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Mann + Hummel plant im Jahr 2009 Serienstart von Kunststoffölwanne für Pkw

11.09.2007
Die Mann + Hummel GmbH, Ludwigsburg, geht Anfang 2009 mit einer Kunststoffölwanne für Pkw in Serie. In der Werkstoffumstellung von Metall auf Kunststoff sieht der Automobilzulieferer ein erhebliches Potenzial, das Bauteilgewicht und damit den Kraftstoffverbrauch sowie die CO2–Emissionen zu reduzieren.

Die Motorölwanne ist eines der letzten großvolumigen Bauteile an einem Pkw-Motor, die bisher noch nicht aus Kunststoff gefertigt sind. Das soll sich laut Mann + Hummel in spätestens zwei Jahren ändern. Im Vergleich zu Hybridbauteilen aus Aluminium und Kunststoff spart der Automobilzulieferer rund 30% Gewicht ein; gegenüber reinen Aluminiumbauteilen liegt der Gewichtsvorteil sogar bei rund 60%. Senkung des Gewichts heißt Senkung des Kraftstoffverbrauchs, also auch Senkung von CO2-Emissionen. Durch Umstellen aller Pkw-Motoren auf Kunststoffölwannen könnte - so eine Schätzung von Mann + Hummel allein in Deutschland eine CO2-Reduzierung von etwa 65 000 t im Jahr erzielt werden.

Ölwanne mit zusätzlichen Funktionsteilen

Ölwannen aus Kunststoff bieten einen weiteren großen Vorteil. Sie eignen sich für die Funktionsintegration in gleichem Maße wie Ansaugsysteme. Durch die Integration weiterer Komponenten lassen sich zusätzliche Kosten-, Gewichts-, Platz- und Montagevorteile erzielen. Das Thema werde daher weiter an Bedeutung gewinnen, heißt es.

Für die Integration kommen Bauteile wie zum Beispiel Ölführungen, Ölsaugrohr, Ölsieb, separates Ölreservoir und Schwallbleche in Betracht. Ein großes Potenzial in technischer wie wirtschaftlicher Hinsicht wird auch im Einbau eines kompletten Ölmoduls aus Ölfilter und Ölkühler gesehen.

Keine Nachteile im Vergleich zu Metallwannen

Aufgrund der Fortschritte bei Entwicklung von Kunststoffen und in der Kunststoffverarbeitung sind die früher bestehenden Vorbehalte gegenüber der Kunststoffölwanne ausgeräumt. Bereits Mitte der neunziger Jahre hat Mann + Hummel in umfangreichen Untersuchungen an Serienfahrzeugen nachgewiesen, dass Kunststoffölwannen die an sie gestellten Anforderungen ohne Abstriche erfüllen:

Beim Aufsetzen, zum Beispiel beim Überfahren eines Bahndamms, zeigte die Kunststoffölwanne ein ebenso gutes Verhalten wie Bauteile aus Magnesium oder Aluminium. Das in Werkstätten übliche Abstellen des Motors auf der Ölwanne ist durch Integration definierter Aufsetzpunkte und ein gezieltes Einleiten der Kräfte in die stabilen Wandbereiche ohne Bedenken möglich. Auch ein kurzfristiger Temperaturschock von 165 °C führte zu keinerlei Funktionsmängeln.

Selbst Steinschlag ist heute kein Thema mehr: Die Integration von Opferrippen an den gefährdeten Bereichen ist bei Serienlösungen von Getriebeölwannen inzwischen Stand der Technik. Zudem verfügen die meisten Neufahrzeuge heute aus akustischen und aerodynamischen Gründen über eine Unterbodenabdeckung. Damit spielt das Thema Steinschlag keine Rolle mehr, das Aufsetzen nur noch in abgeschwächter Form.

In Bezug auf die Ölwanne sind in Europa zwei unterschiedliche Motorenkonzepte verbreitet: Etwa die Hälfte der Motoren benötigt die Ölwanne zur Abstützung des Getriebes, bei der anderen Hälfte hat die Wanne eine reine Deckelfunktion.

Bei Deckelkonzepten kann die Ölwanne laut Mann + Hummel durch reine Kunststofflösungen ersetzt werden. Vorteil ist eine Gewichtsreduzierung von bis zu 60%. Bei Hybridkonzepten, die die gleichen Steifigkeitsanforderungen wie Ölwannen aus Aluminium-Druckguss erfüllen, fällt die Gewichtseinsparung mit etwa 30% geringer aus als bei reinen Kunststoffwannen.

Josef-Martin Kraus | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http:///www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/kunststoffundgummiverarbeitung/spritzgiessen/articles/92559/

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