Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Effizient palettieren mit einer dreifach packenden Lösung

02.09.2008
Das händische Palettieren und Depalettieren ist ein mühsamer, zeitaufwändiger und fehleranfälliger Prozess. Die Fülle unterschiedlicher Formen und Fabrikate der Produkte, die in einem Lager oder Verteilzentrum täglich umgeschlagen werden, setzt dabei einer Automatisierung Grenzen. Der Layermaster, eine Lösung aus Greif- und Vakuumtechnik, eröffnet nun neue Möglichkeiten.

In vielen Bereichen der Warehouse-Logistik, angefangen beim innerbetrieblichen Materialfluss bis hin zur Distribution, stehen oft rund um die Uhr Palettier- und Depalettiervorgänge von Halbfabrikaten, Fertigprodukten und Packungen auf der Tagesordnung. Trotz weitreichender diesbezüglicher Entwicklungen werden einer durchgängigen Automatisierung aufgrund der Form oder Konsistenz verschiedener Produkte, Gebinde und Verpackungseinheiten immer wieder Grenzen aufgezeigt. Mit der gemeinschaftlichen Entwicklung des Layermasters, einer modularen Palettierzelle, konnten die Unternehmen FPT Robotik und Schmalz diese Grenzen deutlich erweitern.

Der Layermaster besteht im Wesentlichen aus einem Industrie- oder alternativ einem Portalroboter und einem multifunktionalen Vakuum-Greifersystem. Hinzu kommen die Materialflussperipherie, also die Fördertechnik für die Produktzu- und -abführung, sowie die entsprechende Steuerungstechnik und -software. Konzipiert wurde die Palettierzelle vor allem für das automatische Handling sortenreiner Produktlagen.

Der Layermaster palettiert oder depalettiert je nach Anwendung über 300 Lagen pro Stunde und ist für ein Lagengewicht von mehr als 300 kg ausgelegt. Palettiert und depalettiert wird auf Standard- oder Sonderpaletten, wobei das Produkt- und Gebindespektrum nahezu unbeschränkte Variationen aufweisen darf. Allerdings muss die jeweilige Lage sortenrein sein.

Intelligentes Zusammenspiel bewährter Greifsysteme

Das zentrale Element der Anlage ist das Greifersystem. Es ist gewissermaßen die Schnittstelle zwischen dem Roboter als Handlingsystem und dem zu greifenden Produkt oder der Produktlage. Nach eingehender Analyse der Aufgabenstellung und des gedachten Verwendungszwecks fiel die Entscheidung für die Entwicklung und den Bau eines Vakuum-Greifersystems. In Anbetracht der angestrebten Taktzahlen und der erforderlichen Haltesicherheit bei teilweise hochdynamischen Bewegungen, aber auch der Produktvielfalt, die gehandhabt werden sollte, fielen in der Konstruktionsphase sukzessive die mechanischen, mechanisch-pneumatischen oder auch die elektromechanischen Greifersysteme aus der engeren Wahl möglicher Alternativen.

Auch in puncto Multifunktionalität konnten die gerade genannten mit einem Vakuum-System nicht konkurrieren. Schmalz entwickelte daher ein Vakuum-Greifsystem, mit dem sowohl Produktlagen, Zwischenlagen als auch Leerpaletten universell und ohne Greiferwechsel gehandhabt werden können. Dies wurde realisiert durch eine Kombination aus drei Greifprinzipien. Somit verfügt der Spezialgreifer SPZ-M-C über eine große Vakuum-Saugfläche, bestehend aus vielen Einzel-Sauggreifern, einer zusätzlichen globalen Vakuum-Saugkammer sowie einer zusätzlichen mechanischen Greifunterstützung.

Durch das intelligente Zusammenspiel dieser bewährten Greifsysteme wurde ein produktschonendes und dabei auch noch sehr schnelles Handhaben von Produkten und ganzen Produktlagen erzielt, wie es bisher nur manuell und sehr viel umständlicher möglich war. Hervorzuheben sind dabei beispielsweise Lagenmuster mit Lücken, sogenannten Kaminen, Produkte mit abnehmbaren Deckeln, Trays mit Stapellaschen oder inhomogene Produkte wie labile Kunststoff-Flaschen und Weichbehälter.

Palettierzelle aus erprobten Teilsystemen und Komponenten aufgebaut

Bei der Entwicklung des Layermasters wurde ein besonderes Augenmerk auf maximale Leistungsfähigkeit und Verfügbarkeit gelegt. Daher werden zur Konstruktion der Palettierzelle ausschließlich erprobte Teilsysteme und Komponenten eingesetzt, die den hohen Anforderungen in Logistik und Industrie genügen. Dazu gehören standardmäßige Industrie- und Linearroboter ebenso wie robuste Materialflusseinrichtungen.

Für Einsätze im personalarmen Mehrschichtbetrieb geeignet

Durch seine sehr flexible Einsetzbarkeit und die große Bandbreite der handhabbaren Produkte können mit dem Handlingsystem die unterschiedlichsten Palettier-, Depalet-tier-, Sortier- und Kommissioniervorgänge automatisiert werden. Dadurch verringern sich die Umschlag- und Durchlaufzeiten in Lager oder Distributionszentrum zum Teil erheblich. Durch seine Robustheit, Kraft und Ausdauer eignet sich der Layermaster nicht zuletzt auch für den Einsatz im personalarmen Mehrschichtbetrieb oder – mit optional möglichen Anpassungen – im Tiefkühlbereich.

Dipl.-Ing. Elmar Klamser leitet den Bereich Geschäftsentwicklung Vakuum-Greifsysteme bei der J. Schmalz GmbH in 72293 Glatten.

Elmar Klamser | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/index.cfm?pid=1574&pk=142726

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Das Auto lernt vorauszudenken
28.06.2017 | Technische Universität Wien

nachricht Stresstest über den Wolken
21.06.2017 | Hochschule Osnabrück

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten