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Datenfunksystem für die Produktion

29.09.2008
Von Kentucky Fried Chicken bis zu Haubenköchen – die automatischen Kochzentren der Rational AG sind nicht nur in der Fast-Food-Branche weit verbreitet. In der Logistik des Unternehmens spielt die mobile Datenerfassung eine tragende Rolle.

Die deutsche Rational AG in Landsberg ist Weltmarktführer bei professionellen Geräten für die thermische Speisenzubereitung. Produziert wird in gut organisierten Fertigungsinseln, die eine Durchlaufzeit von Auftrag bis Lieferung von weniger als zwei Tagen ermöglichen. Gut 20 Mio. Euro investiert Rational in eine neue Produktionsstätte, wo Mitte 2008 acht Fertigungsinseln ihren Betrieb aufnehmen sollen, was mehr als eine Verdoppelung der derzeitigen Produktionskapazitäten bedeutet.

2006 erwirtschaftete Rational mit seinen rund 500 Mitarbeitern in den Werken in Landsberg einen Umsatz von 284 Mio. Euro, was einem Marktanteil von 53% entspricht. Seit seiner Gründung im Jahr 1973 gelang es dem Unternehmen, den Umsatz im Rhythmus von jeweils fünf Jahren zu verdoppeln. Über 400000 Profiküchen sind bereits mit einem Rational-Gerät ausgestattet. Derzeit verlassen jährlich mehr als 40000 Rational-Geräte das Werk.

Prozessorganisation mit futuristischer Anmutung

Die Rational-Prozessorganisation hat den konservativen Weg der extrem arbeitsteiligen und damit managementlastigen Arbeitsorganisation längst verlassen und ist praktisch entlang eines Kundenauftrags organisiert. Die aktuelle, durch das ganze Unternehmen gehende Prozessorganisation ist durch ganzheitliche, natürliche und in sich geschlossene Aufgaben geprägt. Überflüssige Schnittstellen und klassische Abteilungen sind vollständig eliminiert.

Die Mitarbeiter bei Rational kennen ihre Ziele und Aufgaben und übernehmen für ihren jeweiligen Teilprozess die volle Verantwortung. Und sie treffen auch noch die notwendigen Entscheidungen.

Datenfunk ermöglicht fristgerechte Teile-Nachlieferung

Für jedes Teil, das für die Produktion benötigt wird, existieren in der Prozesskette drei Behälter: einer, aus dem Teile für die Montage entnommen werden, dahinter einer für Reserven und ein weiterer beim Zulieferer. Wird das letzte Teil dem Arbeitsbehälter entnommen, so scannt der Arbeiter mit einem Datenfunkterminal den Teilecode, womit automatisch über SAP ein Bestellfax an den Zulieferer ausgelöst wird, um die fristgerechte Nachbestückung zu garantieren.

Das Rational-Produktspektrum umfasst derzeit fünf Grundtypen an Kochzentren für Elektro- oder Gasversorgung, die in nicht weniger als 2600 Varianten geliefert werden können. Daran lässt sich der logistische Aufwand für die Komponentenbereitstellung erkennen, die aber letztlich so einfach gestaltet ist, dass sie von jedem Montageteam selbst abgewickelt werden kann.

Datenfunk erlaubt kurze Lieferzeiten bei auftragsbezogener Fertigung

Die Prozessstruktur erlaubt Durchlaufzeiten von drei Stunden, und zwar vom Kundenauftrag bis zur Fertigstellung. In der Regel beträgt die Lieferzeit ein bis zwei Tage, und dies bei einer rein auftragsbezogenen Fertigung.

„Durch gemeinsame Anstrengungen gelang es uns, in vielen Bereichen einen Vorsprung zu erarbeiten, den wir nicht nur halten, sondern weiter ausbauen wollen”, erklärt Harald Schmid, Logistik- und als solcher auch Projektleiter bei Rational, „und dazu brauchen wir auch erstklassige und zuverlässige Partner. Bei der Suche nach einer guten Datenfunklösung sind wir auf B&M Auto-ID gestoßen. Bereits das detaillierte und transparente Angebot hat uns gezeigt, dass wir einen professionellen Partner gefunden haben.“

Das Datenfunksystem wurde schrittweise eingeführt

Die Entscheidung, die Logistik mit Online-Verbuchungen per Datenfunk zu unterstützen, traf das Rational-Projektteam bereits 2006. Nach einigen Gehversuchen mit einem anderen WLAN-System suchte man einen erfahrenen Partner, der die Anbindung an das hauseigene SAP-System, das hier mit der neuesten Release SAP R3/2005 läuft, problemlos bewältigen konnte. Schmid: „B&M brachte nicht nur ein zuverlässiges WLAN-System ins Haus, das zügig an unser SAP angebunden werden konnte, sondern mit Datakey auch eine Middleware, die als Bindeglied zwischen unseren Datenerfassungsgeräten und dem ERP-System fungiert.“

So erlaubt Datakey zum Beispiel nicht nur eine maskengestützte Warenerfassung und Kommissionierung, sondern auch ein ebensolches Umbuchen und Umlagern sowie eine schnelle Inventur. „Damit“, erzählt Schmid weiter, „erhielten wir eine relativ kostengünstige Lösung, die uns zusätzlich noch mehr Unabhängigkeit von SAP garantieren kann.“

Das Rational-Projektteam wollte die Risiken bei der Einführung des Datenfunksystems gering halten. Die laufende Produktion durfte nicht gestört werden, saisonale Fenster für Probeläufe gibt es bei Rational nicht. Projektleiter Schmid: „Wir gehen vorsichtig vor. Schritt für Schritt implementieren wir das System in den verschiedenen Bereichen. Schritt 1 betraf den Wareneingang. Alle angelieferten Waren werden jetzt mit mobilen Datenerfassungsgeräten (MDE) gescannt und damit sofort im SAP-System verbucht. Schritt 2 war der Bereich Verpackung und Warenabfertigung und Schritt 3 wird der Zubehörversand. Dieses erprobte System werden wir dann 1:1 in das neue Werk 3 übernehmen.“

Anwender wurden in die Wahl ihrer Arbeitsgeräte einbezogen

Bei der Entscheidung für die Hardware waren auch die Anwender in den Fertigungsinseln beteiligt. Und die befanden das Intermec 730 mit Pistolengriff aufgrund seiner Handlichkeit und einfachen, komfortablen Bedienung für ihre Arbeit als am geeignetsten. Zudem werden die von Datakey generierten Masken auf dem großen, reflektionsfreien und gut lesbaren TFT-Farbdisplay des 730 mit Hintergrundbeleuchtung klar und deutlich abgebildet – ebenfalls ein entscheidendes Kriterium, wie sich gleich zeigen wird.

Als Schritt 2 wurde der Bereich Reinigen, Komplettieren und Verpacken mit dem B&M-System ausgestattet. Hier werden jetzt mit der am Datenfunkterminal angezeigten Liste die Zubehörteile gescannt und verpackt. Dadurch konnte in kurzer Zeit die Zahl der Verpackungsfehler minimiert werden.

Der Kommissioniervorgang wird mit den am Intermec-Terminal angezeigten Datakey-Masken gesteuert. Nach Aufruf des Auftrags akzeptiert das System nur jene Teile, die zum Auftrag gehören. Sollte ein falsches Teil gescannt werden, wird dies von dem Lesegerät sowohl akustisch als auch optisch signalisiert. Erst wenn die gesamte Liste richtig abgearbeitet ist, kann der Auftrag abgeschlossen werden.

Datenfunksystem punktet mit Zuverlässigkeit und Bedienkomfort

Die Rational-Mitarbeiter im Verpackungsbereich begegneten der Einführung des Datenfunksystems und der dazugehörigen Handterminals zunächst skeptisch, da sie vor Jahren schon negative Erfahrungen mit ähnlichen Geräten gemacht hatten. Die Zuverlässigkeit und der Bedienkomfort des B&M-Systems überzeugte die Anwender rasch, zumal sie in der vorliegenden Form eine echte Arbeitserleichterung darstellen.

Auch im Zubehörversand soll in Kürze mit den B&M-System verpackt werden. Derzeit wird noch an der Anpassung des SAP-Systems an die neuen Zollanforderungen gemäß Atlas gearbeitet. Atlas ist ein internes Informatikverfahren der deutschen Zollverwaltung, das den konventionellen Zoll-Schriftverkehr durch eine elektronische Abwicklung ersetzt.

Die Zukunft hat bei Rational bereits heute begonnen. Die Effizienz des Betriebes ist hoch, wobei sich das B&M-Datenerfassungssystem in Verbindung mit den Datenfunkterminals von Intermec als wichtiges Hilfsmittel integriert hat.

Johann Tiefenbacher ist Geschäftsführer der B&M Auto-ID Systeme GmbH in 86637 Wertingen.

Johann Tiefenbacher | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/materialflusslogistik/autoid/articles/146307/

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