Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bohrgewindefräsen spart Werkzeuge und Wechselzeiten

14.12.2009
Frischer Wind ist bei Elektror Airsystems in Waghäusel Programm. Das Unternehmen ist ein international führender Anbieter von Industrie-Radialventilatoren mit Luftleistungen bis 8520 m3/h sowie Seitenkanalverdichtern für Druckbereiche bis zu einem maximalen Überdruck von 550 mbar und Luftleistungen bis 1140 m3/h. Auf Grund der umfassenden Einsatzmöglichkeiten von Luft finden diese Produkte in nahezu allen Branchen der Industrie und des verarbeitenden Gewerbes Verwendung.

Patentiertes Bohrgewindefräsen eingesetzt

Wenn es darum geht, Durchlauf- und Bearbeitungszeiten zu reduzieren oder die Prozesssicherheit bei der Herstellung der Komponenten, die bis hin zu den Motorwicklungen im eigenen Haus erfolgt, zu verbessern, setzt man im Bereich der spanenden Bearbeitung auf die Partnerschaft mit Spezialisten. Dazu gehört für anspruchsvolle Innenbearbeitungen, vom Bohren bis zum Gewinden, die Komet Group mit unterschiedlichen Standard- und Sonderwerkzeugen der Marken Komet, Dihart und Jel. Unter anderem setzt Elektror auch das patentierte Bohrgewindefräsen von Jel ein.

Mit Bohrgewindefräsern werden beispielsweise Montagebohrungen an Gehäusedeckeln hergestellt. Im Fall der Seitenkanalverdichter-Gehäuse ist dies allerdings eine besondere Herausforderung. Die komplexe äußere Geometrie der Gehäusedeckel stellt Störkonturen dar, die die Zugängigkeit erschweren und lang auskragende Gewindewerkzeuge notwendig machen.

Aus diesem Grund wird eine Spindelverlängerung eingesetzt, die obendrein modifiziert, sprich durch eigene Nachbearbeitung schlanker gemacht wurde. So entsteht für die Bohrgewindefräser in Standardausführung mit Größe M6 und 2,5 × D insgesamt eine Werkzeugauskragung von 240 mm.

Lange Auskragung führt zu hohen Radialkräften beim Bohrgewindefräsen

Als Folge daraus kam es immer, irgendwo zwischen 50 und 100 Gewinden, zum Werkzeugbruch. Die Ursache dafür liegt in den bei der langen Auskragung vergleichsweise hohen Radialkräften, welche auf das Werkzeug wirken. Dennoch favorisiert man in Waghäusel das Bohrgewindefräsen – und das aus guten Gründen.

Dieses Verfahren zur Gewindeherstellung spart Einzelwerkzeuge und bietet erhebliche Zeitvorteile. Außerdem ist es in den modernen Bearbeitungszentren einsetzbar, mit denen bei Elektror solche Gehäuseteile komplett hergestellt werden.

Obwohl das Bohrgewindefräsen in diesem Fall, angesichts der unkontrollierten Werkzeugbrüche, die notwendige Zuverlässigkeit nicht zu erfüllen schien, wurde nach einer Möglichkeit gesucht, dieses Verfahren wegen seiner erheblichen Vorteile einzusetzen. Denn selbst beim Werkzeugbruch gibt es noch einen positiven Aspekt: Das abgebrochene Werkzeug bleibt nämlich nicht in der Bohrung stecken, was in der Regel erheblichen Aufwand zum Ausräumen des Stummels erfordert oder gar den Ausschuss des Werkstückes bedeutet.

Ein wesentlicher Vorteil besteht darüber hinaus darin, dass mit einem Bohrgewindefräser das Kernlochbohren, Senken und Gewinden in einem Arbeitsgang erfolgt. Während für die Gewindeherstellung auf klassischen Wegen zwei bis drei Werkzeuge wie Spiralbohrer, Senker oder Stufenbohrer und Gewindebohrer oder -former erforderlich sind, spart das Bohrgewindefräsen Werkzeuge und damit auch Werkzeugwechselzeiten.

Höhere Prozesssicherheit beim Bohrgewindefräsen durch halbierte Zähnezahl

Um nun hinsichtlich der Prozesssicherheit beim Gewindeherstellen in den Seitenkanalverdichter-Gehäusen für frischen Wind zu sorgen, haben sich die Verantwortlichen von Elektror mit dem technischen Außendienst von Komet beraten und die Idee aufgegriffen, Bohrgewindefräser mit ausgesetzten Zähnen einzusetzen. Weil sich damit quasi die Zähnezahl halbiert, muss folglich auch die Vorschubgeschwindigkeit reduziert werden, was die reine Bearbeitungszeit verlängert.

Dies ist allerdings marginal im Vergleich zu der gewonnenen Prozesssicherheit. Es wurden damit auf Anhieb Standzeiten von 5000 bis 5200 Gewinden erreicht. Dies wird durch die ausgesetzten Zähne des Bohrgewindefräsers erzielt, welche die Radialkräfte erheblich reduzieren.

CNC-Programmiersoftware sorgt für optimale Geschwindigkeiten beim Bohrgewindefräsen

Damit die Bohrgewindefräser im Bearbeitungszentrum optimal eingesetzt werden können, wird die CNC-Programmiersoftware TPT-Online genutzt, mit der die Komet Group auch die Auswahl der für den jeweiligen Einsatzfall am besten geeigneten Gewindewerkzeuge und gleichzeitig die Erstellung der Bearbeitungsprogramme ermöglicht. Die damit erstellten Programme sorgen für 100-prozentige Maßhaltigkeit sowie für optimale Vorschub- und Schnittgeschwindigkeiten.

Derzeit können CNC-Programme für insgesamt sechs Steuerungen (Fanuc, Sinumerik, Mazatrol, Unipro, Philips und Heidenhain) erstellt werden. Dabei sind Mittelpunktbahn- oder Außenbahnprogrammierung sowie weitere Features wählbar. Selbstverständlich lassen sich die Schnittparameter manuell optimieren.

Manfred Wiserner ist Leiter Technical Support der Komet Group GmbH in 74354 Besigheim.

Manfred Wiserner | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/zerspanungstechnik/articles/243793/index.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Ifremer entwickelt autonomes Unterwasserfahrzeug zur Untersuchung der Tiefsee
24.02.2017 | Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland

nachricht Baukasten-System für die Linienfertigung: Die VL-Baureihe von EMAG
21.02.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie