Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krauss-Maffei demonstriert Spritzgießen und Polyurethanverarbeitung auf einer Maschine

25.06.2007
Verkürzte Zykluszeiten bei der Herstellung von Bauteilen mit Dämpfungsfunktionen erreicht ein Verfahrenskonzept von Krauss-Maffei, das man erstmals auf der Messe K 2007 (Halle 15, Stand A23/B24/C24) in Augenschein nehmen kann.
Extrusion, Spritzgießen und reaktive Verarbeitung sind dabei in einer einzigen Fertigungszelle integriert. Die Bauteile erreichen die elastischen Eigenschaften und hohen Rückstellwerte von Elastomeren.

Bei diesem Bauteil wird der Träger und die Hülse zur Kraftaufnahme aus dem Polyamid Ultramid CR (PA66-GF35) von BASF AG gefertigt. Anschließend wird die Hülse und der Träger mit einer dämpfenden Weichkomponente haftend verbunden. Als Elastomer für die Dämpfungsschicht kommt das TPU Elastollan von Elastogran zur Anwendung, das während des Abkühlens nach der Formgebung vernetzt wird. Das von Krauss-Maffei und Elastogran entwickelte Verfahren verkürzt die Zykluszeit für die Fertigung des gesamten Bauteils auf rund 60 s.

Das Vernetzungsmittel wird als Prepolymer in flüssiger Form in die TPU-Schmelze eingebracht. Diese komplexe Aufgabe löst der Spritzgießcompounder von Krauss-Maffei, der die kontinuierliche Extrusion und das diskontinuierliche Spritzgießen miteinander verbindet. Der kontinuierlich arbeitende Extruder gewährleistet ein gleichmäßiges Einbringen des Vernetzungsmittels in die Schmelze und damit eine homogene Vermischung.

Anschließend gelangt das plastifizierte und homogenisierte Material über eine beheizte Schmelzeleitung und einen Einspritzzylinder in das Spritzgießwerkzeug. Die Kombination der reproduzierbar beherrschten Prozesse Compoundieren und Spritzgießen liefert laut Krauss-Maffei Bauteile mit konstanter Qualität über den gesamten Produktionszeitraum mit den aus der Spritzgießtechnik bekannten geringen Abweichungen. Die thermoplastische Verarbeitung der Rohstoffe ermöglicht die Anwendung von Heißkanaltechnik. Es werden gratfreie, angusslose Bauteile hergestellt.

... mehr zu:
»Bauteil »Spritzgießen »TPU »Werkzeug

Das Polyamid wird von einem modularen Beistellaggregat, das in L-Stellung installiert ist, in das Werkzeug eingebracht. Das 2-Komponenten-Bauteil wird mit einem 4-Takt-Drehtellerwerkzeug mit Heißkanal gefertigt. Im ersten Takt werden der Träger und die Hülse aus Polyamid hergestellt. Im zweiten Takt wird die Hülse mit einem sternförmigen Verbindungselement aus TPU umspritzt, dessen Hohlräume im dritten Schritt wiederum mit TPU ausgefüllt werden. Der zweistufige Eintrag des TPU verkürzt die Zykluszeit bei dickwandigen Bauteilen.

Die Bauteilentnahme im vierten Schritt erfolgt bei geschlossenem Werkzeug. Das Werkzeug ist so ausgeführt, dass der Roboter in die vierte Station einfahren kann und das Bauteil entnimmt, während das Werkzeug geschlossen ist. Dies erhöht die Produktivität der Anlage, da während der Entnahme in den anderen Stationen Material verarbeitet werden kann. Im Gegensatz zu anderen reaktiven Systemen ist für die Entformung kein Formtrennmittel erforderlich.

Der Linearroboter LR-S von Krauss-Maffei, der in der Längsachse der Maschine installiert ist, entnimmt die fertigen Bauteile und legt sie auf einem Kühlförderband ab. Dieses Förderband befindet sich innerhalb der Schutzeinhausung hinter der beweglichen Werkzeugplatte. Die Zwei-Platten-Technik der Spritzgießmaschinen von Krauss-Maffei ermögliche dabei eine besonders platzsparende Automation mit optimiertem Produktionsfluss.

Weil der Roboter sich innerhalb der Schutzeinhausung bewegt, ist keine weitere Absicherung notwendig. Kennzeichnend für den Linearroboter LR-S seien kurze Entnahmezeiten, hohe Flexibilität und hohe Wiederholgenauigkeit.

Josef-Martin Kraus | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de

Weitere Berichte zu: Bauteil Spritzgießen TPU Werkzeug

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Flexiblere Turbomaschinen entwickeln
23.05.2017 | FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur GmbH

nachricht WHZ erhält hochmodernen Prüfkomplex für Schraubenverbindungen
23.05.2017 | Westsächsische Hochschule Zwickau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten