Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bodenschätze in der Tiefsee lokalisieren – einfach und umweltschonend

22.04.2016

Bislang ist es mit sehr hohen Kosten verbunden, Bodenschätze am Meeresboden zu lokalisieren. Um diese zu reduzieren, arbeitet das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) gemeinsam mit acht weiteren europäischen Partnern daran, bis 2020 ein laserbasiertes, autonomes System zu entwickeln. Dieses soll Proben, wie beispielsweise Manganknollen, detektieren und direkt auf dem Tiefseegrund hinsichtlich ihrer Materialzusammensetzung analysieren.

Mit dem zuverlässigen und kostengünstigen System sollen zukünftig Mineral- und Rohstoffvorkommen großer Gebiete abgebildet werden. Neben den reduzierten Kosten wird mit dieser Technik auch der Eingriff in die Natur deutlich verringert.


Massive Sulfide

Foto: GEOMAR


Passiv Q-geschalteter Prototyp eines Laserkopfs entwickelt von LZH im Rahmen des Technologie-Vorbereitungsprogramms für das LIBS der ESA ExoMARS Mission

Foto: LZH

Kombination von AUV und LIBS

Um dieses Ziel zu erreichen, werden zwei Technologien kombiniert: Ein autonomes Unterwasserfahrzeug (AUV) für das 3D-Kartografieren des Meeresbodens wird mit einer laserbasierten Element-Analyse-Einheit ausgestattet. Diese Einheit ermöglicht es, basierend auf der laserinduzierten Plasmaspektroskopie (LIBS) Bodenproben zu untersuchen. Dafür wird ein kompaktes, autonomes System benötigt, das außerdem robust genug ist, dem in der Tiefsee herrschenden Druck standzuhalten.

Wissen aus der Raumfahrt für die Tiefsee

Die Abteilungen Laserentwicklung sowie Werkstoff- und Prozesstechnik des LZH nutzen für die Entwicklung des Systems das Wissen aus dem ExoMARS-Projekt des LZH. Dafür wurde ein kleines, ultraleichtes Lasersystem entwickelt, das LIBS-basierte Analysen auf dem Mars ermöglichen soll. Für den Einsatz in der Tiefsee ist das Gewicht des Lasersystems nebensächlich. Die Anforderung, ein sehr kompaktes System mit gleichzeitig hoher Pulsenergie einzusetzen, besteht aber auch hier.

Bei der Entwicklung arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des LZH mit der neoLASE GmbH zusammen, einer Ausgründung des LZH. Die Mitarbeiter der Firma bringen ihre Expertise zur Elektronik und Steuerung des Lasersystems in das Projekt ein. Die weiteren Partner ergänzen notwendige Kompetenzen in den Bereichen Meeresforschung, 3D-Kartografie und Biogeochemie.

Das Projekt „ROBotic sUbSea exploration Technologies - RO-BUST“ wird vom The Welding Institute (TWI Ltd.) in Großbritannien koordiniert. Neben dem LZH und der neoLASE GmbH sind an dem Projekt weiterhin beteiligt: CGG Veritas Consultants Ltd. (Frankreich), ALS Marine Consultants Ltd. (Zypern), GEOMAR Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung (Deutschland), Graal Tech S.r.l. (Italien), Università Degli Studi Di Genova (Italien), Coronis Computing S.L. (Spanien).

Auf der Hannover Messe zeigt das LZH neueste Forschungsergebnisse zum Laserstrahlschneiden unter Wasser. Dieser Prozess wird ebenfalls von den Wissenschaftlern der Gruppe Maschinen und Steuerungen aus der Abteilung Werkstoff- und Prozesstechnik des LZH entwickelt. Besuchen Sie uns auf dem Gemeinschaftsstand des Landes Niedersachsen Halle 2, Stand A08!

Dr. Nadine Tinne | Laser Zentrum Hannover e.V.
Weitere Informationen:
http://www.lzh.de/

Weitere Berichte zu: AUV LZH Laser Zentrum Hannover Ozeanforschung Prozesstechnik Pulsenergie Tiefsee neoLASE

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht CI-Maschine von EMAG ECM: Hocheffektive Lösung für das Entgraten von komplexen Bauteilen
12.04.2018 | EMAG GmbH & Co. KG

nachricht Kaltmassivumformung: auch komplexe Bauteilherstellung virtuell und kostengünstig designen
29.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Im Focus: Basler Forschern gelingt die Züchtung von Knorpel aus Stammzellen

Aus Stammzellen aus dem Knochenmark von Erwachsenen lassen sich stabile Gelenkknorpel herstellen. Diese Zellen können so gesteuert werden, dass sie molekulare Prozesse der embryonalen Entwicklung des Knorpelgewebes durchlaufen, wie Forschende des Departements Biomedizin von Universität und Universitätsspital Basel im Fachmagazin PNAS berichten.

Bestimmte mesenchymale Stamm-/Stromazellen aus dem Knochenmark von Erwachsenen gelten als äusserst viel versprechend für die Regeneration von Skelettgewebe....

Im Focus: Basel researchers succeed in cultivating cartilage from stem cells

Stable joint cartilage can be produced from adult stem cells originating from bone marrow. This is made possible by inducing specific molecular processes occurring during embryonic cartilage formation, as researchers from the University and University Hospital of Basel report in the scientific journal PNAS.

Certain mesenchymal stem/stromal cells from the bone marrow of adults are considered extremely promising for skeletal tissue regeneration. These adult stem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Mai zum 7. Mal an der Hochschule Stralsund

12.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Aus dem Labor auf die Schiene: Forscher des HI-ERN planen Wasserstoffzüge mit LOHC-Technologie

19.04.2018 | Verkehr Logistik

Neuer Wirkmechanismus von Tumortherapeutikum entdeckt

19.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics