Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kleben von Gewindeelementen auf hauchdünne Metallbleche mit Onsert-Fügen

15.11.2007
Gehäuse aus Metall treten zunehmend an die Stelle der typischen Kunststoffhalbschalen. Der Nachteil: Herkömmliche Fügeverfahren zum Einbringen der Befestigungselemente können nicht eingesetzt werden, da die leichten Metallgehäuse sehr geringe Wandstärken im Bereich von 0,2 mm haben. Dipl.-Ing. Michael Stumpf, Produktmanager bei der Böllhoff Verbindungstechnik GmbH, Bielefeld: „Das Befestigungselement lässt sich nicht mehr mechanisch im Blech verankern. Die bekannten Schweißtechniken kommen dagegen nicht in Frage, weil sie auf der Gehäusegegenseite sichtbar sind und somit die Optik der Bauteile negativ beeinflussen.“

Das neue, maßgeschneiderte Klebeverfahren Onsert, welches von Böllhoff gemeinsam mit Delo Industrie Klebstoffe entwickelt wurde, bietet hier eine Alternative.

Bei der gemeinsamen Entwicklung stand dabei die schnelle, prozesssichere Klebstoffaushärtung beim Klebprozess der klebegerecht gestalteten Verbindungselemente im Vordergrund. Die Verbindung wird derzeit in zwei Varianten angeboten: Onsert basic und Onsert plus.

Beim Onsert-basic-Fügen kommt eine Gewindebuchse, die durch eine entsprechende Vergrößerung des Durchmessers im unteren Bereich über eine ausreichende Klebefläche verfügt, zum Einsatz.

„Der dabei entstandene Hohlraum sorgt für reproduzierbare Klebschichtdicken und dafür, dass der Klebstoff die Fügeteilflächen vollständig benetzt“, erklärt der Böllhoff-Produktmanager.

Das Plus: Überflüssiger Klebstoff sowie vor allem die eingeschlossene Luft entweichen durch eine Bohrung ins Innere des Verbindungselementes. Dabei werden das Gewindeelement und das entsprechende Grundblech in der Regel planparallel zueinander angeordnet.

Fügen selbst bei schrägen Flächen

Selbst bei schrägen Flächen kommt das Fügeverfahren zum Einsatz: Gewindeelemente können winkelgenau auf Freiformflächen gesetzt und dann über die Lichthärtung sekundenschnell fixiert werden.

Der Fertigungsprozess kann damit sehr flexibel gestaltet werden und läuft in wenigen unkomplizierten Schritten ab: Auftragen des Klebstoffes, Setzen des Gewindeelementes, Fixieren und anschließendes Aushärten.

Verwendet werden dualhärtende Acrylate, die über hohe Festigkeiten bei ausreichender Duktilität verfügen sowie schnell aushärten.

Stumpf: „Die Vorrichtung steht danach sofort für die Montage eines weiteren Bauteiles zur Verfügung, denn das zeitintensivere Endaushärten kann außerhalb der Vorrichtung direkt danach oder zu einem späteren Zeitpunkt geschehen.“

Onsert-Fügeverfahren: Alternative bei großen Wandstärken

Eine echte Alternative ist das Onsert-Fügeverfahren nicht nur bei besonders geringen sondern auch bei großen Wandstärken. Wird ein Gehäuse mit Material-Anhäufungen im Spritzgussverfahren hergestellt, kommt es an der Oberfläche häufig nach dem Erkalten zum optisch sichtbaren Schrumpf (Einfallstellen).

Bei Onsert plus stellt sich dieses Problem nicht. Befestigungselemente wie beispielsweise Gewindeeinsätze der bewährten Amtec-Produktpalette werden mit transparentem Kunststoff ummantelt (Klebdom) und mittels lichthärtendem Klebstoffsystem nachträglich aufgebracht.

Die Klebdome sind in verschiedenen Ausführungen, mit Innengewinde, Bolzengewinde, Kugelbolzen oder Schnappverbindungen, herstellbar.

Onsert plus ermöglicht ein schnelles formschlüssiges Kleben auf optimierten Rippen am entsprechenden Bauteil. Als Alternative zu urformtechnisch gefertigten Domen bietet das System neue Designmöglichkeiten.

Annedore Munde | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/verbindungstechnik/articles/98345/

Weitere Berichte zu: Befestigungselement Gewindeelement Klebstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Flüssiger Wasserstoff im freien Fall
05.12.2016 | Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM)

nachricht IPH entwickelt Prüfstand für angetriebene Tragrollen
29.11.2016 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie