehler in der Produktion oder sogar Produktionsausfälle sein. Ein zweiter Faktor ist die Zeit: Jeder Industrieroboter am Förderband hat eine ganz individuelle Vorlaufzeit, die er zum Hochfahren benötigt. Klebt ein Roboter beispielsweise zwei Teile zusammen, muss er früher wieder in Betrieb genommen werden als sein schweißender Kollege – denn der Klebstoff muss erst vorgewärmt werden.

Mit den neuen Funktionsbausteinen von Siemens Industry Automation lässt sich das Energiemanagement ganzer Anlagenteile realisieren. Weil es mit der Steuereinheit Simatic ET 200S gekoppelt wird, hat das Powermodul Zugriff auf alle Komponenten der Anlage und kennt die Zeiten, die die einzelnen Maschinen benötigen, um hoch- und runter zu fahren. So wird es möglich, dass nicht nur während des Wochenendes, sondern sogar während der Mittagspause ganze Anlagenteile vollautomatisch vom Netz genommen werden können. Kehren die Arbeiter nach der Mahlzeit an ihren Arbeitsplatz zurück, können sie die Arbeit nach dem Einschalten sofort wieder aufnehmen. (IN 2010.04.6)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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