Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zum Drehen von Kunststoffteilen sind spezielle Werkzeuge nötig

24.09.2009
Mehr als die Metallbearbeitung erfordert die Kunststoffzerspanung die Verwendung spezieller Werkzeuge. Der Grund dafür liegt in der Vielfalt modifizierter Kunststoffe mit unterschiedlichem Zerspanungsverhalten. Darauf wird bei Drehwerkzeugen mit einem eigens für Kunststoffe entwickeltem Werkzeugkonzept reagiert.

Die große Vielfalt von Kunststoffen ist eine Herausforderung für Zerspaner. Die Gründe dafür liegen in den Zerspanungseigenschaften, die praktisch so unterschiedlich wie die modifizierten Typen dieser Werkstoffe sind.

Spezielles Werkzeug erfüllt Anforderungen beim Kunststoff-Drehen

Dieser Problematik setzt die Otto Dieterle Spezialwerkzeuge GmbH, Rottweil, ein Werkzeugkonzept entgegen, das die Bedürfnisse in der Kunststoffzerspanung beim Drehen abdeckt. Auf besondere Anforderungen wird mit speziellen Entwicklungen reagiert.

Mit diesem Konzept dringt man nun in eine Marktnische ein, die üblicherweise in der Zerspanungstechnik stiefmütterlich behandelt wird. So bleibt in der Kunststoffbearbeitung die Maschinen- und Werkzeugoptimierung häufig den Zerspanern überlassen. Insbesondere bei Werkzeugen wird daher von Kunststoffzerspanern ein branchenspezifisches Programm herbeigesehnt, das größtenteils schon ab Lager kurzfristig lieferbar ist.

Die Basis dafür sind Wendeschneidplatten, die sich zum Drehen von Kunststoffteilen sehr gut eignen. Diese Drehplatten wurden mit Werkzeughaltern bei Dieterle im Katalog „Universalsystem für die Kunststoffbearbeitung“ zusammengefasst.

Breites Angebot an Werkzeugen für die Kunststoffzerpanung

Das Spektrum reicht darin von Abschneidklingen bis Langdrehwerkzeugen mit großen Stechtiefen. Auch beschichtete Werkzeuge, vor allem mit Diamantschichten, sind aufgeführt. Zusätzlich stehen für kundenspezifische Entwicklungen zwei Plattengrößen zur Verfügung: Bei diesen Entwicklungen werden Spanwinkel, Freiwinkel und Anschliffe speziell den Kunststoffen und Prozessen der Kunden angepasst.

Mit diesem Programm begleitet Dieterle einen Trend in der Zerspanung, der von Wandel gekennzeichnet ist. Das zeigt sich in einer steigenden Komplexität der gefertigten Dreh- und Frästeile sowie in veränderten Werkstoffanforderungen. So nimmt die Kunststoffzerspanung in den Automatendrehereien einen immer größeren Stellenwert ein.

Bei vielen klassischen Automatendrehteilen, die traditionell aus Automatenstahl oder Messing gefertigt werden, sind technische Kunststoffe zunehmend Alternativen. Das hat drei Hauptgründe:

-Kunststoffhalbzeuge unterliegen nur bedingt den zum Teil starken Schwankungen der Werkstoffpreise. .

-Im Vergleich zu Metallen ist für technische Kunststoffe eine hohe Korrosionsbeständigkeit kennzeichnend.

-Technische Kunststoffe haben nur einen Bruchteil des volumenspezifischen Gewichts im Vergleich zu den meisten Metallen. Sie sind als Leichtbauwerkstoff etabliert.

Optimierte Anschliffe als Ergebnis der Zusammenarbeit mit Zerspanern

Dazu kommt, dass die mechanische Beanspruchung von Kunststoffen vielen Metallen in nichts nachsteht. Dies alles bedeutet jedoch, dass es eine ganz andere Art von Anforderungen an die Maschinen und Werkzeuge gibt. Speziell den Werkzeuganforderungen hat sich Dieterle gestellt.

Der Grundstein, ein Werkzeugkonzept für die Kunststoffzerspanung zu entwickeln, wurde bereits vor fast zwei Jahren gelegt. Anstoß dazu gaben schon damals die steigende Anzahl an Kunststoffzerspanern und deren besondere Anforderungen. Zusammen mit Kunststoffzerspanern entwickelte man ein Werkzeugsystem mit speziellen Anschliffen, die sich im Rahmen der Zusammenarbeit als innovativ herauskristallisierten. Dazu ist ein hohes Maß an Know-how erforderlich.

Beschichtete Werkzeuge sind selten im Einsatz

Die Ergebnisse spiegeln sich in den Prozessen wider: zum Beispiel im sauberen Plan- oder Abstechen bei gleichzeitiger Spanentwicklung, die wichtig für die Wärmeabfuhr ist. Sie zeigen sich beim spanlosen „Schälen“ zum Beispiel von PTFE, aber auch beim Drehen von Konturen bis hin zum Stechen und Drehen hinterm Bund.

Diesbezüglich gibt es spezielle Anschliffe für duroplastische Kunststoffe und Elastomere. Diese Beispiele zeigen, dass in der Kunststoffzerspanung immer die Möglichkeit einer werkstoffspezifischen Gestaltung der Klinge und der Schneidengeometrie besteht.

Kunststoffzerspanung braucht scharfe Zerspanungswerkzeuge

Des Weiteren nimmt der Begriff „scharf“ in der Kunststoffzerspanung einen extrem hohen Stellenwert ein. Folglich kommen beschichtete Werkzeuge bei Kunststoffen nur sehr selten zur Anwendung. Jede Beschichtung ruft automatisch eine Kantenverrundung hervor. Die Lösung für hochabrasive Kunststoffe liegt daher oft in PKD-bestückten Werkzeugen. Für eine Beschichtung kommt somit nur sogenannter bordotierter Diamant (BDD, PKD-Beschichtung) in Betracht.

Eine weitere Problematik in der Kunststoffzerspanung liegt in der Spankontrolle. Sie wird in naher Zukunft weiterhin problematisch sein und bedarf viel Einfallsreichtum und Geschick des einzelnen Zerspaners. Lösungen dafür bleiben meist individuell. Was aber schon zum Tragen kommt, ist ein besseres Zusammenspiel von Luftkühlung und Absaugung – in Kombination mit einem funktionellen Werkzeugsystem, das von Dieterle serienreif gemacht wurde.

Michael Dieterle ist Geschäftsführer der Otto Dieterle Spezialwerkzeuge GmbH in 78628 Rottweil.

Michael Dieterle | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/kunststoffundgummiverarbeitung/articles/231248/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht CI-Maschine von EMAG ECM: Hocheffektive Lösung für das Entgraten von komplexen Bauteilen
12.04.2018 | EMAG GmbH & Co. KG

nachricht Kaltmassivumformung: auch komplexe Bauteilherstellung virtuell und kostengünstig designen
29.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Event News

Invitation to the upcoming "Current Topics in Bioinformatics: Big Data in Genomics and Medicine"

13.04.2018 | Event News

Unique scope of UV LED technologies and applications presented in Berlin: ICULTA-2018

12.04.2018 | Event News

IWOLIA: A conference bringing together German Industrie 4.0 and French Industrie du Futur

09.04.2018 | Event News

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Latest News

Structured light and nanomaterials open new ways to tailor light at the nanoscale

23.04.2018 | Physics and Astronomy

On the shape of the 'petal' for the dissipation curve

23.04.2018 | Physics and Astronomy

Clean and Efficient – Fraunhofer ISE Presents Hydrogen Technologies at the HANNOVER MESSE 2018

23.04.2018 | Trade Fair News

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics