Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Viper-Schleifen hat an Tempo zugelegt

15.11.2007
Das Viper-Schleifverfahren, ein von Rolls-Royce patentierter Fertigungsprozess, bei dem ein Bearbeitungszentrum für das Schleifen von Gasturbinenkomponenten aus Nickellegierungen für das „heiße“ Ende von Gasturbinenmotoren verwendet wird, ist seit seiner Einführung im Jahr 2001 ein internationaler Erfolg. Es hat sich als wesentlich schneller erwiesen als alle vorherigen Bearbeitungstechniken, die es ersetzen sollte, wie CBN-Schleifen, Räumen, Fräsen und Drehen.

Die von Makino, einer der Partner im Entwicklungsprojekt, entwickelte Viper-Schleifmaschine I-Grinder G 5 basiert auf der Maschinenplattform eines üblichen horizontalen Makino-Bearbeitungszentrums A55.

Die Maschine ist allerdings mit einer Hochdruckkühlanlage mit programmierbaren Düsen zur Versorgung der Aluminiumoxid-Schleifscheibe mit Kühlmittel sowie mit einer Hochgeschwindigkeitsspindel ausgerüstet.

Außer der Bearbeitung von Turbinenkomponenten eignet sich das Viper-Schleifen laut Hersteller auch zur kostengünstigen Herstellung von medizinischen Implantaten, weil deren zunehmende Komplexität ihre Herstellung mit konventionellen oder modifizierten Schleifmaschinen erschwert.

Nachfolgemodell ist 10% schneller

Das vom Makino-Tochterunternehmen NCMT Grinding Division in Surrey/Großbritannien, vorgestellt neue siebenachsige Nachfolgemodell, ebenfalls I-Grinder G 5 genannt, ist den Angaben zufolge insgesamt rund 10% schneller in der Bearbeitung als die modifizierte Makino-Maschine A55, die es ersetzt. Die Zerspanungsrate beträgt 80 cm3/min. Ausgelegt ist die Maschine für Teile mit einem Durchmesser bis 300 mm.

Die Steigerung der Schleifeffizienz leitet sich aus einer Reihe von Faktoren ab, so der Hersteller, einschließlich einer Steigerung der Eilganggeschwindigkeit von 40 auf 48 m/min. Mit 100 min1 ist die Werkstück-Drehzahl mehr als verdoppelt, was vor allem beim Schleifen kleinerer Komponenten besonders nützlich ist.

Besserer manueller Zugriff zum Arbeitsbereich von der Vorderseite der Maschine erleichtert dem Bediener das Wechseln der Komponenten und Abrichtrollen. Automatisches Be- und Entladen ist optional.

Programmierbare Kühlmitteldüsen

Die wichtigste Verbesserung, so der Hersteller, betrifft die programmierbaren Kühlmitteldüsen. Sie sind bei der neuen I-Grinder G 5 noch flexibler, weil sie an zwei NC-Drehachsen beliebig um 360° entlang der Peripherie der Schleifscheibe angebracht werden können, anstatt wie bei der A55 nur um 180°.

Um diese größere Bewegungsfreiheit zu ermöglichen, sind Stromversorgung und Kühlmittel integriert, anstelle einer Zuleitung. Die Düsen werden wesentlich schneller positioniert und das System kann deshalb rascher auf Positionswechsel reagieren und das Kühlmittel exakt auf den Schneidepunkt richten.

Auch Fräsen, Bohren und Drehen

Ein großer Vorteil des Viper-Schleifens auf einem horizontalen Bearbeitungszentrum besteht laut Hersteller darin, dass außer Schleifscheiben auch andere Werkzeuge wie Fräser, Bohrer, Räum- und Drehwerkzeuge automatisch aus dem Magazin eingewechselt und somit Werkstücke in einer Aufspannung komplettbearbeitet werden können.

Die I-Grinder G 5 verfügt über ein Magazin für 60 Werkzeuge, darunter 20 Schleifscheiben mit bis zu 220 mm Durchmesser. Statt Schleifscheiben kann man auch weitere Fräs- und Bohrwerkzeuge im Magazin ablegen.

Wie alle Bearbeitungszentren der Viper-Spezifikation verfügt die I-Grinder G5 Maschine über drei lineare Achsen und zwei Drehachsen sowie die beiden Achsen zur Positionierung der Kühlmitteldüsen.

Verstärkte Schutzvorrichtungen, vor allem speziell konzipierte Abdeckungen, hydrostatische Führungen, ein zweifaches Kühlmittelfiltersystem und unter Überdruck gesetzte Schaltschränke gehören zur Standardausrüstung, um ein Eindringen von Schmutz und Verunreinigungen zu verhindern.

Bernhard Kuttkat | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/spanendefertigung/maschinen/articles/98341/

Weitere Berichte zu: A55 I-Grinder Kühlmittel Schleifscheiben

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Ifremer entwickelt autonomes Unterwasserfahrzeug zur Untersuchung der Tiefsee
24.02.2017 | Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland

nachricht Baukasten-System für die Linienfertigung: Die VL-Baureihe von EMAG
21.02.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie