Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EasyPrecision - Hochpräzises optisches Messsystem: Ein neues Hightech-Unternehmen startet durch

08.01.2014
Spin-off geht mit Produkt EasyPrecision auf den Markt – von Forschern entwickelt, als EXIST-Forschungstransferprojekt gefördert und von der InnoWi unterstützt

Wissenschaftler der Hochschule Bremen haben ein neuartiges Messsystem für Spezialoptiken entwickelt, einen Preis dafür gewonnen und ein Unternehmen gegründet. Die Bremer Patent- und Vermarktungsagentur InnoWi hat mehrere Patente dazu angemeldet und die Lizenzverhandlungen geführt.


Erstes Produkt der ePholution GmbH, einer Ausgründung aus der Hochschule Bremen: EasyPrecision

Sabine Nollmann

EasyPrecision – der Produktname ist Programm

Weil er so prima passt, hat das Wissenschaftler-Team den ursprünglichen Projekttitel als Produktnamen übernommen: EasyPrecision steht für höchste Präzision und einfache Handhabung, was die wesentlichen Eigenschaften der Erfindung bestens wiedergibt. Das neuartige Messgerät ist flexibel und problemlos in Produktionsprozesse zu integrieren und leicht zu bedienen. Es misst im Nanometer-Bereich (Millionstel Millimeter) und dient der Bestimmung von Oberfläche und Funktion asphärischer Linsen in der Optikproduktion. Das heißt, Hersteller von Objektiven und Linsen können es in den Bereichen der Prototypenherstellung, Produktentwicklung, Prozessoptimierung sowie in der produktionsbegleitenden Qualitätssicherung einsetzen und damit die Formen und Eigenschaften dieser Optikkomponenten prüfen. Einsatzgebiete der Komponenten sind zum Beispiel Laserbearbeitungsanlagen. Besonders bei kleinen Stückzahlen beziehungsweise hoher Variabilität der Prüflinge hat das Verfahren große Vorteile gegenüber anderen Entwicklungen.

Schon früh sahen die Innovationsmanager der InnoWi die Chancen des neuen Messverfahrens und initiierten mehrere Patentanmeldungen zum Schutz der Erfindung. Das große Interesse der Industrie an der Bremer Entwicklung bestätigt dieses Engagement. „Das wirtschaftliche Potenzial akademischer Forschung in Deutschland ist herausragend. Unsere Aufgabe ist es, dieses Potenzial zu erkennen, der Wirtschaft zugänglich zu machen und Existenzgründungen zu fördern“, sagt InnoWi-Geschäftsführerin Dr. Lieselotte Riegger.

EXIST-Förderung und Preis im Wettbewerb der „vielversprechendsten Jungunternehmer“

Erfolgreich forschen und entwickeln ist das eine. Ein Unternehmen zu gründen und die Entwicklung auf den Markt zu bringen ist etwas ganz anderes. Das haben die Erfinder und Existenzgründer Prof. Dr. Friedrich Fleischmann und Prof. Dr. Thomas Henning sowie die Wissenschaftler Dr. Ufuk Ceyhan, Dipl.-Ing. Matthias Eichmann (FH) und Dipl.-Ing. David Hilbig, M. Sc., inzwischen erfahren. Da könne das Produkt noch so innovativ und der Einsatz noch so hoch und motiviert sein: Ohne externe, fachkundige Hilfe und eine Förderung auch seitens der Hochschule sei es kaum zu schaffen, aus dem Forschungslabor heraus ein Hightech-Unternehmen zu gründen, wissen sie. Daher setzt das EasyPrecision-Team auch auf die Unterstützung der Hochschule, der InnoWi und des Bremer Existenzgründerprogramms BRUT. „Die Möglichkeiten im Land Bremen für Existenzgründungen aus dem Hochschulbereich heraus sind hervorragend“, sagen die Forscher.

Mit Hilfe unter anderem der InnoWi haben die Gründer zum Beispiel beim Bundeswirtschaftsministerium ihren Antrag für eine Förderung aus dem EXIST-Programm gestellt und für das Forschungstransferprojekt insgesamt 518.000 Euro bekommen. Inzwischen sind die Wissenschaftler auch anderweitig für ihre Innovation ausgezeichnet worden: Im Oktober siegten sie im Wettbewerb der „vielversprechendsten Jungunternehmer“. Im CAMPUSideen-Wettbewerb von BRIDGE konnten sie sich gegen 42 weitere eingereichte Ideen durchsetzen und belegten den ersten Platz. Ebenfalls im Oktober haben sie gemeinsam die ePholution GmbH gegründet und erhielten exklusiv die Lizenzen. Auch einen ersten Mitarbeiter haben sie mittlerweile eingestellt. Im Dezember erfolgt die Erprobung des Messgerätes unter Produktionsbedingungen bei einem Pilotkunden.

Von Website, Businessplan und Roadshow bis hin zu Messeauftritt und Mitarbeiterakquise
Definiertes Ziel des Unternehmens ist die Entwicklung, die Produktion und der Vertrieb von hochwertigen Messgeräten. In Bremen soll ein Produktionsstandort für Hightech-Produkte aufgebaut und etabliert werden, der Arbeitsplätze schafft. Mit dem Diplomkaufmann Sebastian Jabs hat die ePholution GmbH bereits seinen „Mitarbeiter Nummer 1“. Unter anderem mithilfe seines Fachwissens arbeitet das Team weiter am Businessplan. Parallel dazu optimiert es permanent sein Messsystem, kümmert sich um Internet-Präsenz, Präsentationsmaterial und um die Öffentlichkeitsarbeit, und es schaut sich nach weiteren Mitarbeitern um.

Für das Frühjahr 2014 plant das Jungunternehmen eine erste Roadshow. Dann geht es mit dem Prototypen zunächst einmal in Deutschland auf Tournee und stellt es vor Ort in Unternehmen vor. Es folgen Auftritte bei der Hannover Messe im April auf dem Stand des BMWi im Bereich „junge innovative Unternehmen“. Dann wird das Messsystem erstmals in der Öffentlich präsentiert und hoffentlich die Medien sowie potenzielle Kunden begeistern. Im Mai geht es zur internationalen Fachmesse Optatec in Frankfurt. Das Anmieten eigener Räume und der Ausbau einer Produktionsstätte sind für das Jahr 2015 vorgesehen.

„Das ist eine schöne Gründerstory, die beispielhaft die Leistungen unserer Hochschule widerspiegelt,“ sagt Prof. Dr. Ing. Uta Bohnebeck, Konrektorin für Forschung und Wissens- und Technologietransfer an der Hochschule Bremen. Dieses Spin-off werde hoffentlich viele Nachahmer finden. „Wir fördern unsere Studierenden und Wissenschaftler bei ihren Ideen. Unsere Unterstützung beginnt bereits in der Lehre. Dabei können wir auf kompetente und zuverlässige Partner wie die Innovationsmanager der InnoWi bauen. Der Erfolg zeigt sich dann in Projekten wie diesem.“

(Text: Sabine Nollmann)

Hinweise für Redaktionen:
Weitere Informationen und Ansprechpartner:
www.hs-bremen.de, www.innowi.de, www.exist.de
• Prof. Dr. Friedrich Fleischmann (Hochschule Bremen), Telefon: 0421 5905-3453, E-Mail: Friedrich.fleischmann@hs-bremen.de;
• Dipl.-Ing. (FH) Matthias Eichmann (ePholution), Telefon: 0421 5905-2403, E-Mail: matthias.eichmann@epholution.de;

• Cornelia Sitte (InnoWi GmbH), Telefon: 0421 96 007-22, E-Mail: cornelia.sitte@innowi.de.

Druckfähige Fotos einschließlich der Urheberhinweise und Bildunterzeilen zur Pressemitteilung „Hochpräzises optisches Messsystem …“ finden Sie bis 4. Februar 2014 unter: https://dataexchange.hs-bremen.de/exchange?g=fdac3t oder unter: www.innowi.de/de/service/downloads.

Ulrich Berlin | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-bremen.de

Weitere Berichte zu: EasyPrecision Hightech-Unternehmen InnoWi Messgerät Messsystem Spin-off

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Gewicht von Robomotion-Greifer um 60 Prozent reduziert
31.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Assistenzsysteme für die Blechumformung
28.07.2017 | Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie