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Biegermentalität

06.02.2012
Beim maschinellen Biegen von Rohren, Profilen etc. werden zwar nur geringe Bearbeitungsgeschwindigkeiten in der Biegezelle gefordert, gleichzeitig sind jedoch hohe Kräfte bzw. Drehmomente zum Umformen nötig. Aus diesem Grund arbeiten herkömmliche Biegemaschinen und -zentren häufig mit einer hydraulischen Kraftübertragung.

Im Vergleich zu elektromechanischen Antrieben ist eine Hydraulik jedoch relativ aufwendig im Aufbau und im Leckagefall zudem umweltgefährdend. Daher werden in den Biegezellen zunehmend hoch untersetzende Trochoidgetriebe und Servomotoren eingesetzt. Liegen die geforderten Untersetzungen über 30:1 (wie bei den meisten Biegemaschinen) sind Trochoidgetriebe im Vorteil, da sie beispielsweise gegenüber Planetengetrieben keine zusätzlichen Vorstufen benötigen und nahezu spielfrei sind.

Das bei Biegemaschinen meist verwendete Nabtesco-Getriebe ist das RV-1500E. Das Trochoidgetriebe erreicht trotz seiner kompakten Bauform mit 570 mm im Durchmesser ein Nennmoment von 14.715 Nm. In Lastspitzen, etwa bei einem Not-Aus, kann es darüber hinaus mit dem Fünffachen seines Nennmoments belastet werden.

Der nahezu hundertprozentige Kontakt innerhalb der Trochoiden-Bolzen-Konstruktion und die gleichmäßige Kraftverteilung innerhalb des Getriebes führen zu einer hohen Wiederholgenauigkeit. Mit einem nahezu spielfreien Antrieb von weniger als einer Winkelminute (gemessen im Nulldurchgang der Hysterese) gehört das RV-1500E zu den leistungsstärksten und präzisesten Trochoid-Reduziergetrieben auf dem Weltmarkt.

Der symmetrische Getriebeaufbau gewährleistet zudem ein nahezu vibrationsfreies und übertragungsgenaues Betriebsverhalten. Die integrierte Lagerung durch zwei Schrägkugellager macht darüber hinaus eine bauseitige Abstützung überflüssig.

Der Grundaufbau des RV-1500E hat sich bewährt. Das Eingangsritzel, das die drei Stirnräder antreibt, bildet die Primärstufe. Deren Stirnräder sind auf je einer Exzenterwelle montiert, die wiederum die beiden Kurvenscheiben der Sekundärstufe antreiben.

Dadurch, dass diese Kurvenscheiben um 180° zueinander versetzt sind, wird ein besonders vibrationsarmer Lauf und darüber hinaus auch eine optimale Lastverteilung erreicht. Der Einsatz von Bolzen zur Kraftübertragung im gesamten Getriebe führt zudem zu einem geringen Losbrechmoment. ms

| SCOPE
Weitere Informationen:
http://www.scope-online.de/Maschinenelemente/Trochoidgetriebe/Biegermentalitaet.htm

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